Innovationsprojekt für Übergang zur Grundschule

Kreis Lippe. Sprache ist der Schlüssel zur Bildung. Deshalb hat sich das Bildungsbüro des Kreises Lippe besonders der Sprachförderung im Kindergartenalter verschrieben, um Defizite früh ausgleichen zu können und allen Kindern die gleichen Chancen auf Bildung zu geben. Nun fiel der Startschuss für ein neues Projekt „Übergangsmanagement vom Kindergarten zur Grundschule“ (ÜmKiG) des Kreises Lippe in Zusammenarbeit mit der Stadt Lemgo und der Universität Bielefeld.

Alle Grundschulen und fast alle KiTas in Lemgo haben sich freiwillig bereit erklärt, an dem Projekt teilzunehmen. „Ziel ist es, dass es beim Übergang zur Grundschule nicht zu einem Bruch kommt“, erklärt Landrat Friedel Heuwinkel. Bereits bei der Schulanmeldung werden die Grundschulen durch das neue Übergangsmanagement auf Kinder aufmerksam, die entweder noch einen sprachlichen Förderbedarf besitzen oder auf Kinder, die sich bereits sprachlich sehr weit entwickelt haben.

Im neuen Projekt werden die Grundschulen daher frühzeitig über den Entwicklungsstand ihrer zukünftigen Schüler informiert und in die Planung des Förderbedarfs miteinbezogen. Eine häufig erst in der Schuleingangsphase vorgenommene Diagnostik kann durch die neue Struktur ersetzt werden.

„Mit ÜmKiG können wir in Lemgo ein innovatives Übergangsmanagement einrichten, das Erfolg verspricht“, freut sich Bürgermeister Dr. Reiner Austermann. Wie erfolgreich die neue Methode ist, wird Prof. Oliver Böhm-Kasper von der Fakultät für Erziehungswissenschaften der Universität Bielefeld überprüfen. In den nächsten zwei Jahren wird er das Projekt evaluieren und begleiten. „Der gelingende Übergang von der Kindertagesstätte zur Grundschule ist eine der großen aktuellen Herausforderungen in der Bildungsförderung“, urteilt Böhm-Kasper. „Sollten unsere Untersuchungen den Erfolg und die Akzeptanz des Übergangsmanagements belegen, wäre das ein tolles Signal für den Bildungsstandort Lippe.“

Das Übergangsmanagement beim ÜmKiG verläuft wie folgt: Die Erzieherinnen und Erzieher in den KiTas halten regelmäßig den Entwicklungsstand jedes einzelnen Kindes mittels eines Beobachtungsbogens fest. Auf diese Weise kann verfolgt werden, wie das Kind sich weiterentwickelt und in welchen Bereichen weitere Förderung hilfreich wäre. Dabei werden die Kinder nicht dem Stress von Prüfungen und Tests ausgesetzt, sondern Grundlage der Bewertung durch die Experten ist das Verhalten des Kindes im normalen KiTa-Alltag. Neun Monate vor dem Übergang zur Grundschule erhalten diese mit Erlaubnis der Eltern die Ergebnisse des Beobachtungsbogens. Dann kann von den Grundschulen und den KiTas ein gemeinsamer Förderplan für jedes Kind aufgestellt werden.

„Gelingt der Übergang zur Grundschule durch die intensive Frühförderung und die Weiterführung von Fördermaßnahmen haben wir einen großen Schritt getan in Richtung Bildungsgerechtigkeit besonders für Kinder mit Migrationshintergrund oder für leistungsschwächere Kinder“, sagt Landrat Heuwinkel. Er dankte der Familie-Osthushenrich-Stiftung und der Stiftung der Sparkasse Lemgo für die finanzielle Unterstützung des Projektes. Die beiden Stiftungen tragen über 80 Prozent der Projektfinanzierung.

Wenn Prof. Böhm-Kasper am Ende der zweijährigen Evaluierung eine positive Bewertung des Projektes abgibt, soll das Übergangsmanagement auf andere Städte und Gemeinden in Lippe ausgedehnt werden.

Veröffentlicht von

Peer-Michael Preß

Die Themenschwerpunkte des Autors sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien und deren Umsetzung in der Praxis.

Seitb 20 Jahren ist er geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG mit den Tätigkeitsbereichen Buch- und Zeitschriftenverlag, Druckerei und Medienagentur.

Er absolvierte die Ausbildung zum Verlagskaufmann in der Gundlach Gruppe, Bielefeld, und schloss erfolgreich ein Studium zum Betriebswirt mit Abschlussarbeit im Bereich Marketing zum Thema „E-Commerce in der graphischen Industrie“ ab.

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