E-Commerce: Werden Möbel nur noch online gekauft oder haben Möbelhäuser noch eine Chance?

©istock.com/grapestock
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Das rasante Wachstum des Möbelmarktes im Internet hat die traditionellen Möbelhändler in den letzten Jahren vor einige Herausforderungen gestellt. Zwischen 7 und 10 % des deutschen Gesamtumsatzes der Branche wurden im letzten Jahr online erzielt, Tendenz steigend. Doch was bedeutet dies für Möbelhäuser und Einzelhändler?

Wachstum des Möbel-Onlinehandels dank Bequemlichkeit

Schuhe, Kleidung und Bücher werden von Nutzern schon seit geraumer Zeit im Internet bestellt. Bester Grund für diesen Aufschwung des E-Commerce: Es ist bequem. Und auch wenn es um den Kauf von Möbeln geht, schätzen die Kunden es, nicht erst stundenlang durch Möbelhäuser streifen zu müssen. Große Online-Händler wie moebel.de und kleinere Shops wie wayfair.de bieten eine große Auswahl, geschickte Filtermöglichkeiten und schnellere Lieferungen. Da rückt die Idee, Möbel müsse man anfassen und ausprobieren können, schnell in den Hintergrund. Ganze Sitzlandschaften, Schränke und Esstische können problemlos bestellt und geliefert werden. Auch die Rückgabe wird dem Kunden so unkompliziert wie möglich gestaltet. Dennoch liegt der Anteil der Retouren für die meisten E-Commerce-Seiten der Möbelbranche bei gerade einmal 3 %. Ähnlich wie in anderen Branchen scheint der Online-Handel also übernommen zu haben. Laut einer Studie können sich gerade einmal 15 % nicht vorstellen, ihre Möbel über das Internet zu kaufen.

©istock.com/SolStock
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Die Reaktionen der Möbelhäuser

Lange Zeit haben sich traditionelle Möbelhändler nicht mit den Veränderungen der Branche und den Möglichkeiten des E-Commerce befasst. Die Ausstellungsflächen wurden trotz starker Konkurrenz und sinkender Profitabilität vergrößert. Man wollte die Kunden mit einer besseren Auswahl locken. Sinkende Preise und Rabatt-Schlachten der großen Wettbewerber waren die Folge. Dem Möbelonlineversand konnte dies jedoch nichts anhaben. Doch langsam scheint ein Umdenken im E-Commerce stattzufinden. Mit eigenen Online-Marken und Multi-Channel-Konzepten versuchen die Möbelhersteller am Erfolg teilzuhaben – mal mehr und mal weniger erfolgreich. Klar ist jedoch: „E-Commerce wird nicht mehr länger in Frage gestellt, sondern als ernsthafte Expansionsmöglichkeit bewertet.“, meint die Studie E-Commerce in der Möbelbranche.

©istock.com/yoh4nn
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Multi-Channel-Service im Möbelhandel: Erfolg auf mehreren Kanälen

Um mit dem Wachstum der reinen Online-Händler mithalten zu können, müssen auch Einzelhandel und Möbelhaus im Internet Präsenz zeigen. Die Öffnung mehrerer Kanäle für den Kunden erscheint daher nur sinnvoll. Click & Collect, also die Abholung von Artikeln, die bereits online vorbestellt wurden, ist eine der wichtigsten Services in diesem Konzept. Und auch die Prüfung der Verfügbarkeit von Produkten in einer Filiale ist vielen Nutzern beim Kauf von Möbeln besonders wichtig. Ähnliches gilt für Instore-Return, wie es bereits im Kleiderhandel bei H&M möglich ist. Zu guter Letzt ist Instore-Order momentan noch von geringer Bedeutung, wird aber wohl in nächster Zeit vermehrt in den Fokus rücken. Mit solch sinnvollen Omni-Channel-Konzepten, die auf die veränderten Bedürfnisse der Nutzer eingehen, könnten auch traditionelle Möbelhändler weiterhin im Rennen bleiben.

Veröffentlicht von

Peer-Michael Preß

Die Themenschwerpunkte des Autors sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien und deren Umsetzung in der Praxis.

Seitb 20 Jahren ist er geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG mit den Tätigkeitsbereichen Buch- und Zeitschriftenverlag, Druckerei und Medienagentur.

Er absolvierte die Ausbildung zum Verlagskaufmann in der Gundlach Gruppe, Bielefeld, und schloss erfolgreich ein Studium zum Betriebswirt mit Abschlussarbeit im Bereich Marketing zum Thema „E-Commerce in der graphischen Industrie“ ab.

Sie erreichen Peer-Michael Preß unter:

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