„PalmwoodNet“ erforscht die nachhaltige Nutzung von Ölpalmenholz

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Nach ca. 25 Jahren werden die Ölpalmen unproduktiv und die Plantagen neu angepflanzt – das Palmenholz ist heute ein ungenutztes Abfallprodukt der Palmölherstellung. (Bildquelle: Jowat SE)

Detmold. Die Jowat SE ist Projektkoordinator des internationalen Expertennetzwerkes „PalmwoodNet“, das sich mit der Erforschung einer nachhaltigen und durchgängigen stofflichen Verwertung von Stämmen der Ölpalme beschäftigt. An dem aus Mitteln des BMZ (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) geförderten PPP-Projekt „Oilpalm-Wood“ beteiligen sich Partnerunternehmen aus Deutschland, Thailand und Malaysia.

Das PPP-Projekt („Public Private Partnership“) „Oilpalm-Wood“ mit den Mitgliedern Jowat SE, Minda Industrieanlagen GmbH, Möhringer Anlagenbau GmbH, Leitz GmbH & Co. KG mit Boehlerit GmbH & Co. KG sowie der Palmwood R+D hat das Ziel, das in großen Mengen verfügbare, aber bislang kaum genutzte Holz unproduktiv gewordener Ölpalmen zu nutzen. Hieraus sollen vermarktungsfähige Produkte mit hoher Wertschöpfung, wie beispielsweise Schnittholz, Möbelkomponenten, Innenausbaumaterialien und -systeme, Baustoffe und Bauteile für Häuser oder Verpackungen entstehen. Der Projektschwerpunkt liegt in den Ländern Thailand und Malaysia.

Der drastische Rückgang der Verfügbarkeit von Holz aus Naturwäldern und traditionellen Quellen und die steigende Nachfrage nach Holzprodukten führen schon jetzt zu erheblicher Holzknappheit. Die Folgen sind schwerwiegender wirtschaftlicher Natur, zusätzlich verstärkt durch illegalen Holzeinschlag. Dies legt zukünftig eine Nutzung des Holzes der Ölpalmen nahe.

Hintergrund der Projektidee ist der steigende Palmölbedarf, der pro Jahr schätzungsweise 80 bis 120 Millionen Kubikmeter Stammholz als Abfallprodukt bei der Plantagenerneuerung hervorbringt. Derzeit werden die Ölpalmenstämme größtenteils der Verrottung überlassen, manchmal gehäckselt oder in wenigen Ausnahmen verbrannt – wobei alle drei Maßnahmen zu einer hohen spontanen Freisetzung von Treibhausgasen führen. Dass bisher die Ölpalmenstämme nicht stofflich oder wenigstens energetisch verwendet werden, ist zum einen durch die extreme Dichteverteilung im Stammquerschnitt, zum anderen durch den hohen Wassergehalt sowie die unterschiedlichen Holzstrukturen und – eigenschaften des Ölpalmenholzes im Vergleich zu „normalen Holzarten“ begründet. Hinzu kommt die bis vor wenigen Jahren zwar knappe, aber noch ausreichende Versorgung mit traditionellen Hölzern und Plantagenhölzern in Asien.

Im Rahmen des Projekts werden umfassende Grundlagen für die nachhaltige Nutzung von Ölpalmenholz unter technischen, ökonomischen, ökologischen und sozialen Aspekten geschaffen. Dies umfasst neben Analyse und Transfer von Know-how die Entwicklung von Produkten, Maschinen und Fertigungsprozessen für die Weiterbearbeitung sowie von Nutzungsmodellen und Logistikkonzepten.

Zu den Zielsetzungen des Expertennetzwerkes gehören Ressourcen- schonung, Tropenwalderhaltung, Klimaschutz, Arbeitsplatz- und Einkommensgenerierung sowie -sicherung in den Ressourcenländern, als auch die Erschließung neuer Absatzgebiete.

Der große Unterschied zu bisherigen Forschungen auf diesem Gebiet in Asien und die besondere Stärke dieses Verbundvorhabens ist der Ansatz, u.a. über Marktanalysen von der Produktseite her eine ökonomische Betrachtung vorzuschalten und dann nach Identifizierung geeigneter Zielprodukte die Umsetzung bis zum Endprodukt entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu initiieren. Die Projektpartner werden dazu neue für die Ölpalmenholzbearbeitung optimierte Werkzeuge, Tools, Anlagen, Klebstoffe und Prozesse entwickeln und einsetzen.

www.jowat.com/de

Veröffentlicht von

Sascha Brinkdöpke

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