Publikum und Bühne bei der Hydrogen Cross Border Conference im IT-Zentrum Lingen
Rund 160 Fachleute aus Industrie, Politik und Wissenschaft kamen im IT-Zentrum Lingen zur Hydrogen Cross Border Conference zusammen. Foto: H2-Region Emsland

Wasserstoff-Konferenz in Lingen rückt Preislücke, Wertschöpfung und Fachkräfte in den Fokus

Mehr als 160 Fachleute aus Industrie, Politik und Wissenschaft haben sich in Lingen zur fünften Hydrogen Cross Border Conference getroffen. Im Mittelpunkt standen wirtschaftliche und strukturelle Fragen des Wasserstoffhochlaufs – von wettbewerbsfähigen Preisen über grenzüberschreitende Wertschöpfungsketten bis zum Bedarf an qualifizierten Fachkräften. Die Konferenz unterstrich damit die Rolle des Emslands als deutsch-niederländischer Knotenpunkt der Wasserstoffwirtschaft.

Systemischer Blick auf den Markthochlauf

Die Hydrogen Cross Border Conference im IT-Zentrum Lingen hat den Blick gezielt auf die praktischen Hürden des Wasserstoffmarkts gelenkt. Diskutiert wurden vor allem die wirtschaftliche Preislücke zwischen klimafreundlichen Wasserstofflösungen und bestehenden fossilen Alternativen, der Aufbau belastbarer Wertschöpfungsketten über die Grenze hinweg sowie die Fachkräftesicherung für Industrie und Energiewirtschaft.

Nach Angaben der Veranstalter zeigten Beiträge zu Digestat- und Salzelektrolyse sowie konkrete Geschäftsmodelle für den Mittelstand, dass die technologische Basis vorhanden ist. Entscheidend sei nun, diese Technologien wirtschaftlich tragfähig in die Breite zu bringen.

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit als Standortfaktor

Lingens Oberbürgermeister Dieter Krone hob zur Eröffnung die enge historische und wirtschaftliche Verbindung der Region zu den Niederlanden hervor. „Die Stadt Lingen (Ems) hat bereits seit der Zeit der Oranier eine enge Verbindung mit den Niederlanden“, sagte Krone. Diese Verbindung präge bis heute das Zusammenspiel von Menschen, Industrien und Netzwerken und sei gerade für den Wasserstoffhochlauf von grundlegender Bedeutung.

Auch aus Sicht des Landkreises Emsland steht die Konferenz für eine langfristig angelegte Entwicklung. Erster Kreisrat Martin Gerenkamp verwies darauf, dass mit der H2-Region Emsland bereits vor Jahren die Grundlage für die heutige Zusammenarbeit gelegt worden sei. Die fünfte Ausgabe der Konferenz in Lingen sei deshalb auch ein Signal für Verlässlichkeit in wirtschaftlich und politisch anspruchsvollen Zeiten.

Maritime Logistik als Teil der Wasserstoffkette

Dem Konferenztag in Lingen war ein „Maritime Special“ in Haren vorausgegangen. Dort diskutierten rund 75 Teilnehmende über die Dekarbonisierung der Schifffahrt. Im Kern ging es um die Frage, wie Produktion, Transport und Speicherung von Wasserstoff so aufeinander abgestimmt werden können, dass wirtschaftlich tragfähige Anwendungen entstehen.

Das Fazit der beiden Veranstaltungstage fiel entsprechend klar aus: Nicht einzelne Technologien, sondern das Zusammenspiel der gesamten Kette entscheidet über den Markthochlauf. Dazu zählt neben Infrastruktur und Geschäftsmodellen auch die Verfügbarkeit qualifizierter Fachkräfte, die Projekte vor Ort umsetzen können.

Impulse für den nordwestdeutschen Energiestandort

Für den Nordwesten Deutschlands sendet die Konferenz damit ein deutliches Signal. Regionen wie das Emsland, die über industrielle Strukturen, Energiekompetenz und Nähe zu den Niederlanden verfügen, können beim Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft eine wichtige Rolle übernehmen. Die Veranstalter setzten daher bewusst auf eine ganzheitliche Perspektive – von maritimer Logistik bis zur industriellen Anwendung.

Unternehmens-/Veranstalterlink: https://hydrogen-cross-border.eu/

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