SAP erhält weiteren Wachstumsschub

SAP erhält weiteren Wachstumsschub Walldorf (dapd). Europas größter Softwarekonzern SAP wächst in rasantem Tempo. Das zweite Quartal 2012 war das zehnte Quartal in Folge, in dem das Unternehmen zweistellige Wachstumsraten aufwies, wie der Vorstandssprecher Bill McDermott am Dienstag bei der Präsentation der vorläufigen Zahlen sagte. Noch nie zuvor setzte der Walldorfer Konzern in einem zweiten Quartal so viel um, und auch der Gewinn stimmt. McDermott und sein Co-Vorstandssprecher Jim Hagemann Snabe konnten ihre Begeisterung jedenfalls kaum verbergen: „Wir liefern weiterhin bahnbrechende Lösungen und sind auf dem richtigen Weg, unsere Ziele für 2015 zu erreichen“, sagten sie. Bis 2015 strebt der Anbieter von Unternehmenssoftware einen Umsatz von 20 Milliarden Euro im Jahr an. Damit würde SAP weiter zum Rivalen Oracle aufschließen. Die Amerikaner wiesen im vergangenen Jahr einen Umsatz von umgerechnet mehr als 27 Milliarden Euro aus, während SAP auf 14,2 Milliarden Euro kam. Bereits in der vergangenen Woche hatte SAP einige Kennzahlen vorab veröffentlicht. Demnach haben die Walldorfer das beste zweite Quartal ihrer Geschichte hingelegt. Der Konzernumsatz stieg nach vorläufigen Berechnungen um 18 Prozent auf 3,9 Milliarden Euro, die Erlöse aus dem Softwaregeschäft legten sogar um 26 Prozent auf 1,06 Milliarden Euro zu. Am Dienstag reichte SAP nun unter anderem den Gewinn nach Steuern nach: Dieser stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um zwölf Prozent auf 661 Millionen Euro. Alle Weltregionen konnten bei den Softwareerlösen ordentlich zulegen. Deutliche zweistellige Wachstumsraten verzeichneten beispielsweise die USA und Europa. Das sei besonders bemerkenswert vor dem Hintergrund der Staatsschuldenkrise, sagte McDermott. In Lateinamerika kann sich der Softwareriese über das beste Quartal überhaupt freuen. In China sorgte ein Zuwachs von mehr als 30 Prozent für das beste zweite Quartal bislang. Auch die Zahl der Mitarbeiter wuchs. SAP beschäftigte nach eigenen Angaben im zweiten Quartal fast 61.000 Mitarbeiter und damit knapp 7.000 mehr als ein Jahr zuvor. Ein wichtiges Puzzleteil in der SAP-Wachstumsstrategie ist die Cloud, also das Bereitstellen von Daten und Anwendungen über das Internet. Dazu hat der Konzern im Februar für 3,4 Milliarden Euro den Spezialisten SuccessFactors übernommen. Im zweiten Quartal wurde die neue Tochter nun erstmals komplett in den Quartalsabschluss einbezogen. Auch das trug zum Umsatzanstieg bei, schlug sich allerdings negativ auf die operative Marge nieder. Sie lag bei 23,6 Prozent im zweiten Quartal nach 26 Prozent im Vorjahreszeitraum. Das Kerngeschäft von SAP besteht aus Unternehmensanwendungen und Analytik. In Zukunft will das Unternehmen neben den Cloudangeboten auch verstärkt in den Bereichen mobile Lösungen und Datenbanken wachsen. In jedem der fünf Bereiche will der Konzern die Spitzenposition einnehmen. Auch hier sieht sich das Unternehmen im zweiten Quartal auf einem guten Weg. Mit der Datenbanktechnik Hana machte SAP 85 Millionen Euro Umsatz und lag damit nach eigenen Angaben im Plan. Im Gesamtjahr will der Konzern hier mindestens 320 Millionen Euro erlösen. Auch bei den mobilen Lösungen sieht sich SAP mit 54 Millionen Euro Umsatz auf dem Weg, die Umsatzerwartungen von 220 Millionen Euro zu erfüllen. SAP will dabei vom Trend zum „Internet der Dinge“ profitieren, bei dem immer mehr elektronische Geräte miteinander vernetzt werden. „Unternehmen müssen ihre Art, Geschäfte zu machen, völlig neu denken“, sagte McDermott. Und die Walldorfer sollen dabei unverzichtbar werden. „Wenn du produktiver werden willst, brauchst du SAP“, formulierte McDermott den Anspruch. Im laufenden Jahr will SAP den Verkauf von Software und softwarebezogenen Dienstleistungen um zehn bis zwölf Prozent steigern. Erwartet wird ein Betriebsergebnis in einer Spanne von 5,05 Milliarden Euro bis 5,25 Milliarden Euro nach 4,71 Milliarden Euro im vergangenen Jahr. Die Anleger honorierten das Zahlenwerk: Die SAP-Aktie legte bis zum frühen Nachmittag gegen den DAX-Trend 3,5 Prozent zu. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Veröffentlicht von

Peer-Michael Preß

Die Themenschwerpunkte des Autors sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien und deren Umsetzung in der Praxis.

Seitb 20 Jahren ist er geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG mit den Tätigkeitsbereichen Buch- und Zeitschriftenverlag, Druckerei und Medienagentur.

Er absolvierte die Ausbildung zum Verlagskaufmann in der Gundlach Gruppe, Bielefeld, und schloss erfolgreich ein Studium zum Betriebswirt mit Abschlussarbeit im Bereich Marketing zum Thema „E-Commerce in der graphischen Industrie“ ab.

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