Mobilfunkkonzerne bauen das Turbo-Internet aus

Mobilfunkkonzerne bauen das Turbo-Internet aus Berlin/München (dapd). Der Wettbewerb der Mobilfunkkonzerne beim Turbo-Internet für Smartphones und mobile Computer gewinnt an Fahrt. Am Dienstag nahm O2 erste eigene Netze mit dem neuen Standard LTE in Nürnberg und Dresden in Betrieb. Die Deutsche Telekom gab unterdessen bekannt, inzwischen 50 Städte an LTE angeschlossen zu haben – darunter jetzt auch: Berlin, Bremen und Stuttgart. Vodafone gibt wiederum an, schon mehr als 50 Städte zu versorgen. Vor allem unter den beiden großen Anbietern tobt nun ein Kampf um die beste Netzqualität und damit um das Surf-Tempo. LTE-Nutzer werden an unterschiedlichen Orten auch unterschiedlich schnell im Internet unterwegs sein können. Auf dem flachen Land funken die Mobilfunker etwa auf Frequenzen, die möglichst weit strahlen. Auf anderen Frequenzen können die Anbieter in Städten wiederum mehr Datenpakete in der gleichen Zeit übertragen – dafür aber nur auf kürzeren Entfernungen. Sie brauchen also mehr Sender. Telekom-Manager Michael Keller betonte am Dienstag, nur sein Konzern baue „in dieser Konsequenz“ das hochfrequente Netz auf, das Daten mit bis zu 100 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) übertrage. Aber auch Vodafone hat sich das 100-Mbit-Netz auf die Fahnen geschrieben. O2 setzt hingegen vorerst nicht auf die aktuell schnellste LTE-Version. Neben der LTE-Durchdringung ringen die Anbieter so auch um Qualität. Telekom, Vodafone und O2 hatten für die LTE-Frequenzen im Mai 2010 insgesamt 4,4 Milliarden Euro für den Bund auf den Tisch gelegt. Die drei Konzerne haben dabei ehrgeizige Ziele, die aber nicht immer direkt vergleichbar sind. So erklärte die Telekom am Dienstag, die Zahl der versorgten Städte bis zum Jahresende auf 100 verdoppeln zu wollen, während eine O2-Sprecherin auf dapd-Anfrage als Zielmarke gar 200 ausgab – neben Städten aber auch Gemeinden mit einschloss. Ein Vorteil für die Verbraucher: Die Anbieter bauen vielfach andere Regionen und Städte aus. So begann die Telekom etwa am Konzernsitz in Bonn, während Konkurrent Vodafone seine Heimatstadt Düsseldorf als eine der ersten Städte in Angriff nahm. In ersten Städten wie Berlin und Hamburg entstand unter den LTE-Anbietern inzwischen auch ein Wettbewerb. Dort rüsten mindestens zwei Mobilfunker ihre Netze mit dem neuen Standard nach, in diesen Fällen Vodafone und Telekom. Bei der Ersteigerung der Frequenzen hatten sich die drei Anbieter verpflichtet, zunächst die sogenannten „weißen Flecken“ bei der Breitbandversorgung in Deutschland zu schließen – was größtenteils bereits erfolgt ist: Inzwischen listet die Bundesnetzagentur nur noch für Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg Lücken auf. Dort warten noch immer Verbraucher und Unternehmen auf die Möglichkeit, schneller als mit klassischen Analog- oder ISDN-Modems zu surfen. Gleichzeitig stellen sich die Anbieter darauf ein, dass sie mit der sogenannten vierten Generation der Mobilfunktechnik deutlich mehr Daten verarbeiten müssen als bisher. „Der Datenhunger ist klar erkennbar, vor allem nach Videos“, sagte Telekom-Manager Keller. Im Hintergrund hilft sein Konzern sogar einem Konkurrenten: Die Telekom bindet viele LTE-Sendestationen von O2 an die Datenautobahn an. Um die Kunden buhlen die Anbieter allerdings weiterhin völlig separat. („Breitbandatlas“ mit LTE-Versorgung: http://url.dapd.de/2hH2ZW Bundesnetzagentur zu „weißen Flecken“: http://url.dapd.de/i3XyQH ) dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Veröffentlicht von

Peer-Michael Preß

Die Themenschwerpunkte des Autors sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien und deren Umsetzung in der Praxis.

Seitb 20 Jahren ist er geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG mit den Tätigkeitsbereichen Buch- und Zeitschriftenverlag, Druckerei und Medienagentur.

Er absolvierte die Ausbildung zum Verlagskaufmann in der Gundlach Gruppe, Bielefeld, und schloss erfolgreich ein Studium zum Betriebswirt mit Abschlussarbeit im Bereich Marketing zum Thema „E-Commerce in der graphischen Industrie“ ab.

Sie erreichen Peer-Michael Preß unter:

m.press@press-medien.de
www.press-medien.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.