Pressekonferenz von Phoenix Contact auf der SPS IPC Drives 2016

Auf der Automatisierungs-Fachmesse SPS IPC Drives (22.-24. November 2016) in Nürnberg hat Geschäftsführer Roland Bent anlässlich einer Pressekonferenz über den konjunkturellen Verlauf des Jahres 2016 gesprochen, in dem sich der Trend aus 2015, den die marktökonomischen Effekte der Weltwirtschaft bestimmt hatten, weiter fortgesetzt hat.

In Summe liegt das aktuelle Marktwachstum bei vier Prozent, wobei in diesem Jahr deutliche negative Währungseffekte eintraten. Das Umsatzwachstum in Euro liegt daher nur bei zwei Prozent. Wesentlicher Wachstumstreiber ist Deutschland mit rund vier Prozent und Europa mit gut fünf Prozent. Das USA-Geschäft weist ein leichtes Wachstum auf, während der chinesische Markt 2016 ungefähr auf Vorjahresniveau liegt, in Euro aber leicht zurückgegangen ist.

Trotz dieser eher indifferenten Marktsituationen wurden wichtige Investitionen in den Ausbau der Unternehmensstrukturen und in das Produktportfolio getätigt. Sie lagen bei sieben Prozent, die Ausgaben für Forschung + Entwicklung bei rund sechs Prozent des weltweiten Umsatzes. Die weltweite Mitarbeiterzahl wird 2016 um ca. 500 Personen auf mehr als 15.000 ansteigen. In Deutschland gab es einen Aufbau von rund 150 Stellen. Aus aktueller Perspektive lässt eine positive Marktentwicklung die Prognose des Umsatzwachstums in Euro von 2,5 Prozent und 4,5 Prozent in den Märkten zum Jahresende zu. Die Zielmarke von 2 Milliarden Euro wird dabei mit einem voraussichtlichen Jahresumsatz von 1.96 Milliarden Euro leicht verfehlt.

Phoenix Contact hat in diesem Jahr ein Strategie- und Strukturprogramm gestartet, das die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens über das einhundertjährige Bestehen im Jahr 2023 hinaus langfristig absichern soll. Dabei steht die Ausrichtung der Geschäftsaktivitäten in einer Marktsegmentstruktur genauso im Fokus wie der Ausbau des Lösungsgeschäfts als auch die Bereitschaft der ständigen Fähigkeit zur Veränderung, die für den digitalen Wandel unabdingbar ist. Gemäß des Strategieprogramms wurde zum Juni 2016 das Kerngeschäft der Phoenix Contact-Gruppe in drei „Business Areas“ strukturiert.

Die Business Areas besitzen weltweit die komplette Verantwortung für die Entwicklung, die Produktion und den Vertrieb ihres Produkt- und Lösungsprogramms bis zum Kunden. In den internationalen Vertriebsgesellschaften werden die Vertriebsgruppen, die jetzt direkt durch die Business Areas gesteuert werden, durch eine lokale Geschäftsführung geklammert. Synergieeffekte bleiben so erhalten. Der strategische Ansatz der Entwicklung von kompletten Industrielösungen wird fortgesetzt und um ein breit aufgestelltes Industrie-Management erweitert. Dieses Industrie-Management ist in den vier vertikalen Märkten aktiv: Prozessindustrie, Energie, Fabrikautomation und Infrastruktur.

Neben diesem Ausbau des Kerngeschäfts wird struktureller und strategischer Raum für einen zweiten Unternehmensbereich geschaffen, der sich der Förderung und dem Aufbau neuer, zukunftsgerichteter Geschäftsfelder widmen soll. Dieser Teil des Zukunftsgeschäfts ist über den unternehmenseigenen Corporate Venture Fond außerhalb des Kerngeschäfts im Unternehmen direkt an die Gruppen-Geschäftsführung angebunden. Damit soll eine Innovations- und Start-Up Kultur gefördert werden, die abseits der „Zwänge“ des Kerngeschäfts einen Freiraum für neue, auch disruptive Ideen und Geschäftsmodelle zulässt. Der Fond investiert in junge Technologie Start Up’s im Umfeld der industriellen Automation und Digitalisierung. 2016 konnten bereits drei Unternehmen durch Beteiligungen gewonnen werden:

Eologix Sensor Technology mit Sitz im österreichischen Graz ist ein technologisch führender Anbieter von Sensorsystemen zur Detektion von Eis auf Oberflächen, insbesondere bei Windkraftanlagen. Messdaten werden per Funk an die Steuerung übertragen, die dann Maßnahmen zur Enteisung einleiten kann. Das minimiert die Stillstandzeiten der Windkraftanlagen. Das niederländischen Unternehmen SecurityMatters mit Sitz in Eindhoven ist ein führender Anbieter von Cybersecurity-Lösungen für industrielle Steuerungssysteme im Bereich der kritischen Infrastruktur und Industrie 4.0, in denen schon heute ein großes Marktpotential besteht. Das Angebot von SecurityMatters passt dabei perfekt zu der Expertise von Phoenix Contact.

Die dritte Beteiligung wurde im Oktober vollzogen. Windesco mit Sitz in Boston, USA, ist Anbieter von Software- und Hardware-Lösungen zur Nutzung des „Internet of Things“ und bedient den Markt der Windindustrie. Die Minderheitsbeteiligung ist zusammen mit Rusheen-RWE Commercialization Partners erfolgt, dem US-Venture Partner der deutschen RWE AG. Windesco bietet Eigentümern und Betreibern von Anlagen eine Softwarelösung an, die die Leistung der Anlagen erhöht sowie die Lebensdauer der Komponenten verlängert.

Offene Steuerungsplattform für die digitalisierte Industrie

Die Anforderungen der digitalisierten Industrie machen eine Steuerungs- und Softwarelösung notwendig, mit der Kunden in der Lage sind, flexibel auf sich dynamisch verändernde Marktgegebenheiten zu reagieren, Produktionsprozesse schneller anzupassen und Entwicklungszeiten zu reduzieren. Mit der PLCnext Technology bietet Phoenix Contact jetzt diesen technologischen Meilenstein auf Basis einer neuen, offenen Steuerungsplattform. Diese Technologie macht es möglich, in unterschiedlichen, frei wählbaren Entwicklungsumgebungen und parallel mit mehreren Entwicklern an einem Programm zu arbeiten. Das ist erforderlich, damit Teams aus Produktentwicklung, Betriebsmittelbau und Produktion schon in der Definitionsphase neuer Produkte Abteilungsgrenzen überwinden und simultan in agilen Teamstrukturen kooperieren können, um eine schnellere Inbetriebnahme von Produktionsanlagen zu ermöglichen.

Um den Kunden Investitionsschutz und Zukunftssicherheit zu bieten, hat sich Phoenix Contact bei der PLCnext Technology für ein offenes System auf Basis von Linux entschieden. Mit dieser anpassungsfähigen Steuerungsplattform können zukünftig alle Vorteile von Linux als offenem Betriebssystem genutzt werden. Hierdurch vergrößert sich die Flexibilität dieser Lösung maßgeblich gegenüber anderen klassischen Steuerungslösungen am Markt.

www.phoenixcontact.com

Veröffentlicht von

Sascha Brinkdöpke

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