Dienstleister überwiegend auf Wachstumskurs

Präsentierten die Daten der aktuellen IHK-Konjunkturumfrage Frühjahr 2015 für den Handel und die Dienstleister: Marco Rieso, IHK-Referatsleiter Handel und Dienstleistungen, Rainer Döring, IHK-Vizepräsident und Vorsitzender des IHK-Handelsausschusses, Harald Grefe, stv. IHK-Hauptgeschäftsführer, und Holger Piening, IHK-Vizepräsident und Vorsitzender des IHK-Dienstleisterausschusses (v.l.) (Foto: IHK Ostwestfalen)
Präsentierten die Daten der aktuellen IHK-Konjunkturumfrage Frühjahr 2015 für den Handel und die Dienstleister: Marco Rieso, IHK-Referatsleiter Handel und Dienstleistungen, Rainer Döring, IHK-Vizepräsident und Vorsitzender des IHK-Handelsausschusses, Harald Grefe, stv. IHK-Hauptgeschäftsführer, und Holger Piening, IHK-Vizepräsident und Vorsitzender des IHK-Dienstleisterausschusses (v.l.) (Foto: IHK Ostwestfalen)

Unternehmen aus Handel und Dienstleistung sind mit ihrer aktuellen wirtschaftlichen Lage zufrieden – zu diesem Ergebnis kommt die Frühjahrskonjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK).

Befragt wurden die Firmen zwischen Dezember 2014 und Februar 2015, insgesamt 1.330 Unternehmen mit 63.817 Beschäftigten haben sich beteiligt Der Konjunkturklimaindikator, der die momentane Lageeinschätzung der Betriebe mit ihren Erwartungen in Relation setzt, ist im Handel um 6 Punkte auf 127 gestiegen, gleichzeitig ging der Wert für die Dienstleistungsbranche um 16 Punkte auf 104 zurück.

„Der Rückgang erklärt sich aus einer Art statistischer Überreaktion“, erklärte Harald Grefe, stellvertretender IHK- Hauptgeschäftsführer, heute (26.02.2015) bei der Ergebnispräsentation in Bielefeld. „Der Grund für den starken Rückgang liegt in der Gewichtung mit den Beschäftigtenzahlen. Einige größere Unternehmen aus der Kreditwirtschaft und dem Gesundheitswesen haben mit gedämpften Erwartungen bei dieser Umfrage viele kleinere Unternehmen dominiert“, so Grefe.

„Für den Handel ergibt sich ein insgesamt positives Bild“, bilanzierte Rainer Döring, IHK-Vizepräsident und Vorsitzender des IHK-Handelsausschusses. „Die Rahmenbedingungen im Frühjahr 2015 sorgen für Rückenwind. Die niedrigen Rohstoffpreise entlasten Verbraucher und Unternehmen, der niedrige Zins bremst die Sparneigung und fördert den Konsum und Teile des Großhandels profitieren vom niedrigen Eurokurs.“ So beurteilen 35 Prozent der befragten Großhändler ihre momentane Geschäftslage als gut, 11 Prozent als schlecht.

Bei den Erwartungen rechnen 25 Prozent mit einer besseren Geschäftslage, 12 Prozent blicken weniger optimistisch in die Zukunft. Bei den Einzelhändlern schätzen 31 Prozent der Unternehmen ihre Geschäftslage als gut ein, 14 Prozent als schlecht. Auch bei den Erwartungen rechnen 23 Prozent mit einer besseren und 17 Prozent mit einer schlechteren Geschäftslage. 78 Prozent der befragten Händler wollen ihren Personalbestand stabil halten.

„Die gegenwärtige Geschäftslage bei den Dienstleistungsbranchen befindet sich auf einem hohen Niveau“, fasste Holger Piening, IHK-Vizepräsident und Vorsitzender des IHK-Dienstleisterausschusses, die Stimmung der Betriebe zusammen. So sprechen 42 Prozent von einer guten, lediglich 7 Prozent von einer schlechten Geschäftslage. Ihre aktuelle Lage schätzten die Dienstleister damit deutlich besser ein als die Erwartungen für die kommenden zwölf Monate, die sich auf dem Stand der Herbstumfrage 2014 einpendeln: 32 Prozent der Befragten rechnen mit einer besseren Geschäftslage, 11 Prozent gehen von einer schlechteren Entwicklung aus. Dabei fällt die Bewertung innerhalb der Dienstleister stark auseinander.

So sind die Aussichten in der IT-Branche weiterhin sehr positiv. „Das Thema ‚Digitalisierung von Geschäftsprozessen‘ ist eines der Topthemen der Wirtschaft und Umsatztreiber für die Branche“, hob Piening hervor. 43 Prozent der IT-Unternehmen rechnen mit einer besseren, 49 Prozent mit einer gleichbleibenden Geschäftslage. Rund ein Drittel der Firmen sucht Personal. Im Kreditgewerbe hingegen besteht die größte Diskrepanz zwischen aktueller Lage und den Zukunftserwartungen. „Seit Beginn der Niedrigzinsphase ist die Branche pessimistisch“, erläuterte Piening. So beurteilen 32 Prozent der befragten Unternehmen ihre momentane Geschäftslage als gut, allerdings sind die Erwartungen „stabil negativ“, so Piening: 42 Prozent rechnen mit einer schlechteren Geschäftslage. Dies lasse auch einen weiteren Personalabbau befürchten.

Marco Rieso, IHK-Referatsleiter Handel und Dienstleistung, betonte bei der Vorstellung der Strukturdaten, dass der tertiäre Sektor der Jobmotor für die Region sei. Der Anteil des tertiären Sektors mit Handel und Dienstleistung entspreche in Ostwestfalen einem Anteil von 64,2 Prozent, während der Industrie-Anteil lediglich bei 35,3 Prozent liege. Die Dienstleistungsbranchen hätten seit dem Jahr 2005 mehr als 70.000 Arbeitsplätze in der Region geschaffen.

www.ostwestfalen.ihk.de

Veröffentlicht von

Sascha Brinkdöpke

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