Jobcenter verbessert Service für Bildung und Teilhabe

Kreis Lippe. Seit Januar 2011 können Empfänger von Sozialleistungen einen Antrag für ihre Kinder auf Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket stellen. Übernommen werden dabei beispielsweise die Kosten für Vereinsmitgliedschaften, die schulische Mittagsverpflegung und Nachhilfeunterricht. Dem Jobcenter liegen inzwischen über 11.000 solcher Anträge vor. Damit Kinder aus Arbeitslosengeld-II-Familien zukünftig noch schneller und einfacher an diese Leistungen kommen, hat das Jobcenter nun seinen Service verbessert.

„Aller Anfang ist schwer“, fasst Andrea Berger, Vorstandsvorsitzende des Jobcenters Lippe, die bisherige Praxis zu den Bildungs- und Teilhabeleistungen zusammen. „Das komplizierte Antragsverfahren führte in der Vergangenheit dazu, dass die Anträge erst nach einer umfangreichen Anforderung von Unterlagen und dadurch oftmals erst nach geraumer Zeit abschließend bearbeitet bzw. bewilligt wurden. Daran wollten wir etwas ändern.“

Ein Kreuz genügt
Den Anfang machte das Bundesministerium für Arbeit und Soziales selbst. Künftig wird es auf den Erst- und Weiterbewilligungsanträgen für das Arbeitslosengeld II die Möglichkeit geben, mit nur einem Kreuz für alle in der Bedarfsgemeinschaft lebenden Kinder alle Bildungs- und Teilhabeleistungen zeitgleich zu beantragen. „Diese Vorgehensweise ersetzt zwar nicht das weiterhin notwendige Einreichen bestimmter Unterlagen“, erklärt Andrea Berger. „Sie führt jedoch dazu, dass die späte Vorlage dieser Unterlagen im Falle einer Bewilligung nicht mit dem Verlust des Zuschusses für die vorangegangenen Monate einhergeht. Diese Verbesserung geht uns jedoch nicht weit genug.“

Nachdem bereits das in Detmold zentral angesiedelte Team für die Bearbeitung von Anträgen auf Bildungs- und Teilhabeleistungen aufgestockt wurde, geht Berger noch einen Schritt weiter: „Die Wege sollen kürzer und die Anträge schneller bearbeitet werden. Deshalb haben wir zum Anfang Juni eine Außenstelle für Bildungs- und Teilhabeleistungen in Lemgo gegründet“, erläutert die Vorstandsvorsitzende. Die Einarbeitung der neuen Mitarbeiter läuft bereits. Zuständig ist das Team in Lemgo für die Gemeinden Lemgo, Blomberg, Kalletal, Dörentrup, Extertal, Barntrup, Lügde und Schieder-Schwalenberg. Im Juli kommt Bad Salzuflen hinzu.

„Durch die personelle Aufstockung wird sich nicht nur die Bearbeitungszeit verkürzen, die Kunden aus den entfernteren Gemeinden müssen auch nicht mehr bis nach Detmold fahren, wenn sie ihr Anliegen persönlich besprechen möchten“, freut sich Andrea Berger. Außerdem werde gerade daran gearbeitet, die erforderlichen Unterlagen insbesondere im Bereich der Mittagsverpflegung weiter zu reduzieren, um so dem hohen Antragsaufkommen gerecht zu werden. Dabei greife man insbesondere auf die Erfahrungen der vergangenen Monate zurück. „Wir stehen hinter der Idee der Förderung einer sozialen und kulturellen Integration von Kindern aus einkommensschwachen Familien“, betont Berger. „Deshalb setzen wir auch alles daran, diese Förderung in einem überschaubaren Zeitraum möglichst vielen Kindern zur Verfügung zu stellen.“

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Peer-Michael Preß

Peer-Michael Preß

Die Themenschwerpunkte des Autors sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien und deren Umsetzung in der Praxis. Seid dem Jahr 2000 ist er geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG mit den Tätigkeitsbereichen Buch- und Zeitschriftenverlag, Druckerei und Medienagentur. Er absolvierte die Ausbildung zum Verlagskaufmann in der Gundlach Gruppe, Bielefeld, und schloss erfolgreich ein Studium zum Betriebswirt mit Abschlussarbeit im Bereich Marketing zum Thema „E-Commerce in der graphischen Industrie“ ab.

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