Hoffnung auf Frühjahrsbelebung in Deutschland wächst

Berlin (dapd). Die Konjunkturaussichten Deutschlands und anderer Schwergewichte der Weltwirtschaft haben sich gebessert. In der Eurozone kann aber von allgemeiner Frühjahrsbelebung bislang nicht die Rede sein. Das Bundeswirtschaftsministerium erklärte am Donnerstag in Berlin, die deutsche Konjunktur habe sich nach der Delle im Winter erholt. Frühindikatoren der OECD lassen auf weiteres Wachstum in den USA und den asiatischen Wirtschaftsmächten hoffen. Der Ifo-Indikator für die Eurozone steigt, erreicht aber nicht den Durchschnittswert.

Die vom Münchner Ifo-Institut für den Indikator befragten Wirtschaftsexperten attestierten den Euroländern Deutschland und Estland derzeit eine gute und Finnland eine zufriedenstellende Wirtschaftslage. In Belgien, Frankreich, Irland, den Niederlanden und Österreich sahen sie positive Veränderungen, aber noch keine zufriedenstellende Lage. „Keine positiven Veränderungen sind in Griechenland, Portugal, Italien, Spanien und Zypern zu verzeichnen“, erklärte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.

Der Ifo-Indikator für die Lage in der gesamten Eurozone stieg vom ersten und zum zweiten Quartal von 109,1 auf 114,7 Punkte. Der Wert für die Geschäftserwartungen im Euroraum legte von 70,5 auf 91,8 Punkte zu. Vor allem die Erwartungen für die nächsten sechs Monate hätten sich spürbar verbessert. Die wirtschaftliche Lage im Euroraum sei aber nicht einheitlich, betonte Sinn.

Die Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) sieht ebenfalls mehr Anzeichen für einen Konjunkturfrühling. Ihr in Paris veröffentlichter Frühinidikator zog für den gesamten OECD-Raum von Februar auf März um 0,1 auf 100,5 Punkte an. Dabei verbesserten sich allerdings vor allem die Aussichten für die USA und asiatische Länder. Der Indikator für die USA stieg um 0,2 auf 101,3 Punkte, der für die fünf größten Volkswirtschaften Asiens um ebenfalls 0,2 auf 100,2 Punkte.

Der OECD-Wert für den Euroraum verharrte dagegen bei 99,6 Punkten. Dabei gab der Index für Frankreich und Italien je um 0,1 Punkte auf 99,6 und 99,2 Punkte nach. Der Wert für Deutschland blieb mit 99,3 Punkten unverändert. Für Deutschland und andere Euroländer gebe es aber langsam mehr positive Signale, erklärte die OECD.

Das Bundeswirtschaftsministerium rechnet damit, dass eine weltweite Belebung dem deutsche Außenhandel weitere Impulse geben wird. Die konjunkturelle Entwicklung in den USA und Japan nehme Fahrt auf, und Indien und China wüchsen robust, heißt es im Mai-Wirtschaftsbericht des Ministeriums. Der Bericht verweist zudem auf die im März leicht gestiegenen deutschen Ex- und Importe, auf den Anstieg der heimischen Industrieproduktion im gleichen Monat um 1,5 Prozent und der Auftragseingänge um 2,2 Prozent.

Die deutsche Chemieindustrie hat nach drei Quartalen mit Rückgängen ihren Ausstoß bereits wieder erhöht. Gegenüber dem Vorquartal stieg die Chemieproduktion von Januar bis März um 1,5 Prozent, wie der Verband der Chemischen Industrie (VCI) mitteilte. Die Auslastung der Produktionsanlagen wuchs um 2,4 Punkte auf 84,1 Prozent. Die Zahl der Mitarbeiter erhöhte sich um zwei Prozent auf rund 437.000. „Die Auftragsbücher füllen sich wieder. Die Konjunkturindikatoren geben Anlass zur Zuversicht“, sagte VCI-Präsident Klaus Engel.

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Peer-Michael Preß

Die Themenschwerpunkte des Autors sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien und deren Umsetzung in der Praxis.

Seitb 20 Jahren ist er geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG mit den Tätigkeitsbereichen Buch- und Zeitschriftenverlag, Druckerei und Medienagentur.

Er absolvierte die Ausbildung zum Verlagskaufmann in der Gundlach Gruppe, Bielefeld, und schloss erfolgreich ein Studium zum Betriebswirt mit Abschlussarbeit im Bereich Marketing zum Thema „E-Commerce in der graphischen Industrie“ ab.

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