Strompreise 2017: Droht neuer Preisschock?

© istock.com/micha360
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Nachdem die ständig steigenden Strompreise über Jahre hinweg mediales Dauerthema waren, ist es in den letzten zwei Jahren ruhig geworden. Paradoxerweise liegt dies nicht daran, dass die leidige EEG-Umlage korrigiert wurde, sondern dass die Strompreise an der Börse so stark gesunken sind, dass die Preise insgesamt gesehen stabil blieben. Dies könnte sich ab 2017 jedoch wieder ändern und sollte auch Verbraucher in der Region aufhorchen lassen.

Strompreise um die Hälfte gesunken

In den letzten Jahren sind die Strompreise in ganz Europa um etwa die Hälfte gefallen. Grund dafür ist das große Überangebot, das durch das ständige Wachstum der erneuerbaren Energien entstand. Mittlerweile wurden die Kapazitäten jedoch soweit gedrosselt, dass die Preise allmählich wieder anziehen – was sich schon 2017 an steigenden Strompreisen bemerkbar machen könnte. Die EEG-Umlage, die um ganze 0,07 Cent pro Kilowattstunde gesunken ist, dürfte ebenfalls wieder steigen, denn die Regierung treibt den Ausbau des Ökostroms unverdrossen voran. Dies führt dazu, dass die Stromnetzbetreiber ihre Netze für sehr viel Geld ausbauen müssen – Kosten, die natürlich an den Endkunden durchgereicht werden.

Europaweit liegt Deutschland bei den Strompreisen auf dem zweiten Platz, wie das österreichische Blatt Die Presse ermittelte. Teurer ist der Strom nur noch in Zypern, wo die Einwohner 28,20 Euro für 100 Kilowattstunden hinblättern müssen, während es in Deutschland „nur“ 28,10 Euro sind. Zum Vergleich: Im Nachbarland Frankreich zahlen Kunden gerade einmal 14,10 Euro und damit etwa die Hälfte.

Stromsparpotenzial zu Hause ermitteln

Seit Jahren werden Verbraucher gebetsmühlenartig aufgefordert, den Anbieter zu wechseln, um die Branchengrößen verstärktem Konkurrenzdruck auszusetzen. Doch insgesamt gesehen sind die Preisunterschiede oft zu gering, um dieses Risiko einzugehen, und diverse Pleiten haben die Menschen vorsichtig werden lassen. Kunden des insolventen Stromanbieter Flexstroms warten auch heute noch auf ihr Geld.

Sinnvoller kann das bewährte Strom sparen zu Hause sein, denn in den letzten Jahren hat die Zahl der Stromfresser in den meisten Privathaushalten stark zugenommen. Immer mehr Laptops, Smartphones, Spielkonsolen und Fernseher hängen an den Stromnetzen und laufen im Dauerbetrieb auf Standby. Und auch wenn der alte stromfressende Kühlschrank gegen ein moderneres energieeffizientes Gerät ausgetauscht wird, hilft dies wenig, wenn zugleich durch die Digitalisierung des Haushaltes und das sogenannte Internet der Dinge immer neue Stromfresser im Standby-Betrieb Einzug halten. Klagen über die überhöhten Strompreise in Deutschland und die EEG-Umlage mögen ihre Berechtigung haben, doch Verbraucher sollten durchaus auch einmal den eigenen Stromverbrauch auf den Prüfstand stellen.

Veröffentlicht von

Peer-Michael Preß

Die Themenschwerpunkte des Autors sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien und deren Umsetzung in der Praxis.

Seitb 20 Jahren ist er geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG mit den Tätigkeitsbereichen Buch- und Zeitschriftenverlag, Druckerei und Medienagentur.

Er absolvierte die Ausbildung zum Verlagskaufmann in der Gundlach Gruppe, Bielefeld, und schloss erfolgreich ein Studium zum Betriebswirt mit Abschlussarbeit im Bereich Marketing zum Thema „E-Commerce in der graphischen Industrie“ ab.

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