Schwarzwälder Kirschtorte soll Schnapsbrenner retten

Schwarzwälder Kirschtorte soll Schnapsbrenner retten Baiersbronn (dapd-bwb). Eine kalorienreiche Sahnetorte könnte zur Rettung für kleine Schnapsbrennereien im Schwarzwald werden: Wird die Schwarzwälder Kirschtorte europaweit als „garantiert traditionelle Spezialität“ geschützt, sind Bäcker und Konditoren verpflichtet, zu ihrer Herstellung Kirschbrände aus der Region zu verwenden. Die Kuchenspezialität gilt als die berühmteste Torte der Welt. Die Schutzgemeinschaft Schwarzwälder Kirschtorte stellte am Donnerstag nach jahrelanger Vorarbeit bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung einen entsprechenden Antrag. Die Zeit drängt. Denn nur wenn alles glatt läuft, kann der Eintrag in das EU-Register frühestens 2015 erfolgen, schätzt das baden-württembergische Ministerium für Verbraucherschutz. Das deutsche Branntweinmonopol und damit auch die Subventionen für Kleinstbrennereien laufen im September 2017 aus. Der Schutzantrag sieht vor, dass eine Schwarzwälder Kirschtorte aus einer traditionellen Kombination von Sahne, Schwarzwälder Kirschwasser und Kirschen in Verbindung mit dunklen Biskuitböden bestehen muss. Die Verwendung von originalem Schwarzwälder Kirschwasser ist verpflichtend, und es muss geschmacklich „deutlich wahrnehmbar“ sein. Für Konditor Eberhard Holz aus Baiersbronn, Sprecher der Schutzgemeinschaft, ist der Schutz der Torte eine Herzensangelegenheit. „Es gibt eine Verantwortung für den Schwarzwald, und die Bauern, die die Landschaft pflegen, müssen unterstützt werden“, sagte der 61-Jährige der Nachrichtenagentur dapd. Dazu hat er sich mit der Pfalzgraf Konditorei GmbH in Pfalzgrafenweiler und der Osnabrücker Conditorei Coppenrath & Wiese GmbH & Co zusammengetan. Zur Antragstellung des Tortenschutzes hatte sich der Minister für den Ländlichen Raum, Alexander Bonde (Grüne), in der Backstube von Holz eingefunden. Man war sich einig: Aufgrund der verwendeten Sorte und der guten Bodenqualität entstehen im Schwarzwald besonders aromatische Brennkirschen, die der Schwarzwälder Kirschtorte ihren unnachahmlichen Geschmack verleihen. „Die Erzeugung und Herstellung der Schwarzwälder Kirschtorte leistet damit zugleich einen Beitrag zum Erhalt der vielfältigen Natur- und Kulturlandschaft und zur Sicherung von Arbeitsplätzen in der Fläche“, sagte Bonde. „Wir müssen nicht nur schwätze, sondern mache“, befand Holz. Davon könnten künftig nicht nur die Schwarzwälder Obstbrennereien profitieren. Da sich die Konditoren verpflichteten, Sahne mit mehr Fettgehalt zu verwenden, sind auch die Milchbauern gefragt. Sie könnten mehrere Millionen Liter Milch pro Jahr zusätzlich durch die Nachfrage der Konditoren verkaufen, sagte Holz. Nach ihrer Anerkennung wäre die Schwarzwälder Kirschtorte bundesweit die erste „garantiert traditionelle Spezialität“. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

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Peer-Michael Preß

Die Themenschwerpunkte des Autors sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien und deren Umsetzung in der Praxis.

Seitb 20 Jahren ist er geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG mit den Tätigkeitsbereichen Buch- und Zeitschriftenverlag, Druckerei und Medienagentur.

Er absolvierte die Ausbildung zum Verlagskaufmann in der Gundlach Gruppe, Bielefeld, und schloss erfolgreich ein Studium zum Betriebswirt mit Abschlussarbeit im Bereich Marketing zum Thema „E-Commerce in der graphischen Industrie“ ab.

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