Warum muss in Deutschland Wettsteuer gezahlt werden?

Bis zum Ende des vorherigen Jahrtausends glich Deutschland noch eher eine Wüste, was Wett- und Lotterieangebote anging. Freunde des Glücksspiels waren auf die spärlichen Angebote der staatlichen Lotterien angewiesen, die oft auch hinsichtlich der Gewinnquoten nicht sonderlich attraktiv sind. Die Situation änderte sich erst, als das Internet immer weitere Verbreitung fand und nach und nach zahlreiche Buchmacher und Lotterieanbieter auch im Netz an den Start gingen. Und das Angebot war für die Wettfreunde auch äußerst lukrativ. Denn sie mussten in aller Regel keinerlei Gebühren oder Steuern bezahlen, sondern konnten ihren Gewinn in voller Höhe beanspruchen. Das änderte sich erst zum 1. Juli 2012.

Ein neuer Glücksspielstaatsvertrag

Der Grund: An diesem Stichtag trat ein neuer Glücksspielstaatsvertrag in Kraft, wonach auf jede getätigte Wette eine Steuer in Höhe von fünf Prozent anfällt. Zwar treibt der Fiskus diese Steuer direkt beim Buchmacher ein, sind die Tipper sehr wohl indirekt von dieser Neuregelung betroffen. Denn natürlich legen die Buchmacher diese Steuer auf die Quoten um.

Hintergründe zur Wettsteuer

Geregelt ist die Wettsteuer im sogenannten Renwett- und Lotteriegesetz, in welchem geregelt ist, wie Lotterien, Pferderennen und Sportwetten besteuert werden. Und diese Steuer ist nicht gerade unbeträchtlich. Immerhin hat der Fiskus im Jahr 2017 dadurch mehr als 1,8 Milliarden Euro eingenommen. Es handelt sich bei der Wettsteuer allerdings um eine indirekte Steuer, die Einnahmen daraus gehen an die Bundesländer. Das ist jedoch nicht die einzige Belastung für Lotterieanbieter in Deutschland. Diese sind nämlich zusätzlich auch dazu verpflichtet, gemeinnützige Zweckabgaben für kulturelle, denkmalpflegerische, soziale und sportliche Zwecke abzuführen.

Die verschiedenen Facetten der Wettsteuer:

Besteuert werden in Deutschland folgende Arten des Glücksspiels:

– Bei Wetten auf Pferderennen gilt grundsätzlich eine Steuer in Höhe von fünf Prozent.

– Alle Sportwetten, die in Deutschland getätigt werden – auch wenn sie bei ausländischen Anbietern abgeschlossen wurden – unterliegen der Wettsteuer und werden mit fünf Prozent des Einsatzes besteuert.

– Inländische Lotterien unterliegen grundsätzlich der Wettsteuer in Höhe von 20 Prozent des Preises. Für ausländische Lose liegt der Steuersatz bei 25 Prozent.

Wer ist der Steuerschuldner?

Grundsätzlich müssen alle Veranstaltungen, die der Wettsteuer unterliegen, beim Finanzamt gemeldet werden. Jedoch gibt es Unterschiede bezüglich des Steuerschuldners: Bei Ausspielungen, Sportwetten und Lotterien, die innerhalb von Deutschland veranstaltet werden, liegt die Steuerschuld beim Veranstalter. Bei ausländischen Losen ist diejenige Person, welche die Lose ins Inland gebracht hat, der Steuerschuldner, also der Spieler.

So ist die Wettsteuer entstanden

Die Rennwett- und Lotteriesteuer zählt zu den ältesten Steuerarten in Deutschland, denn bereits während des 15. Jahrhunderts wurden in Deutschland Lotterien veranstaltet, um öffentliche Ausgaben in Notfällen bestreiten zu können. Bei der sogenannten Klassenlotterie handelt es sich um eine italienische Erfindung, die im Lauf des 18. Jahrhunderts auch in Österreich und in Deutschland in Form des Zahlenlottos übernommen wurde. Zunächst oblag die Besteuerung der Lotterien allerdings noch den jeweiligen Landesfürsten. Eine bundesweit einheitliche Regelung wurde erst in den 1880er Jahren gefasst. In seiner heutigen Form verabschiedete man das Rennwett- und Lotteriegesetz 1922, das seitdem nur in Details verändert und angepasst wurde. Beispielsweise wurden Fußballwetten erst nach dem Zweiten Weltkrieg besteuert. In größerem Umfang wurde das Gesetz durch den Deutschen Bundestag erst im Sommer 2012 geändert.

Gibt es Anbieter, bei welchen keine Wettsteuern erhoben werden?

Wettfreunde finden im Internet aber sehr wohl Anbieter, bei welchen Lotterien und Wetten ohne Wettsteuer möglich sind. Jedoch ist das Angebot auf dem Markt zu vielfältig und unübersichtlich, als dass sich der Verbraucher einen Überblick darüber ohne großen Aufwand verschaffen könnte. Auf dem Portal wettsteuer.com finden interessierte Lotteriefreunde deshalb eine Übersicht über Anbieter, bei welchen keine Wettsteuer erhoben wird. Wer sich für einen dieser Anbieter entscheidet, hat also letztlich mehr Geld für seinen Einsatz zur Verfügung und hat dementsprechend natürlich auch bessere Gewinnchancen.

Ein Vergleich der Wettsteuer lohnt sich

Anfänger, die in die Welt der Lotterie einfach nur für ihr Freizeitvergnügen einsteigen, achten vermutlich lediglich auf die Quote, welche die verschiedenen Anbieter festgelegt haben. Profis wissen aber sehr wohl, dass sie nicht nur auf die Quote schielen, sondern auch einen Wettsteuer Vergleich machen sollten. Schließlich wird die Steuer von ihrem Einsatz abgezogen, sodass für den Einsatz letztlich weniger Geld zur Verfügung steht, was natürlich auch die mögliche Gewinnsumme empfindlich mindert.

Der Grund für die Besteuerung liegt darin, dass auch ausländische Anbieter in Schleswig-Holstein lizenziert sein müssen, wodurch die Geschäftstätigkeit natürlich auch für die Finanzämter transparent wird. Es gibt allerdings eine ganze Reihe von Anbietern, welche die Wettsteuer für ihre Kunden übernehmen. Die Lotteriefreunde können sich also voll und ganz darauf konzentrieren, das Angebot mit der besten Quote zu finden und müssen nicht auch noch suchen, bei welchem Lotterie- oder Wettangebot die Steuerlast am geringsten ist. Allerdings haben diese Anbieter oftmals Mindestanforderungen, was die Einsätze angeht.

Lässt sich die Wettsteuer auch anderweitig umgehen?

Einen Anbieter zu suchen, der die Wettsteuer selbst übernimmt, ist natürlich der einfachste Weg. Allerdings ist es auch möglich, seine Einsätze über Praxy oder VPN über eine ausländische Computer-IP zu platzieren. Eine weitere Möglichkeit besteht in der Auswahl der Sportwetten, weil so mancher Anbieter bei einigen Angeboten darauf verzichtet, die Wettsteuer beim Kunden einzuholen. Eine weitere Möglichkeit, um die Wettsteuer zu umgehen, besteht darin, einen Anbieter auszuwählen, der seinen Sitz außerhalb der europäischen Grenzen hat und somit oftmals auf das Erheben der Steuer von ihren Kunden verzichten.

Allerdings haben diese Anbieter oftmals auch gravierende Nachteile. Beispielsweise lässt sich er Support oft nur schlecht erreichen oder die Mitarbeiter sprechen nicht deutsch. Hat der Kunde ein Problem mit dem Platzieren eines Einsatzes, kann der Support oft entweder gar nicht helfen oder die Problemlösung ist nur äußerst umständlich möglich. Darüber hinaus sind die Seiten dieser Anbieter oft äußerst unübersichtlich und der Besucher läuft unter Umständen Gefahr, auf ein unseriöses Angebot herein zu fallen. Ein weiteres Manko: Sollte es Probleme bei der Auszahlung geben, ist es für den Kunden oft äußerst schwierig, an seinen Gewinn zu kommen. Denn um einen Gewinn bei ausländischen Anbietern außerhalb Europas einklagen zu können, braucht der Kunde nicht nur einen deutschen Rechtsanwalt, sondern auch einen Anwalt, der eine Zulassung in jenem Land hat, in welchem der Anbieter sitzt. Das kostet – mit einer ungewissen Erfolgsgarantie – oftmals um einiges mehr als die Wettsteuer bei einem deutschen oder europäischen Anbieter.

Veröffentlicht von

Peer-Michael Preß

Peer-Michael Preß – Engagement für die Unternehmerinnen und Unternehmer in der Region seit fast 20 Jahren. Als geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG in Detmold ist er in den Geschäftsfeldern Magazin- und Fachbuchverlag, Druckdienstleistungen und Projektagentur tätig. Seine persönlichen Themenschwerpunkte sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien.

Sie erreichen Peer-Michael Preß unter:

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