Sondereffekt lässt Gewinn der Porsche Holding schmelzen

Stuttgart (dapd). Starke Zahlen zu Jahresbeginn bei Volkswagen und der Porsche AG haben der Beteiligungsgesellschaft Porsche Automobil Holding einen Gewinn von 327 Millionen Euro beschert. Aus den Anteilen ergab sich im ersten Quartal ein Ergebnis von knapp 1,2 Milliarden Euro, wie die Holding am Montag in Stuttgart mitteilte. Doch der Erfolg der beiden Autokonzerne brachte der Holding auch einen Buchverlust von 810 Millionen Euro. Die Beteiligungsgesellschaft hält 50,7 Prozent der Stammaktien an VW und 50,1 Prozent über eine Zwischenholding an der Porsche AG.

Porsche steigerte in den ersten drei Monaten den Absatz um 29 Prozent auf 30.231 Fahrzeuge. Der Umsatz stieg um knapp ein Drittel auf 3,0 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis kletterte um 18,4 Prozent auf 528 Millionen Euro.

Der Volkswagen-Konzern verkaufte mit 2,26 Millionen Fahrzeugen 11,3 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Bei Umsatzerlösen in Höhe von 47,3 Milliarden Euro (plus 26,3 Prozent) stieg das operative Ergebnis um 10,2 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro.

Die Porsche Holding verbesserte ihre Finanzsituation leicht. Die Verbindlichkeiten verringerten sich um 14 Millionen Euro auf etwa minus 1,5 Milliarden Euro, hieß es. Nach dem Quartalsende erhielt die Beteiligungsgesellschaft zudem von der Volkswagen AG eine Nettodividende für das Geschäftsjahr 2011 von 331 Millionen Euro, die sich den Angaben nach weiter positiv auf die Liquidität ausgewirkt habe.

Getrübt werden die Zahlen durch einen Sondereffekt in Höhe von minus 810 Millionen Euro. Dieser ergibt sich aus einer sogenannten Put-and-Call-Option, die VW und Porsche vereinbart haben, wonach die Wolfsburger den Sportwagenhersteller zu einem festgeschriebenen Preis von 3,9 Milliarden Euro übernehmen können. Weil durch den Erfolg der Wert der Porsche AG steigt, muss die Porsche SE jedoch Abschreibungen vornehmen, da der Verkaufspreis deutlich unter dem eigentlichen Wert liegen würde. Für das Gesamtjahr 2011 blieb deswegen nur ein Gewinn von 59 Millionen Euro für die Holding über.

Dass die Konzerne die Option ziehen, ist seit vergangenem Jahr sehr wahrscheinlich geworden. Eigentlich wollten sie bis Ende des Jahres die Voraussetzungen schaffen, um zu verschmelzen. Das scheiterte aber an den erheblichen Risiken aus Gerichtsverfahren gegen Porsche.

Dennoch hielten beide Hersteller unverändert am Ziel eines integrierten Automobilkonzerns fest, betonte die Porsche Holding nun erneut. Der Vorstandsvorsitzende der Holding, Martin Winterkorn, hatte bereits im März gesagt, alle Beteiligten arbeiteten mit Hochdruck daran, den integrierten Automobilkonzern „zu wirtschaftlich sinnvollen Bedingungen“ zu erreichen.

Veröffentlicht von

Peer-Michael Preß

Die Themenschwerpunkte des Autors sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien und deren Umsetzung in der Praxis.

Seitb 20 Jahren ist er geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG mit den Tätigkeitsbereichen Buch- und Zeitschriftenverlag, Druckerei und Medienagentur.

Er absolvierte die Ausbildung zum Verlagskaufmann in der Gundlach Gruppe, Bielefeld, und schloss erfolgreich ein Studium zum Betriebswirt mit Abschlussarbeit im Bereich Marketing zum Thema „E-Commerce in der graphischen Industrie“ ab.

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