Milliardeninvestition in neue Stromnetze soll die Energiewende beflügeln

Berlin (dapd). Der 20 Milliarden Euro teure Ausbau des deutschen Stromnetzes nimmt konkrete Formen an. Laut dem am Mittwoch in Berlin von den vier Übertragungsnetzbetreibern vorgestellten Entwurf des Netzentwicklungsplans sollen bis zum Jahr 2022 insgesamt 3.800 Kilometer neue Stromtrassen gebaut werden. Auf weiteren 4.000 Kilometer sollen bestehende Netze ausgebaut werden. Damit sei eine „solide Planungsbasis für die Bundesnetzagentur und den Gesetzgeber“ geschaffen, sagte der Geschäftsführer des Netzbetreibers Tennet, Martin Fuchs.

Ziel sei es, eine stabile, zukunftsfähige Verbindung zwischen den großen Windkraftanlagen im Norden und den Verbrauchszentren im Süden des Landes herzustellen, betonte Fuchs. Der Netzausbauplan werde „das Tempo der Energiewende bestimmen“. Konkrete Trassenverläufe sind darin aber bisher noch nicht verzeichnet, nur Start- und Endpunkte der Stromautobahnen werden festgelegt.

Die energiepolitischen Ziele der Bundesregierung, bis 2022 die CO2-Emmissionen um 40 Prozent zu senken, könnten „damit realisiert werden“, sagte 50-Hertz-Geschäftsführer Boris Schucht. Das sieht der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) ähnlich. Nun gelte es, „die notwendigen Investitionen zügig auf den Weg zu bringen“, forderte BEE-Präsident Dietmar Schütz.

Auch Vertreter der Regierungskoalition begrüßten den Plan. „Die Zahlen des Ausbaubedarfs liegen damit auf dem Tisch“, sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Joachim Pfeiffer (CDU). Nun komme es darauf an, „die Planungsprozesse zu beschleunigen“. Ohne gemeinsame Anstrengungen und ausreichende Akzeptanz in der Bevölkerung stehe die Energiewende „auf der Kippe“.

Um diese Akzeptanz in der Bevölkerung zu schaffen, soll nach Angaben des Geschäftsführers von Transnet BW, Rainer Joswig, größtmögliche Transparenz gewährleistet werden. „Wir haben ein Netz, aber keinen doppelten Boden“, sagte Klaus Kleinekorte, Mitglied der Geschäftsführung von Amprion. So stehe der Entwurf zum Netzentwicklungsplan ab sofort im Internet allen interessierten Bürgern zur Einsicht zur Verfügung.

Dennoch ist nach Betreiberangaben mit Protesten und Klagen von Bürgern gegen überirdische Stromtrassen über ihre Wohn- und Naherholungsgebiete zu rechnen. „Ich bin Realist“, sagte Transnet-Geschäftsführer Joswig. „Wir werden nicht verhindern können, dass sich Bürgerinitiativen gegen solche Projekte wenden werden.“ Die Betreiber könnten nur versuchen, „bestmöglich aufzuklären“.

(Der Netzentwicklungsplan im Internet: www.netzentwicklungsplan.de)

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Peer-Michael Preß

Die Themenschwerpunkte des Autors sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien und deren Umsetzung in der Praxis. Seid dem Jahr 2000 ist er geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG mit den Tätigkeitsbereichen Buch- und Zeitschriftenverlag, Druckerei und Medienagentur. Er absolvierte die Ausbildung zum Verlagskaufmann in der Gundlach Gruppe, Bielefeld, und schloss erfolgreich ein Studium zum Betriebswirt mit Abschlussarbeit im Bereich Marketing zum Thema „E-Commerce in der graphischen Industrie“ ab.

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