Wissenschaftsministerium NRW und Stifterverband fördern digitale Lehre

Prof. i.V. Hans Sachs, (Foto: Hochschule OWL)
Prof. i.V. Hans Sachs, (Foto: Hochschule OWL)

Ein neues Fellowship-Programm unterstützt NRW-weit 46 Lehrende bei der Einführung innovativer digitaler Lehrvorhaben an Hochschulen. Darunter ist mit Prof. i.V. Hans Sachs auch ein Antragssteller der Hochschule OWL. Für die Umsetzung seines Konzeptes am Fachbereich Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur erhält der Inhaber des Lehrgebiets CAD knapp 47.000 Euro. Die Fellowships werden jährlich ausgeschrieben. Insgesamt hatten sich Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen von 20 Hochschulen in NRW beworben.

Mit einem Fördervolumen von insgesamt zwei Millionen Euro jährlich wollen der Stifterverband und das NRW-Wissenschaftsministerium die Digitalisierung in der Lehre durch beispielgebende Konzepte bereichern und vorantreiben. „Digitalisierung erweitert die Möglichkeiten in der Lehre. Personalisierte Lehrformate und die Flexibilisierung des Studiums kommen besonders den Studierenden zugute, die etwa parallel zu einer Berufstätigkeit oder familiären Verpflichtungen studieren. Somit trägt die Digitalisierung zu mehr Bildungsgerechtigkeit in unserem Land bei“, sagte Wissenschaftsministerin Svenja Schulze in einer Pressemitteilung.

Prof. i.V. Dipl.-Ing. Hans Sachs hatte sich mit dem Projekt „Industrie 4.0 in der Lehre – Kooperatives Entwerfen in virtuellen und vernetzten Räumen“ beworben. Im Kontext der Industrie-4.0- Bewegung etablieren sich gerade digitale Technologien in der Entwicklung und der Fabrikation von industriellen sowie handwerklichen Produkten. Auch in der Architektur verschmelzen Entwicklungs-, Planungs- und Fertigungsprozesse durch Automation und digitale Vernetzung. Das Projekt befasse sich mit der simultanen, gemeinschaftlichen Entwicklung, Modellierung und Repräsentation von Architektur in virtuellen Räumen, so Sachs. Ziel sei es, die Zusammenarbeit und Interaktion zwischen den Studierenden zu intensivieren und durch den Einsatz innovativer Bedienschnittstellen- und Projektionstechnologien in der Lehre zu etablieren.

„Meine größte Motivation besteht darin, Studierenden die Basis und den kreativen Umgang mit digitalen Methoden und Arbeitsweisen zu vermitteln und ihnen einen offenen, reflektierten Umgang mit innovativen Technologien zu ermöglichen“, erläutert Sachs. Weiterer Beweggrund seiner Arbeit: „Ich bin davon überzeugt, dass die Verzahnung von Lehre und Praxis einen unabdingbaren Faktor in digitalen Entwicklungsprozessen darstellt. Studierende können dadurch ihr Wissen verfestigen, Innovationen erproben und schließlich Kontakte zum zukünftigen Arbeitsmarkt aufbauen.“

Die einjährige Projektförderung hat am 1. Januar 2017 begonnen. Die Fördersumme ist zweckgebunden für die Anschubfinanzierung der geplanten Lehrinnovation. Prof. i.V. Sachs möchte von dem zugesprochenen Geld unter anderem Virtual Reality-Brillen anschaffen sowie PCs und 3D-Modelling- Software. Die Fellowship umfasst ein zweitägiges Fellow-Treffen pro Semester sowie eine öffentliche Lehr-/Lernkonferenz pro Jahr, bei der die Lehrinnovationen vorgestellt werden. Vom Austausch mit den anderen Fellows des Programms verspricht sich Sachs zum einen „eine Verstetigung sowie eine Erweiterung meiner kooperativen Lehrmethoden, die ich bereits erfolgreich im Bachelor- sowie Masterstudiengang einsetze. Dazu sehe ich die Möglichkeit, innovative Techniken wie Virtual Reality und Augmented Reality sowie bisher in der Architektur wenig verbreitete digitale Benutzer-Schnittstellen durch eine gezielte Kombination von bestehenden, funktionierenden Werkzeugen in der Lehre experimentell zum Einsatz zu bringen. In der CAD-Lehre ist dies besonders gut möglich, da in der Bearbeitung eines Projektes meist auf bestimmte Projektphasen fokussiert wird.“

Unterstützt wurde der Antrag von Kieu-Anh To mit Knowhow zu innovativen Lehrformaten und von Theresa Kellner (beide Hochschule OWL) durch fachlichen Input wie organisatorische Umsetzungsstrategien.

Hintergrund:

Dipl.-Ing. Hans Sachs hat seit dem Wintersemester 2015/16 in Vertretung die Professur für das Lehrgebiet CAD am Fachbereich Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur der Hochschule Ostwestfalen-Lippe (HS OWL) inne. Die Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur ist die größte Fakultät für Innenarchitektur in Deutschland. Sie profitiert von einer 120‐jährigen Lehrtradition auf dem Feld der Gestaltung. Mit ihren drei Studienrichtungen Innenarchitektur, Architektur und Stadtplanung bietet sie die gesamte Bandbreite der architektonischen Ausbildung ‐ vom Stuhl bis zur Stadt. An der Detmolder Schule sind im Wintersemester 2016/17 etwa 1380 Studierende eingeschrieben. An der Hochschule Ostwestfalen-Lippe studieren insgesamt derzeit 6500 Studierende in neun Fachbereichen. Die vier Standorte der Hochschule OWL sind Lemgo, Detmold, Höxter und Warburg.

www.hs-owl.de

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