Fünf Handwerksbetriebe aus dem Münsterland präsentieren sich auf der Hannover Messe am Gemeinschaftsstand der Handwerkskammer Münster. Die Aussteller stehen dabei für die Verbindung von klassischem Zulieferhandwerk, technischer Spezialisierung und industrieller Anwendung. Zugleich verweist die Kammer auf den wachsenden wirtschaftlichen Druck in der Branche.
Handwerk präsentiert sich als Hightech-Partner der Industrie
Am Gemeinschaftsstand der Handwerkskammer Münster in der Halle „Automatisierung und Digitalisierung“ stellen sich mit Albert Seine aus Dülmen, alutexx aus Ennigerloh, Arnskötter Präzisionstechnik aus Greven, trinso aus Lengerich und Wilhelm Severt Maschinenbau aus Vreden fünf Zulieferbetriebe aus dem Münsterland vor. Sie zeigen Produkte und Leistungen aus dem Maschinen- und Anlagenbau und positionieren sich damit vor internationalem Fachpublikum als technologieorientierte Partner der Industrie.
HWK-Präsident Jürgen Kroos betonte beim Standbesuch, die Unternehmen zeigten eindrucksvoll, welches technologische Potenzial im Handwerk stecke. Gleichzeitig werde deutlich, dass die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für viele Betriebe schwieriger geworden seien. Von der Bundesregierung erwarte er bessere Standortbedingungen.
Branche bewertet Geschäftslage deutlich schlechter
Nach Angaben der Handwerkskammer steht das Zulieferhandwerk im Kammerbezirk vor spürbaren Herausforderungen. Erstmals nach fünf positiven Jahren bewerten die Betriebe ihre Geschäftslage wieder klar negativ. Die Werte liegen laut HWK auf einem vergleichbaren Niveau wie im Coronafrühjahr 2021.
In der aktuellen Befragung bewerten 30 Prozent der Unternehmen ihre Lage als gut, 33 Prozent als befriedigend und 37 Prozent als schlecht. Gleichzeitig sind Aufträge und Umsätze weiter zurückgegangen. Auch für die kommenden sechs Monate blickt die Branche überwiegend pessimistisch auf die Entwicklung.
Gemeinschaftsstand soll Märkte außerhalb der Region erschließen
Die Handwerkskammer organisiert den bundesweiten Gemeinschaftsstand nach eigenen Angaben seit rund 20 Jahren. Bereits in der Vorbereitung unterstützt sie die teilnehmenden Betriebe, während der Messe begleiten Beraterinnen und Berater die Aussteller vor Ort. Das soll insbesondere helfen, neue Kundenkontakte über die eigene Region hinaus anzubahnen.
Für das Münsterland ist die Präsenz auf der Hannover Messe auch ein Signal an industrielle Auftraggeber: Das regionale Handwerk versteht sich nicht nur als Zulieferer, sondern zunehmend als spezialisierter Entwicklungspartner mit technischer Kompetenz.
Kreislaufwirtschaft als zusätzliches Messethema
Neben den ausstellenden Unternehmen präsentiert die Handwerkskammer auch eigene Aktivitäten rund um Kreislaufwirtschaft. Vorgestellt werden die Initiative „Tech.Land“ sowie das Projekt Two4C mit Partnern aus dem deutsch-niederländischen Grenzgebiet.
Im Mittelpunkt stehen praxisnahe Ansätze der Circular Economy und deren wirtschaftlicher Nutzen. Dazu zählen etwa Batterierecycling und die Wiederaufbereitung von LKW-Bauteilen. Damit verbindet die Kammer die Messepräsenz des Handwerks mit Themen, die für industrielle Wertschöpfung und Ressourceneffizienz zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Unternehmens-/Veranstalterlink: www.hwk-muenster.de
