„Energiemanagement lohnt sich auch für den Mittelstand“

Detmold. „Viel Verhandlungsmasse beim Strompreis haben die meisten Unternehmen nicht.“ Schließlich bestimme der Staat über Steuern und Abgaben sowie die regulierten Netzentgelte 60 Prozent des Preises. Das stellte Andreas Gerhardy von der savemaxx GmbH gleich zu Beginn der Veranstaltung der Industrie und Handelskammern Lippe (IHK Lippe) und Ostwestfalen zum Thema Energiesteuern und Energiemanagement am 12. März in Detmold fest.

„Mittlerweile 18 Regelungen können von Unternehmen genutzt werden, um Netzentgelte und staatliche Aufschläge zu reduzieren“, berichtete Gerhardy. Dafür fordere der Staat allerdings auch Gegenleistungen. So müssten produzierende Unternehmen ab 2013 ein Energiemanagementsystem (EMS) oder Energiecontrolling einführen. „Sonst können sie die Rückerstattungsmöglichkeiten der Strom- und Energiesteuern nicht mehr voll nutzen.“ „Welche Nachweise die Unternehmen dafür genau erbringen müssen, ist indes noch ungewiss“, beklagte Matthias Carl, stellvertretender Geschäftsführer der IHK Lippe. Hier fehlten noch die Durchführungsverordnungen. Damit zerschlug Carl die Hoffnung der über 100 anwesenden Unternehmensvertreter auf rechtliche Klarheit.

Jochen Buser von der Gut Cert GmbH verglich im Anschluss das für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) geforderte Energiecontrolling (nach der europäischen Norm DIN EN 16247) mit dem für die übrigen Unternehmen obligatorischen EMS (nach der internationalen Norm DIN EN ISO 50001). „Beim Energiecontrolling muss sich das Unternehmen nur regelmäßig durch einen Fachmann untersuchen lassen.“ Die Umsetzung von Maßnahmen werde nicht gefordert. „Nachhaltige Verbesserung der betrieblichen Energieeffizienz und konkrete Einsparungen bringt deshalb nur ein Energiemanagementsystem“, zeigte sich Buser überzeugt. Bei der Erstzertifizierung könnten Unternehmen ihre Energiekosten um bis zu 30 Prozent senken.

Dirk Gremmel von der uniconsult GmbH stellte schließlich die Einzelschritte zur Einführung eines EMS im Mittelstand vor. Die Unternehmen müssten dabei ihre Energieflüsse, Verbräuche und Einsparpotenziale ermitteln, Einsparziele setzen und konkrete Maßnahmen umsetzen. Bei den Mitarbeitern sieht Gremmel die größten Potenziale: „Benennen Sie in allen Bereichen Energieverantwortliche und wecken Sie das Bewusstsein ihrer Mitarbeiter.“ Sein Fazit: „Energiemanagement lohnt sich auch für den Mittelstand!“

Veröffentlicht von

Peer-Michael Preß

Die Themenschwerpunkte des Autors sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien und deren Umsetzung in der Praxis.

Seitb 20 Jahren ist er geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG mit den Tätigkeitsbereichen Buch- und Zeitschriftenverlag, Druckerei und Medienagentur.

Er absolvierte die Ausbildung zum Verlagskaufmann in der Gundlach Gruppe, Bielefeld, und schloss erfolgreich ein Studium zum Betriebswirt mit Abschlussarbeit im Bereich Marketing zum Thema „E-Commerce in der graphischen Industrie“ ab.

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