Digitalisierung der Fotografie – Wie aus analog digital wurde

Bildrechte: Flickr Good Charlotte (bis) Adrián Pérez CC BY-SA 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

Die Digitalisierung verändert Deutschland grundlegend und fordert auch das eine oder andere Opfer – darunter klassische Fotodienstleister. Längst geben in der Fotowelt Pixel, Bits und Bytes den Ton an und haben die analoge Fotografie fast vollständig verdrängt. Seit 2000 ist der Verkauf von analogen Filmen um 97 Prozent zurückgegangen und der Umsatz der auf die Entwicklung solcher Fotos spezialisierten Labore dementsprechend eingebrochen. Damit ist der analoge Fotomarkt innerhalb einer Dekade fast vollständig verschwunden. Zu den großen Opfern dieser Entwicklung zählt beispielsweise der ehemalige Branchenriese Kodak, der trotz Digitalisierung weiterhin auf den analogen Film setzte und deswegen 2012 Insolvenz anmelden musste.

Fall und Aufstieg

Gleichzeitig feierte die digitale Fotografie große Erfolge. Ironischerweise stammt diese Technologie von Kodak selbst, wurde von der Unternehmensleitung jedoch unterschätzt und zugunsten der analogen Fotografie zurückgehalten. In der Folgezeit entstanden jedoch neue Foto-Dienstleister wie WhiteWall, die von der digitalen Fotografie profitierten und ihren Fotoservice schon frühzeitig online anboten. Solche Anbieter punkten mit qualitativ hochwertigen Abzügen auf unterschiedlichen Trägermaterialien und geben die Richtung vor: weniger Masse, dafür Klasse. Denn eine Folge des digitalen Wandels ist auch, dass insgesamt weniger Fotos entwickelt werden. Meist landen die Fotos auf einer Festplatte oder Speicherkarte, anstatt dass sie auf Papier gedruckt werden. Nur die schönsten Fotomotive werden tatsächlich entwickelt und meist als Geschenk oder in Form hochwertiger Abzüge und Drucke zur Verschönerung des eigenen Wohnraums verwendet.

Etwas für Liebhaber

Auch wenn der Markt extrem geschrumpft ist, bleibt die analoge Fotografie weiterhin bestehen – in einem sehr kleinen Rahmen. Mittlerweile tummeln sich auf diesem Nischenmarkt hauptsächlich Nostalgiker, Foto-Puristen, Künstler oder Hobbyfotografen mit eigenem Fotolabor. Dabei spielen nicht nur ästhetische Gründe eine Rolle, sondern auch eine Abkehr von der digitalen Wegwerffotografie und der Sensibilisierung für einzigartige Motive. So entstehen vielerorts kleine, private Dunkelkammern, in denen mit Rotlicht und Säurebädern eigene Fotos auf Papier gebracht werden. Wirkliche Konkurrenz für den digitalisierten Markt stellen diese kleinen Fotolabore jedoch nicht dar.

Veröffentlicht von

Peer-Michael Preß

Die Themenschwerpunkte des Autors sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien und deren Umsetzung in der Praxis. Seid dem Jahr 2000 ist er geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG mit den Tätigkeitsbereichen Buch- und Zeitschriftenverlag, Druckerei und Medienagentur. Er absolvierte die Ausbildung zum Verlagskaufmann in der Gundlach Gruppe, Bielefeld, und schloss erfolgreich ein Studium zum Betriebswirt mit Abschlussarbeit im Bereich Marketing zum Thema „E-Commerce in der graphischen Industrie“ ab.

Ein Gedanke zu „Digitalisierung der Fotografie – Wie aus analog digital wurde“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.