Unbegründete Angst vor Motorschäden macht E10 zum Ladenhüter

Unbegründete Angst vor Motorschäden macht E10 zum Ladenhüter Berlin (dapd). Die umstrittene Benzinsorte Super E10 verkauft sich auch über ein Jahr nach ihrer Einführung an den deutschen Tankstellen nur schleppend. Laut einer am Montag vorgestellten TNS-Infratest-Umfrage aus dem Mai 2012 im Auftrag des Bundesverbands der deutschen Bioethanolwirtschaft (BDBE) haben 66 Prozent der Autofahrer den sogenannten „Bio-Sprit“ noch nie getankt. Im Juli des vergangenen Jahres seien es noch 75 Prozent aller Pkw-Halter gewesen. Trotz des leichten Akzeptanzzuwachses und der inzwischen flächendeckenden Verfügbarkeit des Benzins mit dem höheren Bioethanol-Anteil sei ein großer Teil der Bevölkerung im Zusammenhang mit E10 nach wie vor „stark verunsichert“, sagte BDBE-Geschäftsführer Dietrich Klein in Berlin. Der Marktanteil von E10, das nach Verbandsangaben im Schnitt drei bis vier Cent günstiger als herkömmliches Super 95 ist, beträgt laut ADAC derzeit nur rund 13 Prozent. Mineralölhersteller wie Total hatten nach eigenen Angaben mit 80 Prozent Marktanteil gerechnet. Hauptgrund für die ablehnende Haltung der Autofahrer sind laut Umfrage nicht etwa Bedenken am Umweltnutzen, sondern die Sorge, dass ihr Auto den neuen Sprit nicht verträgt. Angst vor Motorschäden gaben demnach 73 Prozent der E10-Verweigerer als Grund für ihre Zurückhaltung an. Dabei seien laut Automobilverbänden gerade einmal zehn Prozent des Fahrzeugbestandes auf deutschen Straßen nicht E10-tauglich. „Das ist ein Punkt, der muss zu denken geben“, betonte Klein. Er plädierte für eine bessere Informationspolitik der Automobilindustrie. „Kommunikation über das Internet reicht nicht“, sagte der BDBE-Geschäftsführer. Dies müsse an den Tankstellen, „besonders aber in den Autowerkstätten“ geschehen. Ungeachtet der Bedenken sei die Biosprit-Beigabe sei ein „ganz wichtiger Beitrag“ zur „Treibhausgasverringerung“ und der „Energiewende im Straßenverkehr“. Das sieht der ADAC im Prinzip genauso: „Unserer Meinung nach gibt es keinen Grund, E10 nicht zu tanken, wenn das Auto es verträgt“, sagte ADAC-Sprecher Andreas Hölzel am Montag auf dapd-Anfrage. Hauptgrund für die unverändert ablehnende Haltung der meisten Autofahrer seien aber nicht technische Bedenken, sondern große Versäumnisse bei der Markteinführung von E10. „Da ist einfach zu viel schiefgelaufen“, sagte der ADAC-Sprecher. Nun sei es „Sache der Mineralölwirtschaft, das Versäumte nachzuholen und „Aufklärungsarbeit zu betreiben“. Dabei sei „langer Atem“ gefragt. In der E10-Einführungsphase häufig geäußerte Bedenken von Umweltverbänden, wonach durch Biosprit-Ackerpflanzen Flächen für Lebensmittelsherstellung blockierten und somit indirekt der Hunger in der Welt geschürt werde, will der BDBE-Geschäftsführer nicht gelten lassen. Überschuss-Getreide aus Europa in Hungerländer zu exportieren, sei „nicht die Antwort“ auf das Welternährungsproblem. Auch die Sorge vor Mehrverbrauch durch E10 sei unbegründet. „Das hat mit der Realität nichts zu tun“, sagte Klein. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

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Peer-Michael Preß

Die Themenschwerpunkte des Autors sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien und deren Umsetzung in der Praxis.

Seitb 20 Jahren ist er geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG mit den Tätigkeitsbereichen Buch- und Zeitschriftenverlag, Druckerei und Medienagentur.

Er absolvierte die Ausbildung zum Verlagskaufmann in der Gundlach Gruppe, Bielefeld, und schloss erfolgreich ein Studium zum Betriebswirt mit Abschlussarbeit im Bereich Marketing zum Thema „E-Commerce in der graphischen Industrie“ ab.

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