Wissensmanagement im Unternehmen

Kreis Gütersloh. Zum diesjährigen Auftakt der Transferreihe „Innovations.Kreis.GT“ gewährte Daniel Hüttenhölscher, Geschäftsführer des Familienunternehmens Hüttenhölscher Maschinenbau GmbH & Co. KG, Einblick in das Wissensmanagement des 1981 gegründeten Verler Unternehmens. „Kommunikation ist eigentlich gar nicht unsere Stärke“, begann er seinen Vortrag, an dessen Ende das Gegenteil bewiesen wurde.

Nach den Anfangsjahren wurde schließlich die Landwirtschaft aufgegeben und „die letzten Kühe vom Hof getrieben“, so dass man sich bei Hüttenhölscher vollends zum Sondermaschinenbau bekannte. Durch den stetigen Wachstum des Unternehmens in den vergangenen Jahren und die immer umfangreicheren Projekte musste der Informationsfluss im Unternehmen angepasst werden. Hüttenhölscher fährt die Strategie, dass ein verantwortlicher Mitarbeiter ein Projekt von Auftragserteilung bis Auslieferung begleitet. Darum musste ein Weg gefunden werden, um das jeweilige projektspezifische Wissen auch allen anderen Mitarbeitern zugänglich zu machen. Das Problem dabei ist insbesondere das sogenannte stille oder implizite Wissen – das gibt es nämlich nur in den Köpfen einzelner Mitarbeiter und nicht auf Papier. Um dieses Wissen zu mobilisieren und jedem Mitarbeiter zugänglich zu machen, arbeitet Hüttenhölscher mit kleinen Maßnahmen zur Standardisierung, Koordinierung und Transparenz. Die Kombination aus einem einheitlichen System zur Wissensaufnahme und -ablage und regelmäßigen gezielten Gesprächsrunden hat drei deutlich wahrnehmbare Effekte: Lösungen können effizient gemeinschaftlich erzeugt werden, alle Mitarbeiter bewahren den Überblick über den Projektverlauf und Fehler können frühzeitig erkannt werden.

Professor Jörg Wollert, von der Fachhochschule Bielefeld und Moderator der Veranstaltung, nahm den Impuls von Daniel Hüttenhölscher auf und Übergab den Staffelstab an den zweiten Referenten des Abends, Professor Christoph Brake von der Fachhochschule des Mittelstands (FHM) in Bielefeld. Brake nutzte die Vorlage aus dem Hause Hüttenhölscher, um der Praxis des Wissensmanagements ein wissenschaftlich-theoretisches Fundament zu geben. Die FHM ist nicht im Elfenbeinturm beheimatet“, sagte Brake. Wissensmanagement sei Kommunikationsmanagement, man müsse die Menschen zusammenbringen. Daher sei es von Bedeutung, dass die Wissensträger in einem Unternehmen ihr Wissen miteinander teilen, um es so zu vermehren. „Die intensive Diskussion unter den Teilnehmenden zeigt, wie wichtig das Thema Wissensmanagement ist, aber auch, dass es noch viel in den Unternehmen zu tun gibt“, so Dr. Andrea Kaimann, Organisatorin des Innovations.Kreis.GT. So ist auch der Innovations.Kreis.GT eine Form des Wissensmanagements, denn wenn Informationen ausgetauscht werden – sei es betriebsintern oder bei Veranstaltungen wie dem Innovations.Kreis.GT – kann sich Wissen vermehren. Und damit wird auch die Innovationsfähigkeit der Teilnehmenden gesteigert.

Der nächste Innovations.Kreis.GT findet am 5. Juni bei der ALPHAMATIC Maschinenbau GmbH in Herzebrock-Clarholzstatt. Weitere Informationen gibt es bei Dr.-Ing. Andrea Kaimann, Telefon 05241/851091, andrea.kaimann@pro-wirtschaft-gt.de.

 

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Peer-Michael Preß

Peer-Michael Preß

Die Themenschwerpunkte des Autors sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien und deren Umsetzung in der Praxis. Seid dem Jahr 2000 ist er geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG mit den Tätigkeitsbereichen Buch- und Zeitschriftenverlag, Druckerei und Medienagentur. Er absolvierte die Ausbildung zum Verlagskaufmann in der Gundlach Gruppe, Bielefeld, und schloss erfolgreich ein Studium zum Betriebswirt mit Abschlussarbeit im Bereich Marketing zum Thema „E-Commerce in der graphischen Industrie“ ab.

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