Sportwetten: So kommt die Quote zustande

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Mit Sportwetten Geld verdienen? Dank des einfachen Zugangs zu Online-Wettportalen ist die Versuchung näher denn je. Doch neben sportlichem Fachwissen ist es ratsam, die Hintergründe von Wettquoten zu verstehen – nur damit können Spieler nämlich einschätzen, wie lukrativ eine Quote tatsächlich ist.

Schritt für Schritt zur Wahrscheinlichkeit: So geht es

Im Fußball gibt es meistens eine klare Rollenverteilung. So sind Wetten auf den BVB oft eine einseitige Angelegenheit: Am kommenden Spieltag empfangen die Dortmunder zu Hause Bayer 04 Leverkusen und haben dabei eine Siegquote von 1.60, während die Chancen auf einen Leverkusener Auswärtssieg mit 5.50 beziffert wird. Die Quote für ein Unentschieden liegt bei 4.00.

Für Wett-Fans bedeutet das, dass mit einem Leverkusen-Sieg deutlich mehr Geld zu verdienen ist, da dieses Ereignis als eher unwahrscheinlich eingeschätzt wird. Die Wahrscheinlichkeiten sind bei der Entstehung von Wettquoten also alles entscheidend und wer es genauer wissen möchte, der kann mithilfe der Quoten sogar näherungsweise ausrechnen, wie hoch der Buchmacher die Chancen einschätzt.

Dafür sind nur im Beispiel der 3-Weg-Wette nur wenige Schritte nötig. Zuerst teilt man die Quote durch einen Wert, der kleiner als 1 ist, beispielsweise 0,85 oder 0,9. Diesen Wert hat der Buchmacher nämlich vorher fix festgelegt und er entscheidet darüber, welcher Prozentsatz der Einnahmen als Gewinn ausgeschüttet wird. Die sogenannte faire Quote für einen Dortmunder Heimsieg wird damit zu 1,77 (bei 0,9) oder 1,88 (bei 0,85).

Die Berechnung der Wahrscheinlichkeiten ist nun nicht mehr weit entfernt: Man teilt 100 durch die faire Wettquote, um die anfänglich angenommene Wahrscheinlichkeit zu erhalten. Bei einer fairen Wettquote von 1,77 sind das rund 56,5 Prozent, bei 1,88 sind es 53,2 Prozent. Analog lassen sich auch die Wahrscheinlichkeiten für die beiden anderen Ereignisse, also Sieg Leverkusen und Unentschieden, ermitteln. In der Summe addieren sich alle Wahrscheinlichkeiten zu 100 Prozent.

So lässt sich die Wahrscheinlichkeit anwenden

Nach der Ermittlung der Wahrscheinlichkeit, die wegen dem unbekannten Multiplikator (im gezeigten Beispiel 0,85 oder 0,9) nie exakt, sondern nur ungefähr berechnet werden kann, folgt der Vergleich mit der eigenen Einschätzung der Wahrscheinlichkeit. Ist diese kleiner als die des Buchmachers, erscheint die Quote weniger attraktiv als wenn sie deutlich höher als die des Buchmachers ist.

Mit dieser Methode lassen sich Favoriten- und Außenseitertipps besser einschätzen; über die Summe aller Spiele kann das einen Vorteil bedeuten, doch wie immer im Sport und im Glücksspiel gilt, dass es keine Garantien gibt.

Veröffentlicht von

Peer-Michael Preß

Die Themenschwerpunkte des Autors sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien und deren Umsetzung in der Praxis.

Seitb 20 Jahren ist er geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG mit den Tätigkeitsbereichen Buch- und Zeitschriftenverlag, Druckerei und Medienagentur.

Er absolvierte die Ausbildung zum Verlagskaufmann in der Gundlach Gruppe, Bielefeld, und schloss erfolgreich ein Studium zum Betriebswirt mit Abschlussarbeit im Bereich Marketing zum Thema „E-Commerce in der graphischen Industrie“ ab.

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