Industrie 4.0: NRW stellt Weichen für die Zukunft

Düsseldorf. Über 300 Top-Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik trafen sich auf dem Kongress „Industrie 4.0 im Mittelstand – Spitzenstandort NRW“ in Düsseldorf, um die Chancen und wesentlichen Arbeitsfelder von Industrie 4.0 zu diskutieren und neue Entwicklungen für die mittelständischen Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus in Nordrhein-Westfalen anzustoßen.

„Industrie 4.0 ist das Megathema der Zukunft. Es ist so vielfältig, facettenreich und bringt tiefgreifende Veränderungen mit sich“, erklärte Wolf D. Meier-Scheuven, Sprecher des Clusters ProduktionNRW einleitend am 22. Oktober 2015 in Düsseldorf. „Industrie 4.0 ist kein Produkt von der Stange, sondern gerade mittelständische Unternehmen müssen passgenaue, individuelle Lösungen erarbeiten. Die Umsetzung einer Industrie 4.0 lässt sich auf keinen Fall im Alleingang bewältigen, sondern nur mithilfe von Kooperationen und Partnerschaften, um Know-how zu bündeln.“

VDMA-Präsident Dr. Reinhold Festge unterstrich die Bedeutung von Industrie 4.0 und mahnte an, Industrie 4.0 in Nordrhein-Westfalen ganz oben auf die Agenda zu setzen und sich früh mit dem Thema auseinanderzusetzen. „Für Deutschland und die deutsche Industrie wird Industrie 4.0 im Mittelstand entschieden! Und nicht nur das, unsere Branche ist Wegbereiter für die Durchdringung unserer gesamten Wirtschaft mit Industrie 4.0 Lösungen!“

NRW ist Top-Standort zur Umsetzung von Industrie 4.0

Der Wirtschaftsstandort Nordrhein-Westfalen hat beste Chancen, seine Position als weltweiter Top-Anbieter für Industrie 4.0-Projekte weiter auszubauen und ist schon heute hervorragend aufgestellt. Nordrhein-Westfalen verfügt über eine beispiellose Vielfalt an relevanten Unternehmen, Branchen und Forschungsaktivitäten. Es besteht seit langem eine enge Vernetzung zwischen Wirtschaft und Wissenschaft, so dass die Unternehmen neues Wissen für ihre Arbeiten nutzen können und gemeinsam mit der Wissenschaft Prozesse und Produkte (weiter)entwickeln können. Führend und mit internationaler Strahlkraft ist beispielsweise das Spitzencluster „it’s OWL“.

„Wenn wir die Stärke unseres Wirtschaftsstandortes ausbauen wollen, müssen wir die Unternehmen des Mittelstandes mitnehmen in die digitale Zukunft. Sensibilisierung, Information, Vernetzung und Wissenstransfer von der Forschung insbesondere in die mittelständische Wirtschaft sind ein Gebot der Stunde“, erläuterte NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin.

Stefan Schnorr, Ministerialdirigent im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi), ging auf den Industriestandort Deutschland im internationalen Wettbewerb ein. Insbesondere viele kleine und mittelständische Unternehmen zögerten noch mit der Umstellung auf die digitalisierte Produktion aufgrund des zum Teil unklaren wirtschaftlichen Nutzens in Verbindung mit Unsicherheiten und hohen Investitionskosten. Hemmnisse der Unternehmen bei der Umsetzung von digitalen Lösungen in der Praxis müssten identifiziert und abgebaut werden.

Industrie 4.0 muss wirtschaftlich umsetzbar sein

Professor Dr. Reiner Anderl, Direktor der Technischen Universität Darmstadt stellte den VDMA-Leitfaden „Mittelstand: Konkreter Kurs auf Industrie 4.0“ vor. Dieser unterstützt den Mittelstand des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus dabei, in einem systematischen Prozess Potenziale für Produkte und die eigene Produktion in Bezug auf Industrie 4.0 zu identifizieren. Im Fokus steht nicht die Technologiebewertung, sondern eine ökonomische Betrachtung: „Wie kann mit Industrie 4.0 Geld verdient werden?“ Weitere wertvolle Hinweise bietet die Industrie 4.0 Readiness-Studie der VDMA Impuls-Stiftung. Sie zeigt Readiness-Unterschiede in der Industrie 4.0-Bereitschaft und –Fähigkeit der Unternehmen in den einzelnen 4.0-Dimensionen und definiert kritische Schritte, um die jeweils nächste Stufe zu erreichen. Darüber hinaus bietet die Studie einen Online-Selbst-Check an, der Unternehmen hilft, sich selbst in Bezug auf Industrie 4.0 einzuordnen.

Prozesssicherheit als Basis

Drei Workshops lieferten den Teilnehmern Anregungen aus der Praxis zu den Schwerpunkten „Innovationen & Technologietransfer“, „Mensch & Arbeitswelt“ sowie „IT-Sicherheit & Schutz von Wissen“. In der anschließenden Podiumsdiskussion kristallisierten sich folgende Aspekte heraus:

• Unternehmen müssen prozesssicher sein und ihr Contract- und IT-Management zu- kunftsfähig und sicher gestalten.

• Industrie 4.0 wird einige der klassischen Hierarchien in den Unternehmen ändern und die Organisationsstruktur verändern.

• Die Entwicklung der Technik und des Personals müssen Hand in Hand gehen.

• Die Ideen der Mitarbeiter für Industrie 4.0-Entwicklungen mit einbeziehen.

• Anfangen

Die Veranstaltung wurde von ProduktionNRW in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Rahmen des Branchendialogs Maschinenbau, dem Ministerium für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes NRW, der IG Metall mit dem Projekt „Arbeit 2020 in NRW“ und der Plattform Industrie 4.0 organisiert.

www.produktion.nrw.de

Veröffentlicht von

Sascha Brinkdöpke

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