Deutschland ist gut gerüstet für den Arbeitsmarkt der Industrie 4.0

Die Digitalisierung prägt bereits heute die Art, wie wir leben, kommunizieren, arbeiten und wirtschaften – und wird es künftig noch stärker tun. Laut dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie schätzen aktuelle Studien allein für Deutschland bis 2025 ein zusätzliches Wachstumspotential durch die Industrie 4.0 zwischen 200 und 425 Milliarden Euro.

Im Forschungsprojekt Rakoon arbeiten Wissenschaftler an der Universität Hohenheim unter der Leitung der Soziologin Prof. Dr. Sabine Pfeiffer an den Möglichkeiten von Unternehmen, den Weg in die Industrie 4.0 für sich leichter zu ebnen. „Wir analysieren, wo der Mehrwert der Digitalisierung für die einzelnen Unternehmen steckt“, sagt Prof. Dr. Sabine Pfeiffer. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Projekt Rakoon mit rund 1,2 Mio. Euro. 175.000 Euro davon entfallen auf die Universität Hohenheim und machen das Projekt zu einem der Schwergewichte der Forschung.

Ein Großteil der Beschäftigten in Deutschland ist fit für den Wandel zur Industrie 4.0. Das ist ein erstes Ergebnis aus dem Projekt Rakoon an der Universität Hohenheim. „Dies wiederspricht dem weitverbreiteten Eindruck, dass Beschäftigte hinten dran sind“, sagt Prof. Dr. Sabine Pfeiffer. Ganz im Gegenteil: „Die Rolle des durch eigene Erfahrung gesammelten Wissens der Beschäftigten nimmt zu. Sie meistern die immer schneller werdenden Arbeitsprozesse, die dabei auch immer mehr Flexibilität fordern“, erläutert Prof. Dr. Pfeiffer: „Die Industrie 4.0 scheitert nicht an den Menschen“, so das Ergebnis erster Projekt-Auswertungen.

Ausgewertet wurde dafür eine seit 1979 wiederholt durchgeführte Repräsentativbefragung von rund 20.000 Erwerbstätigen in Deutschland zu den Themen Arbeit und Beruf im Wandel sowie Erwerb und die Verwertung von beruflicher Qualifikation. Dazu zählen Erwerbstätige, die mindestens 15 Jahre alt sind und einer bezahlten Arbeit von mindestens zehn Stunden in der Woche nachgehen.

„Rund zwei Drittel der Beschäftigten in Deutschland haben mindestens eine duale Ausbildung – das entspricht einer sehr hohen formalen Qualifikation“, sagt Prof. Dr. Pfeiffer. Ebenso gehen heute bereits 71 Prozent aller Erwerbstätigen in hohem Maß mit Komplexität und Erfahrungswissen auf die Anforderungen moderner Arbeitsplätze ein. Sie sieht darin einen deutlichen Wettbewerbsvorteil Deutschlands gegenüber anderen Ländern.

Neue Organisationskulturen sind gefragt

„In Zukunft wird es darauf ankommen, den Weg in die Industrie 4.0 leichter zu ebnen. Die Führungskräfte sind aufgefordert, die Organisationen so zu gestalten, dass der Mehrwert durch Digitalisierung erkannt wird. So lautet ein Ergebnis aus den Untersuchungen von Prof. Dr. Pfeiffer. Um dies zu erreichen, seien mehr partizipative Prozesse in den Unternehmen erforderlich.

Hintergrund: Forschungsprojekt Rakoon

Der offizielle Projektname lautet: „Fortschritt durch aktive Kollaboration in offenen Organisationen –Lebensphasen-adäquates Kompetenzmanagement“ und wird mit Rakoon abgekürzt. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 1,2 Millionen Euro gefördert, davon entfallen 175.000 Euro auf die Universität Hohenheim. Damit zählt es zu einem der Schwergewichte der Forschung. Projektträger ist das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR). Koordiniert wird der Projektverbund von der TU München. Rakoon läuft seit Ende 2013 und ist auf drei Jahre angelegt.

Weitere Projektpartner sind:

•       Das Institut für Sozialwissenschaftliche Forschung (ISF) München

•       Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München

•       Technische Universität (TU) München

•       CAS Software AG

•       kunst-stoff GmbH

Hintergrund: Schwergewichte der Forschung

Rund 30 Mio. Euro an Drittmitteln akquirierten Wissenschaftler der Universität Hohenheim 2014 für Forschung und Lehre. In loser Folge präsentiert die Reihe „Schwergewichte der Forschung“ herausragende Forschungsprojekte mit einem Drittmittelvolumen von mindestens 250.000 Euro bei den Experimental- bzw. 125.000 Euro bei den Sozial- und Gesellschaftswissenschaften.

www.uni-hohenheim.de

Veröffentlicht von

Sascha Brinkdöpke

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