Neue Arbeitszeitmodelle – Potenzial und Herausforderungen

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Die Anforderungen des Arbeitsmarkts ändern sich. Das gilt sowohl für Arbeitnehmer als auch für Arbeitgeber. Im Vordergrund steht dabei vor allem ein Schlagwort: Flexibilität. Diese wird nämlich nicht mehr nur von Angestellten und Arbeitern eingefordert, sondern gilt auch jenen mittlerweile als wichtiger Bestandteil eines guten Arbeitsplatzes.

Der Arbeitnehmerwunsch nach mehr Freiheit

Eine Umfrage der Technischen Universität München und des Personaldienstleisters Hays zeichnet in dieser Hinsicht ein deutliches Bild: Zwei Drittel der Befragten wünschen sich mehr Autonomie und Flexibilität am Arbeitsplatz, und zwar vornehmlich bezüglich Arbeitszeit und -ort. Eine Möglichkeit dafür ist die Arbeit von zu Hause aus. Einer Studie des deutschen Digitalverbands Bitkom zufolge wären sogar mehr als ein Drittel der Deutschen bereit, für die Aussicht auf einen Home-Office-Arbeitsplatz das Unternehmen zu wechseln.

Anderen Arbeitnehmern wiederum ist selbst das Arbeiten von den eigenen vier Wänden aus noch nicht flexibel genug: Sogenannte Digitale Nomaden arbeiten bevorzugt dort, wo sie gerade Lust haben zu sein – ob dies nun ein Co-Working-Space, ein exotisches Inselreich oder ein Kreuzfahrtschiff voller Gleichgesinnter ist – mehr als ein Laptop und eine gute Internetanbindung ist für viele Jobs heutzutage eben nicht mehr nötig.

Die betriebliche Umsetzung

Eines ist klar: Die Zeiten, in denen alle Beschäftigten eines Unternehmens zwangsläufig am selben physischen Ort gemeinsam arbeiten, gehören der Vergangenheit an – das wissen auch die Arbeitnehmer. Wer als Arbeitgeber eine Chance auf die besten Fachkräfte haben will, muss sich also darauf einstellen, dass viele Wunschkandidaten mit der Aussicht auf einen klassischen Nine-to-five-Job wohl nicht zu locken sein werden.

Die Kunst ist es nun, verschiedene Arbeitsorte und Arbeitszeitmodelle unter einen Hut zu bekommen und gleichzeitig die Übersicht zu behalten – eine zusätzliche Herausforderung für die Personalabteilung und die Projektplanung, die nicht zu unterschätzen ist. Wer kommt wann ins Büro, wer arbeitet ausschließlich von zu Hause oder von unterwegs? Besteht die Belegschaft dann noch aus einer Mischung von Festangestellten und Freelancern mit unterschiedlichen Gehaltsstrukturen, stößt der HR-Bereich ohne passende Planungs- und Zeiterfassungssoftware schnell an seine Grenzen.

Zum Glück macht die Digitalisierung an dieser Stelle die Dinge nicht nur komplizierter, sondern auch wieder einfacher: Spezielle Software, etwa flexibel konfigurierbare Programme zur Online-Zeiterfassung, helfen dabei, ein komplexes Personalgefüge besser zu managen. Auf der operativen Seite sorgen Kommunikationslösungen wie Skype for Business dafür, dass räumliche Distanz keine Rolle mehr spielt – Konferenzen online abzuhalten, ist heutzutage kein Problem mehr. Die Digitalisierung bietet also letztlich ebenso Herausforderungen wie Chancen, wobei letztere die Nachteile mehr als wettmachen – für Arbeitnehmer wie Arbeitgeber.

Veröffentlicht von

Peer-Michael Preß

Die Themenschwerpunkte des Autors sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien und deren Umsetzung in der Praxis.

Seitb 20 Jahren ist er geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG mit den Tätigkeitsbereichen Buch- und Zeitschriftenverlag, Druckerei und Medienagentur.

Er absolvierte die Ausbildung zum Verlagskaufmann in der Gundlach Gruppe, Bielefeld, und schloss erfolgreich ein Studium zum Betriebswirt mit Abschlussarbeit im Bereich Marketing zum Thema „E-Commerce in der graphischen Industrie“ ab.

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