Teure Rohstoffe verhageln Oetker den Gewinn

Bielefeld (dapd). Oetker kämpft mit steigenden Rohstoffpreisen. Zwar erzielte die Gruppe 2011 ein Umsatzplus gegenüber dem Vorjahr von 5,9 Prozent auf zehn Milliarden Euro, der Gewinn ging jedoch wegen steigender Treibstoffpreise im umsatzstärksten Segment der Schifffahrt zurück, wie aus der am Dienstag in Bielefeld vorgestellten Bilanz hervorgeht. Auch Preiserhöhungen bei Rohstoffen wie Butter und Zucker belasteten das Konzernergebnis. Im Ausland ging der Umsatz um 0,3 Prozent auf 66,3 Prozent zurück.

Dennoch sagte Unternehmenschef Richard Oetker: „Die Oetker-Gruppe hat das Geschäftsjahr 2011 mit einem zufriedenstellenden Ergebnis abgeschlossen.“ Zum Gewinn macht das Familienunternehmen aber traditionell keine Angaben. Trotz einer Steigerung des Gesamtumsatzes in der Schifffahrtsgruppe um 7,3 Prozent auf 4,8 Milliarden Euro verzeichnete die Containerschifffahrt Hamburg Süd aufgrund steigender Treibstoffkosten einen „spürbaren Ergebnisrückgang“, wie Finanzvorstand Ernst F. Schröder sagte. Die wachsenden Ausgaben in der Schifffahrt seien ein Grund für den Verkauf von vier Schiffen im Januar und Februar 2012 gewesen. „Aufgrund des starken Gewinnrückgangs in der Schifffahrtsgruppe ist auch der Gewinn der gesamten Oetker-Gruppe rückläufig“, sagte ein Sprecher. Der Umsatz der Schifffahrtsgruppe ist im Oetker-Konzern mehr als doppelt so hoch wie der des Lebensmittelgeschäfts. Im zweitstärksten Oetker-Bereich, den Nahrungsmitteln, stieg der Umsatz um 0,8 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro. Bereinigt um Währungs- und sonstige Effekte betrug das Plus 2,3 Prozent. Nachdem es bereits 2011 deutliche Preiserhöhungen von wichtigen Rohstoffen wie Butter und Zucker gab, prognostizierte Oetker weitere Steigerungen im Rohstoffbereich, die an die Kunden weitergegeben werden sollen. Nach dem Verkauf der Joghurt-Sparte Onken im Vorjahr setzt Oetker neben Pudding- und Backprodukten zunehmend auf das Tiefkühlpizza-Geschäft. In Spanien und in Finnland konnte sich Dr. Oetker bereits als Nummer eins in diesem Segment behaupten. Das Pizzageschäft wurde zudem auf den brasilianischen, südafrikanischen, australischen und asiatischen Markt ausgedehnt. „In China haben wir mit einer Mikrowellen-Pizza begonnen, weil Chinesen in der Regel keine Backöfen haben“, sagte Oetker.

Veröffentlicht von

Peer-Michael Preß

Die Themenschwerpunkte des Autors sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien und deren Umsetzung in der Praxis.

Seitb 20 Jahren ist er geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG mit den Tätigkeitsbereichen Buch- und Zeitschriftenverlag, Druckerei und Medienagentur.

Er absolvierte die Ausbildung zum Verlagskaufmann in der Gundlach Gruppe, Bielefeld, und schloss erfolgreich ein Studium zum Betriebswirt mit Abschlussarbeit im Bereich Marketing zum Thema „E-Commerce in der graphischen Industrie“ ab.

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