Solarfirmen wollen auf dem Klageweg zurück in die Erfolgsspur

Solarfirmen wollen auf dem Klageweg zurück in die Erfolgsspur Berlin (dapd). Mit einer Antidumping-Klage bei der Europäischen Union setzen sich europäische Solarunternehmen gegen die vermeintliche Billigkonkurrenz aus China zur Wehr. „Wenn uns das gelingt, haben wir wieder den Wettbewerb, den wir lieben – den technologischen Wettbewerb“, sagte der Vorstandsvorsitzende des Bonner Konzerns Solarworld, Frank Asbeck, am Donnerstag der Nachrichtenagentur dapd. Der deutsche Marktführer ist federführend in der neue Initiative EU ProSun, in der sich 25 Solarfirmen aus Deutschland, Italien, Spanien und anderen EU-Ländern zusammengeschlossen haben. Dabei gehe es den beteiligten Firmen „um einen nachhaltigen Ausbau der Solarenergie in Europa und um fairen Wettbewerb“, sagte der Präsident und Sprecher von EU ProSun, Milan Nitzschke. Die beteiligten Unternehmen stünden „stellvertretend für die Mehrheit der europäischen Solarproduktion“. Im Kern geht es angeblich unfaire Subventionspolitik: Solarworld und andere Firmen werfen China vor, mit staatlichen Subventionen die Preise auf dem Weltmarkt zu drücken. Chinesische Solarfirmen würden vom Staat mit Milliardenkrediten versorgt und böten ihre Produkte dann teilweise deutlich unter den Herstellungskosten an. Die Folgen der Konkurrenz sind nach Darstellung der Klagewilligen verheerend: Derzeit werde „diese wichtige Zukunftsindustrie Monat für Monat kleiner“. Arbeitsplätze gingen im großen Stil verloren. Die Hauptschuld daran trägt nach Ansicht des Zusammenschlusses eindeutig die Konkurrenz aus Fernost: „Die Beweislage ist klar“, sagte Nitzschke. Es sei offensichtlich, „dass China gedumpte Solarware in den europäischen Markt exportiert“. China habe dabei – anders als häufig behauptet – „keinen natürlichen Kostenvorteil gegenüber der EU“. Der Lohnkostenanteil bei den europäischen Herstellern mache gerade einmal rund zehn Prozent der Produktionskosten aus. Die Klage und ihre Erfolgsaussichten sind allerdings höchst umstritten – auch innerhalb der Solarindustrie: Unternehmen wie der Münchener Chemiekonzern Wacker, der auch unter dem Preisverfall in der Solarwirtschaft leidet, lehnen das Vorgehen ab. Sie befürchten das Aufflammen eines Handelskriegs mit China. Auch der in Brüssel ansässige Branchenverband AFASE, der 70 internationale Solarfirmen vertritt, wandte sich gegen mögliche Strafzölle für Chinas Branche. „Offene Märkte“ seien „unerlässlich, um Solarenergie erschwinglich zu machen“, erklärte der Verband. Der Vorstoß sei „kurzsichtig“ und gefährde die Gesamtentwicklung der Branche, bemängelte Till Richter von der Bremer Solarfirma Richter Solar. Das „Rückrat der Solarindustrie“, also kleine und mittelständische Firmen, wären seiner Ansicht nach im Falle einer erfolgreichen Klage die Haupt-Leidtragenden. Eine Initiative von gerade einmal gut 20 Unternehmen nehme für sich in Anspruch, für die gesamte Branche zu sprechen, kritisierte er. In Wahrheit bilde sie aber lediglich einen Bruchteil der deutschlandweit rund 10.000 Solarfirmen ab. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

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Peer-Michael Preß

Die Themenschwerpunkte des Autors sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien und deren Umsetzung in der Praxis.

Seitb 20 Jahren ist er geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG mit den Tätigkeitsbereichen Buch- und Zeitschriftenverlag, Druckerei und Medienagentur.

Er absolvierte die Ausbildung zum Verlagskaufmann in der Gundlach Gruppe, Bielefeld, und schloss erfolgreich ein Studium zum Betriebswirt mit Abschlussarbeit im Bereich Marketing zum Thema „E-Commerce in der graphischen Industrie“ ab.

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