Führungswechsel bei Unternehmen in der Region Ostwestfalen-Lippe bietet hohes Modernisierungspotenzial

HansJürgen Stricker, Niederlassungsleiter Firmenkunden der Commerzbank AG (Foto: Commerzbank)

Bewegung im Top-Management der Mittelständler aus Ostwestfalen-Lippe: Einer Umfrage im Auftrag der Commerzbank zufolge haben 42 Prozent der Unternehmen in den letzten fünf Jahren einen Wechsel an der Führungsspitze vollzogen. 41 Prozent sehen in den nächsten fünf Jahren einen solchen Wechsel auf sich zukommen – so die zentralen Ergebnisse der Befragung der Mittelstandsinitiative Unternehmerperspektiven.

Für die Studie „Next Generation: Neues Denken für die Wirtschaft“ hat das Marktforschungsinstitut Kantar TNS im Auftrag der Commerzbank über 2.000 mittelständische Unternehmer in ganz Deutschland, davon 78 Führungskräfte aus Ostwestfalen-Lippe, befragt.

Führungswechsel bietet großes Potenzial für Unternehmen

„Der Generationenwechsel bietet Unternehmen viele Chancen, die sie nutzen müssen. Denn die Unternehmer in der Region Ostwestfalen-Lippe sehen sich mit veränderten Rahmenbedingungen konfrontiert. Für 45 Prozent der Befragten stellen insbesondere starke neue Wettbewerber und für 36 Prozent erwartete Einbrüche wichtiger Absatzmärkte überdurchschnittlich häufig eine Herausforderung dar“, so HansJürgen Stricker, Niederlassungsleiter Firmenkunden der Commerzbank AG für die Region Bielefeld. Deutlich seltener als im Bundesdurchschnitt steht die Entwicklung neuer Geschäftsfelder auf der Agenda der Unternehmen (49 Prozent).

Zwar versuchen die meisten Unternehmen, sich rechtzeitig auf neue Technologien einzulassen und neue Produkte zu entwickeln, jedoch kämpfen 15 Prozent der Unternehmen in der Region mit überalterten Produkten und Dienstleistungen. Sie sehen trotz der Notwendigkeit, neue Geschäftsfelder zu entwickeln, den Modernisierungsbedarf nicht hauptsächlich bei der Angebotspalette (38 Prozent), sondern setzen auf eine bessere Mitarbeiterqualifikation (65 Prozent), die Optimierung der Produktionsabläufe (54 Prozent), eine Intensivierung der Marketingaktivitäten (49 Prozent) und auf ein neues Führungsverständnis (43 Prozent). „Mittelständische Unternehmen haben die besten Voraussetzungen, die Potenziale zu nutzen und den Wandel hin zum Unternehmen der Zukunft zu vollziehen.

Zum einen ermöglichen ihnen flache Hierarchien und flexible Strukturen große Handlungsfähigkeit. Zum anderen können sie Investitionen in die Zukunftsfähigkeit finanziell besser realisieren als zum Beispiel Start- ups“, erläutert Stricker.

Der Wandel zum Unternehmen der Zukunft ist ein Gemeinschaftsprojekt

Unternehmen aus Ostwestfalen-Lippe, denen die Umsetzung von Veränderungen erfolgreich gelungen ist, profitieren von einem Generationenwechsel und erfahrenen Managern, die von außen ins Unternehmen kommen. Junge Nachfolger und Führungskräfte unter 40 Jahren tragen häufig Gründermentalität in das Unternehmen und treiben unternehmerische Zukunftsprojekte voran. Am effektivsten sind junge Manager in jungen Unternehmen. Vier Prozent der Unternehmen, und damit deutlich weniger als im Bundesdurchschnitt, sind „Digital Natives“, also Unternehmen jünger als zehn Jahre.

In älteren Unternehmen – 55 Prozent der Unternehmen in Ostwestfalen-Lippe sind älter als 30 Jahre – sorgen etablierte Manager überdurchschnittlich häufig für regelmäßige Produktinnovationen. Neueinsteiger, also Führungskräfte, die weniger als fünf Jahre im Unternehmen tätig sind, treiben mit neuen Serviceleistungen, strategischen Kooperationen und der Entwicklung neuer Geschäftsfelder grundlegende Veränderungen voran. „Mittelständische Unternehmen aus Ostwestfalen-Lippe profitieren also von einem heterogenen Spitzenmanagement mit unterschiedlichem Management- und Erfahrungswissen und bleiben dadurch konkurrenzfähig“, so Strickers Fazit.

Unternehmen erwarten „Next Generation Banking“ von ihren Finanzinstituten

Die befragten Unternehmen zeigen ein sehr großes Interesse an neuen digitalen Bankdienstleistungen. Neben der Entwicklung neuer Software und Apps erwarten 53 Prozent der Mittelständler in Ostwestfalen- Lippe intelligente Lösungen, um die Bank-Services in die eigenen IT-Systeme zu integrieren. Die persönliche Beratung bleibt dabei hoch im Kurs: 37 Prozent der Unternehmer oder Manager können sich vorstellen, den Kontakt zur Bank sogar über Video-Chats herzustellen.

Die Initiative Unternehmerperspektiven und ihre Studien

Seit 2006 bildet die Mittelstandsinitiative Unternehmerperspektiven mit ihren Studien und Veranstaltungen ein Forum für Themen, die mittelständische Unternehmen in Deutschland bewegen, und artikuliert Positionen des Mittelstands in der Öffentlichkeit. Regelmäßig fragt die Initiative dazu Einschätzungen von Eigentümern und Managern aus Unternehmen aller Größenordnungen und Branchen zu aktuellen Themen ab. Die Datenbasis bilden repräsentative Umfragen mit 2.000 Führungskräften der ersten Ebene. Die Studienergebnisse diskutieren Vertreter aus Wirtschaft, Verbänden, Politik, Wissenschaft und Bank im Rahmen öffentlicher Podien. Sie schaffen gegenseitiges Verständnis und zeigen tragfähige Lösungsansätze für die Herausforderungen des Mittelstands auf. Die kompletten Ergebnisse der aktuellen Studie „Next Generation: Neues Denken für die Wirtschaft“ finden Sie unter:

www.unternehmerperspektiven.de

Veröffentlicht von

Sascha Brinkdöpke

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