Technologie aus Emsbüren in Russland

Wirtschaft Regional sprach mit Günther Schmidt, Inhaber der Schmidt GmbH, über Produkte und Leistungen im Unternehmen.

Herr Schmidt, wie ist die Schmidt GmbH aufgestellt und was bieten Sie Ihren Kunden?
Unser Unternehmen mit Sitz in Emsbüren ist weltweit agierend. Wir konstruieren, gestalten und fertigen technische Kunststoff-Formteile für die Automobil-, Elektro- und Druckmaschinenindustrie.
Neben dem eigenen Sortiment für den Schaltanlagenbau, wie Stützisolatoren im Niederspannungsbereich von ein bis drei Kilovolt und Sammelschienenhalter fertigen wir kundenspezifische technische Spritzgussteile. Ungefüllte, gefüllte sowie modifizierte Kunststoffe werden verarbeitet. Zusätzlich zu den Standardkunststoffen bietet unser Unternehmen fast alle Arten der Duroplastverarbeitung an.

Wie ist Ihr Unternehmen mit Russland in Verbindung zu bringen?
Jahrzehntelange Erfahrung auch auf dem Gebiet der Werkzeugentwicklung sowie eine breit gefächerte Vielfalt an zur Verfügung stehenden Bearbeitungstechniken wie zum Beispiel das CNC-Fräsen auf einem 3-Achsen-Bearbeitungszentrum, das CNC-Drehen, Ultraschallschweißen, Gleitschleifen, Tempern, Strahlen und vieles mehr überzeugten auch die Ingenieure in Russland, die bereits seit vielen Jahren das spezielle Know-how unseres Betriebes auf dem Gebiet der Kunststoffverarbeitung zu schätzen wissen.

Wie kommen das Land Russland und die angesprochene Duroplastverarbeitung nun zusammen?
Da kann ich Ihnen ein gutes Beispiel aus unserer Praxis nennen: Sprechmeldeanlagen auf Ölplattformen müssen hohe Sicherheitsanforderungen erfüllen. Dem Explosions- und Brandschutz muss Rechnung getragen werden. Techniker und Ingenieure der Schmidt GmbH haben die Herausforderung angenommen und nach wochenlangen Entwicklungen schließlich das entsprechende Werkzeug zur Herstellung des Gehäuses konstruiert und nach Fertigstellung desselben durch einen Werkzeugbauer die Sprechmeldeanlage aus BMC (ungesättigtes Polyesterharz) fertigen können. Mehrere Tausend Anlagen verlassen das Werk in Emsbüren jährlich, um auf Ölplattformen der „salzigen“ Umgebung Paroli bieten zu können. Aber nicht nur auf Ölplattformen, sondern auch im Bergbau und in Kraftwerken konnte unsere Technik überzeugen.

Erzählen Sie uns bitte noch etwas über die Herstellung der Anlagen.
Die Ober- und Unterteile der Sprechmeldeanlagen werden auf einer Hydraulikpresse mit einer Zuhaltekraft von 200 to gepresst. Neben Pressen in der Größenordnung 40 – 200 Tonnen stehen uns auch modernste Spritzgussmaschinen mit einer Zuhaltekraft von 22 bis 400 to zur Verfügung.

Wir stellen zudem fest, dass das hier zur Anwendung gekommene Duroplaste-Verpressen derzeit eine wahre Renaissance erlebt. Eine höhere Festigkeit, Formbeständigkeit, Hitze- und Kältebeständigkeit sowie ein deutlich geringerer Materialpreis gegenüber vergleichbaren thermoplastischen Formmassen lassen kaum eine Alternative zu.

Herr Schmidt, ich danke Ihnen für das Interview.

Veröffentlicht von

Peer-Michael Preß

Die Themenschwerpunkte des Autors sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien und deren Umsetzung in der Praxis.

Seitb 20 Jahren ist er geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG mit den Tätigkeitsbereichen Buch- und Zeitschriftenverlag, Druckerei und Medienagentur.

Er absolvierte die Ausbildung zum Verlagskaufmann in der Gundlach Gruppe, Bielefeld, und schloss erfolgreich ein Studium zum Betriebswirt mit Abschlussarbeit im Bereich Marketing zum Thema „E-Commerce in der graphischen Industrie“ ab.

Sie erreichen Peer-Michael Preß unter:

m.press@press-medien.de
www.press-medien.de

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