Die Arbeitsmarktentwicklung im Februar 2017

Im Februar waren im Bezirk der Arbeitsagentur Bielefeld 25.030 Personen ohne Arbeit. Damit stieg die Arbeitslosenzahl gegenüber dem Vormonat um 0,8 Prozent oder um 190 Personen an. Gegenüber Februar 2016 fiel die Zahl der Arbeitslosen um 1.343 (minus 5,1 Prozent). Die Arbeitslosenquote stieg in der Region um 0,1 auf 6,7 Prozent. Im Vorjahr lag die Quote noch bei 7,2 Prozent.

Agenturchef Thomas Richter bilanziert eine saisontypische Entwicklung und einen stabilen Arbeitsmarkt in Bielefeld: „Kurz bevor der Endspurt des ersten Quartals beginnt, zeigt sich der Arbeitsmarkt in Bielefeld bereits stabil: Die Arbeitslosenquote in der Stadt Bielefeld, sowie im Agenturbezirk, stieg im Februar um überschaubare 0,1%; in Gütersloh liegt sie unverändert bei 4,8%. Weniger ältere Menschen, weniger Arbeitskräfte mit Hindernissen sind heute arbeitslos als noch vor einem Monat. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit bei den Langzeitarbeitslosen, zum Beispiel, fiel vergleichsweise gering aus: 0,2%. Auch die Arbeitslosigkeit unter Ausländern stieg überschaubar um 0,8%.

Die Witterung unterstützt saisontypisch einen Aufschwung, der sich im Februar schon abgezeichnet hat und – erfahrungsgemäß – den März positiv prägen wird“. Eine Zielgruppe fällt aus dem Rahmen: „Im Vergleich zu Januar sind 6,4% mehr Jugendliche arbeitslos als im letzten Monat. Dies hängt nur zum Teil mit jungen Geflüchteten zusammen; eine Reihe Auszubildende haben im Januar ihre Abschlussprüfungen bestanden und nehmen nun den Arbeitsmarkt in Angriff. Insgesamt 5.726 Stellen im Bestand der Arbeitsagentur bieten auch ihnen den Einstieg in den Arbeitsmarkt.“

Insgesamt 5.726 Arbeitsstellen wurden Ende Februar im Bestand der Agentur geführt, 310 Stellen mehr als im Vormonat (plus 5,7 Prozent); auch im Vergleich zum Vorjahr stieg der Bestand im Februar um 447 Stellen (plus 8,5 Prozent).

Im Februar waren 5.168 Zugänge in und 4.951 Abgänge aus der Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk zu verzeichnen. Im Vormonatsvergleich beendeten 40,8 Prozent mehr Menschen ihre Arbeitslosigkeit (plus 1.434 Personen). Zugleich nahm die Zahl derjenigen, die arbeitslos wurden, zwischen Januar und Februar um 227 Menschen zu (plus 4,6 Prozent). Im Jahresvergleich gingen weniger Menschen aus der Arbeitslosigkeit (minus 165 Personen); der Zugang in die Arbeitslosigkeit fiel im Jahresvergleich höher aus (plus 129 Personen).

Entwicklung der Arbeitslosigkeit getrennt nach Rechtskreisen

Von den 25.030 Arbeitslosen des Agenturbezirks Bielefeld wurden im Februar 8.447 durch die Agentur für Arbeit (Rechtskreis Sozialgesetzbuch III) betreut. Die Arbeitslosenzahl im Bereich SGB III stieg damit in den vergangenen Wochen um 78 oder 0,9 Prozent. Die Vorjahreszahl wird mit diesem Ergebnis um 695 Personen oder 9,0 Prozent überschritten.

Im Bereich der Grundsicherung (Rechtskreis Sozialgesetzbuch II), also bei den Jobcentern in der Region, stieg die Zahl um 0,7 Prozent; das entspricht einer Zunahme um 112 Arbeitslose. Insgesamt waren hier 16.583 Arbeitslose gemeldet: 2.038 oder 10,9 Prozent weniger als im Februar 2016. 66,3 Prozent der Arbeitslosen fallen in den Bereich der Grundsicherung.

Der relativ hohe Rückgang der Arbeitslosigkeit im Bereich der Grundsicherung (SGB II) im Jahresvergleich, spiegelt die sogenannten „Aufstocker“ wider: Seit dem 1. Januar 2017 werden „Aufstocker“, also Personen die aufgrund von Hilfebedürftigkeit neben dem Arbeitslosengeld aufstockend auch Arbeitslosengeld II beziehen, durch die Agenturen für Arbeit – nicht mehr durch die Jobcenter (SGB II) – betreut.

Personengruppen 

Im Jahresvergleich sank die Arbeitslosigkeit der Jugendlichen zwischen 15 und 25 Jahren; beim Vormonatsvergleich von Januar 2017 auf Februar 2017 stieg die Zahl der Arbeitslosen um 158 Personen oder 6,4 Prozent und liegt jetzt bei 2.639. Die Arbeitslosenquote in dieser Altersklasse stieg im Vergleich zum Vormonat um 0,4 Prozent auf 6,1 Prozent (6,5 im Februar 2016).

In der Gruppe 50 Jahre und älter fand ein Rückgang der Arbeitslosigkeit statt: 61 Personen oder 0,9 Prozent weniger waren im Vergleich zum Januar 2017 arbeitslos gemeldet, 7.100 Personen dieser Altersgruppe waren im Februar 2017 arbeitslos; die Februarzahl des Vorjahres wurde um 324 Personen unterschritten (minus 4,4 Prozent). Bei den Älteren liegt die aktuelle Arbeitslosenquote bei 6,1 Prozent (Vormonat: 6,2 Prozent) und damit 0,5 Prozentpunkte unter dem Wert für Februar 2016 (6,6 Prozent).

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen hat im Vergleich zum Vormonat um 20 (plus 0,2 Prozent) leicht zugenommen. Im Februar waren 9.680 Menschen länger als ein Jahr ohne Arbeit; der Anteil der Langzeitarbeitslosen an der gesamten Arbeitslosigkeit liegt somit bei 38,7 Prozent.

Die Zahl der von Arbeitslosigkeit Betroffenen ausländischer Herkunft erhöhte sich im Februar leicht um 67 (plus 0,8 Prozent) auf 8.628. Im Vergleich zu Februar 2016 ergibt sich eine Zunahme von 248 Personen oder 3,0 Prozent.

„Die sehr überschaubare Zunahme der Arbeitslosikgeit unter Ausländern ist ein gutes Zeichen für die Beständigkeit der Kooperationspartner am Arbeitsmarkt: Geduld, Kommunikation und die richtigen Maßnahmen ermöglichen schrittweise und nachhaltig den Eintritt geflüchteter Menschen in das Arbeitsleben. Derzeit befinden sich viele unter ihnen in arbeitspolitischen Maßnahmen; im Zuge der Frühjahrsbelebung erwarten wir einen weiterhin stabilen Arbeitsmarkt in Bielefeld, der auch geflüchteten Menschen Chancen bieten wird“, reflektiert Richter die Prämisse der Arbeitsagentur hinsichtlich nachhaltiger Integration neu Zugewanderter.

Sonderthema: Kurzausblick Ausbildungsmarkt

Vom 27. bis 31. März findet in diesem Jahr die bundesweite Woche der Ausbildung statt. In dieser wird sich die Agentur für Arbeit Bielefeld/Gütersloh mit verschiedenen Aktionen, wie zum Beispiel dem Metall-Elektro Job-Speed-Dating in Kooperation mit der Krieishandwerkschaft Gütersloh beteiligen. In Bielefeld veranstaltet die Arbeitsagentur eine Informationsreihe zum Thema Teilzeitausbildung. An dieser Stelle soll bereits ein Kurzausblick auf die offizielle Berichterstattlung zur Halbjahresbilanz auf dem Ausbildungsmarkt Ende März gegeben werden:

Seit Beginn des Berichtsjahrs haben sich 3.865 Bwerberinnen und Bewerber für eine Ausbildungsstelle gemeldet. Dies entspricht einem leichten Rückgang von 26 Bewerbern oder 0,7 Prozent zum Vorjahr. Auf der anderen Marktseite stehen den Suchenden 3.832 offene Ausbildungsplätze gegenüber. Ein Plus von 61 Stellen oder um 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Entsprechend ausgeglichen gestaltet sich das Verhältnis von Ausbildungspatzgesuchen zu freien Stellen. Hierbei ist zu beachten, dass die Werte an diesem frühen Zeitpunkt im laufenden Ausbildungsjahr nur eine tendenzielle Aussagekraft besitzen. Veränderungen im Marktgeschehen sind in den nächsten Monaten sehr wahrscheinlich.

Regionaldaten

Stadt Bielefeld

In der Stadt Bielefeld stieg die Zahl der Arbeitslosen gegenüber Januar um 160 (plus 1,1 Prozent) auf 15.262. Im Vorjahresvergleich entspricht das jedoch einem deutlichen Rückgang von 6,8 Prozent. Aktuell entfallen auf die Agentur für Arbeit Bielefeld 4.102 Arbeitslose (plus 51 oder 1,3 Prozent) und auf das Jobcenter Bielefeld 11.160 (plus 109 oder 1,0 Prozent).

Im Vergleich zum Vorjahr waren im Bereich der Agentur für Arbeit im Februar 2017 430 Menschen mehr arbeitslos (plus 11,7 Prozent). Im Bereich des Jobcenters Arbeitplus sank die Zahl im Laufe des vergangenen Jahres um 1.535 Personen oder 12,1 Prozent. Die Arbeitslosenquote gegenüber dem Vormonat stieg um 0,1 Prozent und liegt aktuell bei 8,9 Prozent. Im Februar 2016 waren es 9,6 Prozent.

Kreis Gütersloh

Im Kreis Gütersloh stieg die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vormonat auf 9.768 Personen. Es gab hier 30 Arbeitslose mehr als im Januar (plus 0,3 Prozent). Gegenüber dem Vorjahr verringerte sich die Arbeitslosigkeit jedoch um 238 Personen, bzw. 2,4 Prozent.

Von den 9.768 Arbeitslosen entfallen 4.345 auf die Agentur für Arbeit (plus 27 oder 0,6 Prozent gegenüber Januar und auf das Jobcenter Kreis Gütersloh 5.423 (plus 3 oder 0,1 Prozent gegenüber Januar). Im Vorjahresvergleich sind im Versicherungsbereich (SGB III) 265 Arbeitslose mehr (plus 6,5 Prozent) registriert, im Bereich der Grundsicherung gibt es aktuell 503 Arbeitslose weniger (minus 8,5 Prozent) als vor Jahresfrist. Im Vergleich zum Vormonat blieb die Arbeitslosenquote im Kreis Gütersloh bei 4,8 Prozent. Im Februar des Vorjahres waren es noch 5,1 Prozent.

Der Arbeitsmarkt in Ostwestfalen-Lippe

Im Februar waren 68.894 Personen arbeitslos gemeldet. Das sind 0,5 Prozent mehr als im Vormonat. Vor einem Jahr waren allerdings 3,5 Prozent oder knapp 2.500 Menschen mehr ohne Arbeit. Der nur sehr schwach ausfallende saisontypische Anstieg der Arbeitslosigkeit im kalten Wintermonat Februar sowie der deutliche Rückgang in der saisonbereinigten Betrachtung, verweisen auf die derzeit gute Lage am Arbeitsmarkt in unserer Region.

Die Arbeitslosenquote in der Region stieg auf 6,3 Prozent. Das entspricht einer überschaubaren Verschlechterung um 0,1 Prozentpunkte gegenüber dem Vormonat und liegt gleichzeitig 0,3 Prozentpunkte unter dem Ergebnis des Februars 2016.

Die Arbeitslosigkeit stieg im Vormonatsvergleich besonders im Bereich der Arbeitslosenversicherung und dort u.a. in drei Personengruppen an: Ausländer, jüngere Menschen und Männer. Dabei existieren große Überschneidungen zwischen den Gruppen und auch die beobachtbare Steigerung lässt sich gemeinsam zu einem nicht unerheblichten Teil auf den statistischen Einfluss der Fluchtmigration zurückführen. Die Geflüchteten, die nun auf den Arbeitsmarkt drängen, sind meist jung und männlich. Zudem kommen sie häufig nicht erstmalig auf die Agenturen in der Region zu, sondern sind Maßnahmerückkehrer, welche die ersten eingeleiteten und notwendigen Qualifizierungsschritte bereits absoviert haben. Abseits dieser drei Gruppen hat die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat – und dem Landestrend entsprechend – abgenommen. Dies betrifft Langzeitarbeitslose ebenso wie ältere und schwerbehinderte Menschen.

Die günstigsten Arbeitslosenquoten in OWL weisen nach wie vor die Bezirke Herford und Paderborn (5,6 und 5,8 Prozent) auf. Aber auch Bielefeld (6,7 Prozent) und Detmold (7,1 Prozent) liegen weiterhin günstiger als der NRW-Durchschnitt von 7,7 Prozent.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften stieg erfreulicherweise stark an und liegt in OWL weiterhin auf hohem Niveau. 6.153 Arbeitsangebote wurden im Laufe des Februars von Betrieben und Verwaltungen gemeldet, mehr als im Februar 2016 (+ 697). In der Region sind bei den Agenturen für Arbeit und den Jobcentern insgesamt 17.345 freie Arbeitsstellen gemeldet, 2.131 oder gut 14 Prozent mehr als im Vorjahr.

www.arbeitsagentur.de

Veröffentlicht von

Sascha Brinkdöpke

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