Vitrimere: Mit neuer Kunststoffklasse gegen die Plastikflut

Angenommen ein Kratzer am Auto oder ein kaputtes Spielzeug könnten mit einem Wundermaterial ganz einfach „geheilt“ werden: Inspiriert von der Vision einer derartigen Substanz gelang Ludwik Leibler und seinem Team, François-Genes Tournilhac und Corinne Soulié-Ziakovic, im Jahr 2011 ein Coup: Sie entwickelten mit den Vitrimeren eine neue Kunststoffklasse. Dieses Material ist nicht nur leicht, robust und formbar, sondern entfaltet unter Hitze zusätzlich Selbstheilungskräfte.

Zudem ist der Kunststoff durch die guten Recyclingeigenschaften sehr umweltfreundlich. Die bedeutungsvolle Entdeckung der Vitrimere revolutionierte die Polymerindustrie und machte den in Polen geborenen französischen Spitzenforscher Ludwik Leibler (63) weltberühmt.

Für diese Leistung hat ihn das Europäische Patentamt (EPA) als einen von drei Finalisten für den Europäischen Erfinderpreis 2015 in der Kategorie „Forschung“ nominiert. Am 11. Juni 2015 wird die begehrte Auszeichnung im Rahmen eines Festakts in Paris zum zehnten Mal verliehen.

„Durch die Innovation von Ludwik Leibler können Unmengen von Plastikmüll vermieden werden“, sagte EPA-Präsident Benoît Battistelli bei der Bekanntgabe der Finalisten für den Europäischen Erfinderpreis 2015. „Die Formbarkeit des Materials eröffnet zudem neue, ungeahnte Möglichkeiten für die Industrie. Ludwik Leiblers Forschungsarbeiten sind Wegbereiter einer neuen Generation von Kunststoffen.“

Veröffentlicht von

Sascha Brinkdöpke

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