Innovation ist, was undenkbar erscheint

Kreis Gütersloh. Den laufenden Betrieb der Betonwerk Lintel GmbH & Co. KG konnten die etwa 60 Teilnehmer des Innovations.Kreis.GT in Rheda-Wiedenbrück live miterleben. Nicht nur die querenden LKW, sondern auch der Veranstaltungsraum stellten unter Beweis: Hier wird gearbeitet. So begrüßte Josef Frankenfeld, geschäftsführender Gesellschafter der Betonwerk Lintel GmbH & Co. KG, die Gäste in einer geräumigen Halle direkt neben der laufenden Produktion neuer Betonbauteile.

Dass Beton zwar häufig grau ist, sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass Beton nicht gleich Beton ist. Geschäftsführer Thomas Theilmeier-Aldehoff machte deutlich, warum der Beton aus Lintel weltweit einzigartig ist. Er präsentierte an dem von der pro Wirtschaft GT organisierten Abend, wie eine Idee mit der Hilfe eines Forschungsunternehmens zu einer Innovation werden kann.

Heute wird im Bereich ultrahochfesten Betons oft noch auf ein Gießverfahren gesetzt, das zu massiven Betonblöcken mit hoher Material- und Kostenintensität führt. Um in Zeiten hoher Rohstoff- und Energiepreise kosteneffizient ultrahochfesten Beton in Serienfertigung zu erzeugen, bedurfte es einiger Entwicklungsarbeit. Der aus der Kooperation mit dem Forschungsunternehmen G.tecz entwickelte Beton beeindruckte nicht nur das Patentamt – das die Verwendung von ultrahochfestem Beton in sogenannter „maschineller erdfeuchter Serienfertigung“ für undenkbar hielt – sondern ebenso am Prüfstand. Mit dieser Betontechnologie als Fundament konnte das Betonwerk in Kooperation mit dem Reifenhersteller Continental einen Bordstein entwickeln, der gegen Abrieb und Witterungseinflüsse resistent ist und gleichzeitig Reifen gering belastet. In der Technologie stecke noch Entwicklungspotenzial, so Theilmeier-Aldehoff. „Wir gehen den Schritt. Wir sind überzeugt davon.“

Mit ihm geht Dr.-Ing. Thomas Teichmann von G.tecz, German technologies and engineering conceptz. Ehrfürchtig als „Betonpapst“ angekündigt, machte er seinem Titel alle Ehre. Mit dem Statement: „Wir forschen bei G.tecz am Beton von übermorgen“ begann er seinen Vortrag. Dass G.tecz dabei das Heute nicht aus den Augen verliert, macht deren Erfolgsformel deutlich: Lokal vorhandene Baustoffe auf wissenschaftlichem Weg untersuchen und ein praktisches Ergebnis hervorbringen, das der Mischmeister an der Betonmaschine anwenden kann. Die Ergebnisse sind verblüffend und nicht nur im Baugewerbe anwendbar. So zeigte Teichmann Beispiele für Lampen und Regale aus besonderen Betonsorten.

Matthias Vinnemeier von der pro Wirtschaft GT war beeindruckt von der Vielfalt des Betons: „Dass Beton dermaßen viele Anwendungsmöglichkeiten bietet, auch für Bereiche in denen heute auf Metall und Verbundstoffe gesetzt wird, kann nur ein Hinweis auf seine Rolle als ein Rohstoff der Zukunft sein.“

Die nächste Veranstaltung des Innovations.Kreis.GT findet am 24. September bei der Pfleiderer GmbH in Gütersloh statt.

Veröffentlicht von

Peer-Michael Preß

Peer-Michael Preß – Engagement für die Unternehmerinnen und Unternehmer in der Region seit fast 20 Jahren. Als geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG in Detmold ist er in den Geschäftsfeldern Magazin- und Fachbuchverlag, Druckdienstleistungen und Projektagentur tätig. Seine persönlichen Themenschwerpunkte sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien.

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