Sandra Schürmann, Frauke Barske und Carina Wolf stehen in einem Verwaltungsgebäude an einem Stehtisch und stellen das Modellprojekt für internationale Fachkräfte vor.
Die Projektverantwortlichen (v. l.) Sandra Schürmann, Leiterin des WIGOS-Fachkräftebüros, Frauke Barske, Integrationsbeauftragte des Landkreises Osnabrück, und Carina Wolf, WIGOS-Fachkräftebüro, unterstützen Unternehmen bei der Gewinnung internationaler Talente. Foto: Tanja Lengfeld / WIGOS

Landkreis Osnabrück startet Modellprojekt für internationale Fachkräfte

Der Landkreis Osnabrück und die WIGOS wollen Unternehmen mit einem neuen Modellprojekt bei der Gewinnung internationaler Fachkräfte unterstützen. Im Fokus stehen qualifizierte geflüchtete Talente aus Drittstaaten, deren Profile mit dem Bedarf regionaler Betriebe abgeglichen werden sollen.

Damit reagiert die Region auf den anhaltenden Fachkräftemangel und testet zugleich einen neuen Ansatz für gesteuerte Fachkräfteeinwanderung. Der Landkreis Osnabrück gehört dabei zu vier Modellkommunen in Deutschland.

Unternehmen im Landkreis sollen gezielt unterstützt werden

Der Fachkräftemangel bleibt für viele Betriebe im Landkreis Osnabrück eine zentrale Herausforderung. Nachwuchskräfte sind knapp, zugleich steigt in vielen Branchen der Druck, offene Stellen verlässlich zu besetzen. Genau hier setzt das neue Modellprojekt zur Fachkräfteeinwanderung an, das der Landkreis Osnabrück gemeinsam mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft WIGOS umsetzt.

Ziel ist es, qualifizierten geflüchteten Menschen aus Drittstaaten berufliche Perspektiven in der Region zu eröffnen und Unternehmen einen strukturierten Zugang zu internationalen Fachkräften zu ermöglichen. Grundlage ist ein internationaler Talentpool mit registrierten Fachkräften mit Fluchthintergrund. Viele von ihnen bringen akademische Abschlüsse, Berufserfahrung und teilweise auch Deutschkenntnisse mit.

Matching, Begleitung und Integration

Nach Angaben der Projektverantwortlichen versteht sich das Angebot als praktische Unterstützung für die Wirtschaft im Osnabrücker Land. Unternehmen mit offenen Stellen können ihren Bedarf an das WIGOS-Fachkräftebüro melden. Dort werden passende Profile identifiziert und mit den Anforderungen der Betriebe abgeglichen.

Begleitet wird der Prozess nicht nur bei der Vermittlung selbst. Geplant ist auch Unterstützung beim Onboarding sowie bei der betrieblichen Integration. Darüber hinaus sollen Anerkennungsfragen frühzeitig geklärt und Sprachförderung flankierend eingebunden werden. Ziel ist eine qualifikationsgerechte Vermittlung mit möglichst hoher Planungssicherheit für beide Seiten.

Landkreis setzt auf langfristige Bindung

Das Projekt ist auf nachhaltige Integration angelegt. Dazu gehört nach Darstellung des Landkreises auch die enge Einbindung bestehender Unterstützungsstrukturen in Städten, Gemeinden und Samtgemeinden. So soll die Grundlage dafür geschaffen werden, dass angeworbene Fachkräfte nicht nur in den Unternehmen ankommen, sondern auch langfristig im Landkreis Osnabrück bleiben.

Unterstützt wird das Modellprojekt von der Robert Bosch Stiftung sowie von den internationalen Partnerorganisationen Talent Beyond Boundaries und Pathways International. Für teilnehmende Unternehmen fallen nach Angaben der Verantwortlichen keine Vermittlungsgebühren an, wie sie bei kommerziellen Recruiting-Agenturen üblich sind. Zu tragen sind lediglich die üblichen Aufwendungen im Zusammenhang mit Anerkennung, Einreise und Integration.

Startphase läuft

Aktuell befindet sich das Vorhaben in der Startphase. Weitere Unternehmen aus dem Landkreis Osnabrück und der Region können sich beteiligen. Für die Wirtschaftsregion zwischen Osnabrück und dem Umland ist das Projekt damit auch ein Signal, neue Wege in der Fachkräftesicherung zu erproben.

Unternehmens-/Veranstalterlink: https://www.wigos.de

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