Leverkusen (dapd). Die weltweite Konjunkturkrise hinterlässt deutliche Spuren in der Bilanz des Spezialchemieherstellers Lanxess. Im dritten Quartal sank der Konzernumsatz auf Jahressicht um 8 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro. Der Gewinn brach sogar um 39 Prozent auf 94 Millionen Euro ein, wie Lanxess am Dienstag in Leverkusen mitteilte. Lanxess litt vor allem unter der schwachen Nachfrage aus der Reifen- und Automobilindustrie. Die Nachfrage nach Agrochemikalien lag dagegen nach Konzernangaben auf unverändert hohem Niveau. Trotz des schwierigen Umfelds bestätigte der Konzern sein Ziel, das operative Ergebnis vor Abschreibungen und Sondereinflüssen im Geschäftsjahr 2012 um 5 bis 10 Prozent zu steigern. Allerdings werde das Ergebnis am unteren Ende der angekündigten Bandbreite liegen. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Städte fürchten Klagen wegen Rechtsanspruch auf Kitaplatz
Berlin (dapd). Der Deutsche Städtetag warnt vor einer Klagewelle, wenn der Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz zum 1. August 2013 in Kraft tritt. Der Präsident der Organisation, Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD), sagte am Dienstag im ARD-„Morgenmagazin“, Eltern würden zunächst auf Zuteilung eines Kitaplatzes klagen. „Wenn das objektiv nicht möglich ist, wird es einen Schadenersatzanspruch geben“, fügte Ude hinzu. Das sei „dann besonders absurd, wenn Städte in Finanznot auch noch so einen Schadenersatz zahlen müssen“. Der Städtetagspräsident forderte den Gesetzgeber auf, „ganz schnell pragmatische Lösungen“ anzubieten. Daran müssten sich auch die Länder beteiligen. Diesen warf Ude, der auch Spitzenkandidat der SPD für die bayerische Landtagswahl ist, vor, sich bei der Weitergabe der Fördermittel zum Kitaausbau „nicht gerade mit Ruhm bekleckert“ zu haben. Zugleich machte der Oberbürgermeister deutlich, dass auch „eine fertig gebaute Kita noch kein Angebot ist, weil man Personal braucht, was immer knapper wird“. Das Statistische Bundesamt will am Vormittag in Berlin Daten zur „Kindertagesbetreuung in Deutschland 2012“ bekanntgeben. dapd (Politik/Politik)
BMW steigert Umsatz und Ergebnis
München (dapd). Trotz Branchenkrise hat der Autokonzern BMW im dritten Quartal seinen Gewinn deutlich gesteigert. Der Konzernüberschuss von Juli bis September erhöhte sich im Jahresvergleich um 16 Prozent auf 1,29 Milliarden Euro, wie BMW am Dienstag in München mitteilte. Den Umsatz verbesserte das Unternehmen um 14 Prozent auf 18,82 Milliarden Euro. „Wir liegen auf Kurs, neue Bestmarken bei Absatz und Konzernergebnis vor Steuern zu erreichen“, sagte der Vorstandsvorsitzende Norbert Reithofer. Die Lage an den internationalen Automobilmärkten stelle BMW jedoch vor Herausforderungen. „Wir spüren derzeit wie auch die gesamte Branche einigen Gegenwind“, fügte Reithofer hinzu. Im Rekordjahr 2011 hatte BMW einen Nachsteuergewinn von 4,9 Milliarden Euro eingefahren. Der Absatz lag bei 1,67 Millionen Autos. Bei den Verkäufen ist BMW auf bestem Weg, das Ziel zu erreichen. In den ersten neun Monaten des Jahres lag der Absatz mit 1.335.502 verkauften Fahrzeugen um 8,3 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Städtebund plädiert für Aufweichung des Kita- Rechtsanspruchs
Düsseldorf (dapd). Der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, plädiert dafür, den von Sommer 2013 an geltenden Rechtsanspruch auf Betreuungsangebote für Kinder unter drei Jahren aufzuweichen. Er unterstützt damit eine Forderung der Städte in Baden-Württemberg, die sich dafür einsetzen, dass der Anspruch zunächst nur für zweijährige Kinder gilt und erst in einem nächsten Schritt auch auf einjährige Kinder ausgeweitet wird. „Die seitens des baden-württembergischen Städtetages geforderte Stufenlösung wäre ein richtiger Ansatz“, sagte Landsberg „Handelsblatt Online“. „So könnte der Kita-Ausbau vorangetrieben und gleichzeitig der Gefahr begegnet werden, bei den betroffenen Eltern falsche Erwartungen zu schüren.“ Da sich wegen der anstehenden Wahlen im nächsten Jahr wohl keine politischen Mehrheiten für eine schrittweise Einführung des Rechtsanspruchs finden würden, schlägt Landsberg „flexible Lösungen“ vor, die sich kurzfristig umsetzen ließen. Hierzu gehöre die kurzfristige Vergrößerung der Gruppen, aber auch das vorübergehende Aussetzen von baulichen Standards. dapd (Politik/Politik)
Mit Kosmetik aus Franken zum Weltmarktführer
Heroldsberg (dapd-bay). Franken ist bekannt für seine Bratwürste, sein Bier und seine Nürnberger Lebkuchen. Nur Wenigen bekannt sein dürfte allerdings, dass hier auch der Weltmarktführer für Kosmetikstifte zuhause ist: Die Schwan-Stabilo Cosmetics GmbH & Co. KG. Das Familienunternehmen mit Firmensitz in Heroldsberg im Landkreis Erlangen-Höchstadt produziert seit 1927 Kosmetikartikel. Heute werden alle namhaften Kosmetikmarken der Welt mit Eyelinern, Wimperntuschen und Lippenstiften beliefert. Die Kunden verkaufen diese dann unter ihrem Markennamen weiter. Von der Weltproduktion an Kosmetikstiften entfallen laut Schwan-Stabilo Cosmetics rund 40 Prozent auf die eigene Herstellung – wobei sich die fränkische Firma mit dieser Aussage auf die aktuellen Daten verschiedener Marktforschungsunternehmen beruft. Für Entwicklungsleiter Jörg Karas ist Schwan-Stabilo ein klassischer „Hidden Champion“ – eine Firma, die global erfolgreich und trotzdem nur in ihrer Branche bekannt ist. „Wir sind keine verlängerte Werkbank unserer Kunden, wir identifizieren und entwickeln Produktideen bis zur Marktreife und bieten diese dann den Kosmetikmarken an“, sagt er. Dabei komme die Anregung in zehn Prozent der Fälle von einer der Kosmetikmarken, für die produziert werde, 90 Prozent seien von Anfang an eigene Idee. Allein an der Entwicklung neuer Produkte arbeiteten 150 Mitarbeiter, erzählt Karas. Fünf Prozent des Umsatzes würden darin investiert. Wiege des Kosmetik-Stifts zum Herausdrehen Als einen der größten Erfolge wertet der Entwicklungsleiter den Kosmetik-Stift zum Herausdrehen, den die Tüftler von Schwan-Stabilo vor 25 Jahren erfunden hätten. Dieser „mechanische Liner“ sei heute fester Bestandteil aller Sortimente, erzählt Karas. „Aber die Wiege dieses Stifttyps steht hier in Heroldsberg.“ Außer am Stammsitz produziert Schwan-Stabilo Cosmetics noch in der mittelfränkischen Stadt Weißenburg sowie in Werken in den USA, China, Tschechien, Brasilien, Kolumbien, Mexiko und Indonesien, jeweils für die regionalen Märkte. Allerdings würden 60 Prozent der Kosmetikartikel in Deutschland gefertigt, auch wenn hier nur fünf Prozent des Umsatzes anfalle. Die Spezialisierung von Schwan-Stabilo Cosmetics auf Kosmetikstifte kommt nicht von ungefähr – schließlich gehört die Firma zur Schwanhäußer Industrie Holding, die seit 1855 Stifte zum Schreiben und Malen produziert. Darunter findet sich auch der bekannten Schwan-Stabilo Textmarker. Als dritte Sparte kam 2006 der im bayerisch-schwäbischen Landkreis Augsburg beheimatete Outdoor-Spezialist Deuter Sport zur Unternehmensgruppe. Der Konzern hat weltweit etwa 4.390 Mitarbeiter, 1.850 davon in Deutschland. „Als eine der Weltfirmen unseres Landkreises hat Schwan-Stabilo eine große finanzielle Bedeutung für den Landkreis und für die Region Nürnberg-Erlangen“, sagt der Landrat des Kreises Erlangen-Höchstadt, Eberhard Irlinger (SPD) – und verweist auf die Gewerbesteuereinnahmen, die rund 1.900 Arbeitsplätze des Konzerns und die Effekte für die Zulieferer-Firmen. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Handyhersteller Nokia will zurück nach oben
Frankfurt/Main (dapd). Der taumelnde finnische Handyhersteller Nokia will sich wieder an die Weltspitze im Smartphone-Geschäft kämpfen. „Ich kann jetzt kein exaktes Timing nennen, aber wir sind in diesem Markt, um zu gewinnen“, sagte Vorstandschef Stephen Elop der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. „Wir haben eine Menge Arbeit vor uns, es braucht seine Zeit, aber wir werden uns unsere sehr starke Stellung wieder erkämpfen“, kündigte er an. Nokia sei „sehr gut aufgestellt, die nächsten Schlachten zu schlagen“. Der einstige Weltmarktführer Nokia war in den vergangenen Jahren weit hinter der Konkurrenz vor allem von Apple und den Herstellern von Handys mit dem Betriebssystem Android zurückgefallen. Während Apple 27 Millionen seiner iPhones in einem Quartal verkaufte, kamen die Finnen auf gerade knapp drei Millionen ihrer Lumia-Handys, die mit dem Microsoft-Betriebssystem Windows Phone ausgestattet sind. Elop räumte ein, dass Nokia Trends bei den Smartphones verpasst habe. In den vergangenen fünf Jahren habe es ein paar bemerkenswerte Änderungen im Handymarkt gegeben. „Hier war Nokia nicht so schnell, wie es notwendig gewesen wäre und wie man auf diese Dinge hätte reagieren sollen“, sagte er. Für die Aufholjagd setzt Elop neben einer großen Werbekampagne vor allem auf den persönlichen Einsatz der Verkäufer vor Ort. „Der wichtigste Kampf um den Kunden findet in den Läden statt“, sagte der Nokia-Chef. Daher sollten die Verkäufer geschult werden, um die Vorteile des eigenen Produkts besser erklären zu können. Trotz der Kritik an seinem Management sieht sich Elop, der den Konzern kräftig umgebaut hat, weiter fest im Sattel. „Ich führe Nokia noch eine lange Zeit, auch mit Blick auf die großen Herausforderungen, die wir noch vor uns haben“, sagte er. Nokia hatte im dritten Quartal einen Verlust von 943 Millionen Euro gemacht, der Umsatz war im Jahresvergleich um fast ein Fünftel auf 7,2 Milliarden Euro eingebrochen. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Union legt in der Wählergunst zu
Berlin (dapd). Die Union ist in der Wählergunst weiter im Aufwind. Wäre am kommenden Sonntag Bundestagswahl, kämen CDU/CSU auf 38 Prozent. Das ist laut INSA-Meinungstrend für die „Bild“-Zeitung (Dienstagausgabe) ein Anstieg um einen Prozentpunkt zur Vorwoche. Allerdings hätte Schwarz-Gelb keine Mehrheit: Die FDP verharrt weiter bei vier Prozent und wäre nicht mehr im Bundestag vertreten. Auch die SPD bleibt stabil und würde 30 Prozent der Wählerstimmen erreichen. Die Grünen können dagegen um einen Punkt zulegen und kommen auf 14 Prozent der Wählerstimmen. Immer stärker im Abwind sind die Piraten: Sie verlieren gegenüber der Vorwoche einen Punkt und liegen nur noch bei drei Prozent. Auch die Linkspartei verliert einen Punkt und kommt nun auf sechs Prozent. Das Meinungsforschungsinstitut INSA befragte vom 2. bis 5. November 2.003 Bürger. dapd (Politik/Politik)
Regierung rechnet mit deutlich weniger Zinslast
Berlin (dapd). Die schwarz-gelbe Koalition spekuliert bei ihrem für 2014 erklärten Haushaltsziel einer „strukturellen“ schwarzen Null massiv auf weiter sinkende Zinsausgaben. Wie die „Bild“-Zeitung unter Berufung auf Regierungskreise berichtet, rechnet das Bundesfinanzministerium mit bis zu zwei Milliarden Euro weniger Zinskosten für den Bundeshaushalt für 2014. Bislang sieht die Finanzplanung für das Jahr Zinsausgaben von 34,4 Milliarden Euro vor. Mit den geringeren Zinsausgaben dürften Union und FDP ihrem Ziel auch ohne große Sparanstrengungen näher kommen, 2014 einen Bundeshaushalt ohne strukturelle Neuverschuldung vorzulegen, schreibt das Blatt. Neben sinkenden Zinslasten will die Koalition über weniger Zuschüsse an den Gesundheitsfonds und Gewinnabführung der staatseigenen KfW Bankengruppe das Ziel erreichen. dapd (Politik/Politik)
Westerwelle beendet ASEM-Gipfel
Vientiane (dapd). Nach seiner Teilnahme am Asien-Europa-Gipfel ASEM in Laos fliegt Außenminister Guido Westerwelle am Dienstag in die USA weiter. Der FDP-Politiker wird nach mehr als 16-stündigem Flug am Dienstagabend Ortszeit in New York erwartet – passend zu den ersten Hochrechnungen der US-Präsidentschaftswahl. Am Mittwoch steht für Westerwelle dann unter anderem ein Gespräch mit UN-Generalsekretär Ban Ki Moon auf dem Programm. Am Mittwochabend gibt der Außenminister einen Empfang, um für einen Sitz Deutschlands im Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen zu werben. Um drei freie Plätze bewerben sich fünf Kandidaten: Neben Deutschland sind dies die USA, Griechenland, Schweden und Irland. Die Entscheidung soll am 12. November fallen. dapd (Politik/Politik)
Frauenunion mit Prüfauftrag für bessere Mütterrenten unzufrieden
Düsseldorf (dapd). Die CDU-Frauen geben sich mit dem vom Koalitionsausschuss beschlossenen „Prüfauftrag“ für bessere Mütterrenten nicht zufrieden. „Wir dürfen die Mütter nicht länger warten lassen, deshalb muss die Bundesregierung noch in dieser Legislaturperiode einen Gesetzentwurf vorlegen“, sagte Frauen-Union-Vorsitzende Maria Böhmer der Zeitung „Rheinische Post“. Dieser müsse dann vorsehen, dass „spätestens ab 2014“ für Rentnerinnen und Rentner die Anrechnung von Kindererziehungszeiten in der gesetzlichen Rentenversicherung für vor 1992 geborene Kinder verbessert wird. Dabei sei die Zahl der Kinder zu berücksichtigen. dapd (Politik/Politik)
