Kleine Zwischenfälle bei „Revolutionärer 1. Mai Demo“ in Hamburg

Hamburg (dapd-nrd). Aufatmen in Hamburg: Unter dem Motto „Es lebe der 1. Mai 2012“ ist die sogenannte Revolutionäre 1. Mai Demo am Dienstagabend ohne größere Zwischenfälle verlaufen. Einige der 1.400 Teilnehmer warfen Feuerwerkskörper und Flaschen auf die Beamten. Ein Beamter erlitt nach Polizeiangaben ein Knalltrauma und eine Wunde an der Wange, eine Polizistin wurde ebenfalls durch einen Böller verletzt. Ein Demonstrant musste wegen einer Kopfplatzwunde behandelt werden. Mehrere Protestler wurden von den Beamten abgeführt.

Bis zur Ankunft im Stadtteil Ottensen gegen 20.00 Uhr verlief die Demonstration aber ansonsten ruhig. Etwa 1.400 vorwiegend in schwarz gekleidete Demonstranten aus der linken Szene hatten sich an dem Zug beteiligt. Der Veranstalter hatten im Vorfeld mit bis zu 1.000 Teilnehmer gerechnet.

Gegen 18.45 Uhr hatten sich die Demonstranten an den St. Pauli-Landungsbrücken in Bewegung gesetzt. „Tod dem Faschismus – Gegen den Staatsterrorismus“ war auf einem Transparent zu lesen. Ein Drittel der Teilnehmer hatte sich vermummt. Nachdem einige Protestler aus dem Zug heraus mehrfach Beamte mit Böllern und Flaschen bewarfen, drohte die Polizei an der Amüsiermeile Reeperbahn, die Demonstration zwischenzeitlich aufzulösen.

Auch postierten die Einsatzkräfte einen Wasserwerfer vor der Wache, später noch einmal an der Max-Brauer-Allee, ehe die Demonstranten weiterzogen und etwa um 20.10 Uhr ihren Zielort im Stadtteil Ottensen erreichten. Dort kam es zu vereinzelten Rangeleien zwischen den Demonstranten und der Polizei. Schon vor dem Start waren Feuerwerkskörper und bengalische Feuer gezündet worden.

In diesem Jahr rechnete die Hamburger Polizei insgesamt mit einem ruhigen 1. Mai. Es habe keine Anzeichen gegeben, dass es zu größeren Krawallen kommen könnte, hieß es im Vorfeld. Lediglich die „Revolutionäre 1. Mai Demo“ hatte die Polizei als problematisch eingestuft. Schließlich war es in den vergangenen Jahren im Anschluss an die Demonstration immer wieder zu Krawallen gekommen.

Anders als in den Vorjahren wurde dieses Mal rund um das Hamburger Schanzenviertel aber keine sogenannte Gefahrenzone eingerichtet. In einem solchen Gebiet kann die Polizei ohne konkreten Verdacht Papiere und Ausweise kontrollieren. Jedoch war die Polizei 2012 eigenen Angaben zufolge „auf alles vorbereitet“. Mehr als 1.000 Beamte waren laut der Polizeisprecherin im Einsatz.

In der Nacht zu Dienstag war es im Schanzenviertel zu kleineren Ausschreitungen gekommen. Dabei hatten 20 bis 30 Menschen Unrat in Brand gesteckt. Ansonsten verlief die Walpurgisnacht friedlich. Hunderte Menschen hatten in Bars und Kneipen gefeiert.

Im Schanzenviertel hatten sich in den vergangenen Jahren rund um den 1. Mai Anhänger der linken Szene Auseinandersetzungen mit der Polizei geliefert. Neben brennenden Barrikaden registrierten die Beamten stets zahlreiche Verletzte und Sachbeschädigungen.

Mittelpunkt der Straßenschlachten war immer wieder der Autonomentreff Rote Flora. 2010 waren am Tag der Arbeit und in der Walpurgisnacht insgesamt 32 Polizisten verletzt und mindestens 78 Randalierer festgenommen worden. 2011 waren es 15 verletzte Polizisten, 73 Demonstranten wurden festgenommen. Vor einem Jahr war die Polizei mit bis zu 2.300 Beamten im Einsatz. Dieses Jahr dürfte die Bilanz deutlich positiver ausfallen.

Veröffentlicht von

Peer-Michael Preß

Die Themenschwerpunkte des Autors sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien und deren Umsetzung in der Praxis.

Seitb 20 Jahren ist er geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG mit den Tätigkeitsbereichen Buch- und Zeitschriftenverlag, Druckerei und Medienagentur.

Er absolvierte die Ausbildung zum Verlagskaufmann in der Gundlach Gruppe, Bielefeld, und schloss erfolgreich ein Studium zum Betriebswirt mit Abschlussarbeit im Bereich Marketing zum Thema „E-Commerce in der graphischen Industrie“ ab.

Sie erreichen Peer-Michael Preß unter:

m.press@press-medien.de
www.press-medien.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.