Integrationsfirmen ins öffentliche Bewusstsein rücken!

Detmold. Die Arbeitsgemeinschaft Arbeit (AGA) ist eines der bedeutendsten Integrationsunternehmen in Ostwestfalen-Lippe. Einst als Verein engagierter Bürger und betroffener Familienangehöriger gegründet, gelingt heute der angeschlossenen gemeinnützigen GmbH der Spagat zwischen der Reintegration psychisch und physisch benachteiligter Arbeitnehmer in den Arbeitsprozess und eigenem unternehmerisch erfolgreichen Wirtschaftens.

So das zufriedenstellende Resümee, das Vertreter der SPD-Kreistagsfraktion bei ihrem Arbeitsbesuch beim AGA e.V. diese Woche ziehen konnten.

Auf Einladung der beiden Vereinsvorsitzenden Dr. Lucas Heumann sowie Hermann Hibbeler waren zahlreiche Politiker zum Recyclinghof an der Orbker Straße gekommen – darunter Dr. Axel Lehmann, Vorsitzender des Ausschusses für Soziales und Gesundheit und stellvertretender Landrat des Kreises Lippe sowie Kurt Kalkreuter, Fraktionsvorsitzender der SPD im lippischen Kreistag.

Anlass des Besuchs waren neben der unlängst veröffentlichten „Lahnsteiner Erklärung“ der Bundesarbeitsgemeinschaft für Integrationsfirmen die Überlegungen der AGA zur Expansion an einem neuen Standort und das Werben um mehr Verständnis bzw. Aufmerksamkeit in der öffentlichen Wahrnehmung. Denn neben der gesellschaftspolitisch wichtigen und erfolgreichen Integrationsarbeit von Verein und Unternehmen wird die AGA nicht selten nur als „Abfallsammelstelle“ gesehen.

Dass dies ein oberflächliches Bild ist, zeigten die AGA-Geschäftsführer Jens Fillies und Paul Meier gemeinsam mit den Betriebsleitern Roy Schnormeier (Recycling), Dirk Kramer (Industriemontagen) und Jens Verspermann (Umwelt) den geladenen Gästen. Obwohl beispielsweise die verschiedenen Maßnahmen zur Gewässerrenaturierung inzwischen vielen Lippern ins Auge fallen, verbindet er doch damit schwer das verantwortungsvolle Wirken der AGA.

Kaum bekannt ist bei den Bürgerinnen und Bürgern des Kreises zudem das unternehmerische Wirken der AGA beispielsweise als Lieferant des Blomberger Weltmarktführers Phoenix Contact. Viele aufwändige Kabelmontagen werden dafür von AGA-Mitarbeitern zuverlässig erledigt. Wobei sich die AGA gGmbH jederzeit mit „normalen“, sprich gewinnorientierten Wettbewerbern messen lassen muss. Was erstklassig gelingt, nimmt man die vollen Auftragsbücher einerseits und die Kundenzufriedenheit andererseits zum Maßstab.

Dass die AGA keinen „Sonderstatus“ genießt und sich nur um die gleichen Nachteilsausgleiche bewerben kann wie andere Firmen am ersten Arbeitsmarkt auch, überraschte die Politiker des Landkreises dann doch. Fazit: Das gesamte Team der AGA – bestehend aus 120 Mitarbeitern, davon rund zwei Drittel momentan mit Einschränkungen für den ersten Arbeitsmarkt – kann sehr stolz sein auf das bisher Erreichte.

Dafür stehen verlässliche Partner an ihrer Seite, allen voran der Abfallwirtschaftsverband Lippe, der Kreis, die Städte und Gemeinden sowie das Jobcenter Lippe und die Arbeitsagentur. Noch besser wäre die Verankerung der Arbeit der AGA im öffentlichen Bewusstsein der Menschen des Kreises. Hier gibt es deutlichen Nachholbedarf, wie nicht nur die Lahnsteiner Erklärung hervorhebt. Auch die Entscheidungsträger aus der Politik sehen sich künftig vermehrt in der Pflicht – so ihr Versprechen nach diesem interessanten Gedankenaustausch.

Veröffentlicht von

Peer-Michael Preß

Peer-Michael Preß – Engagement für die Unternehmerinnen und Unternehmer in der Region seit fast 20 Jahren. Als geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG in Detmold ist er in den Geschäftsfeldern Magazin- und Fachbuchverlag, Druckdienstleistungen und Projektagentur tätig. Seine persönlichen Themenschwerpunkte sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien.

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