Metallveredeler Maffei entlastet die Umwelt

Maffei aus Iserlohn spart Ressourcen
Maffei aus Iserlohn gewinnt Chromsäure zurück und spart so Rohstoffe und Wasser ein. (Foto: Thaliesin/ pixabay)

Iserlohn. Mithilfe eines neuen Spülkonzepts gewinnt der Metallbearbeitungsbetrieb Johann Maffei aus Iserlohn heute Chromsäure zurück und spart so Rohstoffe und Wasser ein. Unterstützung bei der Planung und Umsetzung erhielt das Unternehmen von der Effizienz-Agentur NRW, dem Kompetenzzentrum für Ressourceneffizienz in Nordrhein-Westfalen.

Der Metallbearbeitungsbetrieb Johann Maffei fertigt und veredelt Kleinserien, Einzelstücke und Spezialteile im Kundenauftrag. Die Kernkompetenz liegt im Hartverchromen von Halbzeugen.

„Um den Ressourceneinsatz in der Produktion nachhaltig zu verbessern, nutzten wir die Ressourceneffizienzberatung der Effizienz-Agentur NRW“, erklärt Thomas Reiners, Geschäftsführer der Johann Maffei GmbH & Co. KG.

„Unsere Beratung deckte Potenziale im Bereich der Teilereinigung, der Hallenbeleuchtung und der Druckluftversorgung auf“, erläutert Ressourceneffizienz-Berater Henning H. Sittel von der Effizienz-Agentur NRW aus Duisburg. „Auf Basis der gewonnen Analyseergebnisse erhielt der Betrieb einen umfassenden Maßnahmenkatalog zur Steigerung seiner Prozesseffizienz“.

Besonderes Augenmerk lag auf den Bereich der Teilereinigung. Nach dem Beschichtungsprozess müssen die veredelten Halbzeuge mit Wasser von der anhaftenden Chromsäure befreit werden. Bis dahin hatte der Betrieb das Spülwasser aufgefangen und entsorgt. „Dadurch gingen uns erhebliche Mengen an Chromsäure verloren“, so Sittel. Im Rahmen der Ressourceneffizienz-Beratung wurde ein neues Spülkonzept entwickelt, um die Chromsäure zurückzugewinnen.

Das Unternehmen installierte neue Spülkammern, die so gestaltet sind, dass beim Spülvorgang die Chromsäure in Wannen aufgefangen wird. Spritzschutzkabinen sorgen für die Vermeidung von weiteren Verlusten. Darüber hinaus können Kleinteile auf einem Gitterrost abgestellt und Gestelle über dem Auffangraum aufgehängt werden.

„Die Spezialbehälter zum Auffangen der Chromsäure haben sich im täglichen Betrieb bewährt“, freut sich Thomas Reiners. „Insbesondere bei der Verchromung von großen Teilen können wir eine erhebliche Menge der Säure wiederverwenden.“

Durch die Rohstoff-Rückgewinnung muss heute auch deutlich weniger frische Chromsäure in die Bäder gegeben werden, um die Folgeprozesse stabil zu halten. Durch die Kreislaufführung des Spülwassers konnte Johann Maffei die Chromsäure-Verbräuche um ca. 30 Prozent reduzieren.

Neben der eingesparten Chromsäure verringerte sich auch die zu entsorgende Spülwassermenge um 50 Prozent. Ebenfalls konnte der Frischwassereinsatz gesenkt werden. Das neue Spülkonzept verbesserte auch die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter.

Die Ressourceneffizienzberatung wurde anteilig im Rahmen des Beratungsprogramms „Ressourceneffizienz“ des NRW-Umweltministeriums gefördert. Beratungspartner im Projekt war das Institut für Entsorgung und Umwelttechnik aus Iserlohn.

Das Umsetzungsbeispiel der Johann Maffei GmbH & Co. KG ist in der Best-Practice-Datenbank der Effizienz-Agentur NRW veröffentlicht worden. Rund 80 Beispiele – von „A“ wie Anlagenbau bis „W“ wie Wäscherei – umfasst die Online-Datenbank unter „www.ressourceneffizienz.de“. 25 Branchen sind in der Sammlung vertreten. Einfache Suchoptionen ermöglichen eine gezielte Suche nach Branchen, Einsparungen und Beratungsschwerpunkten.

www.hartchrombetrieb-maffei.de

Veröffentlicht von

Sascha Brinkdöpke

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