Demjanjuks Familie stellt Strafantrag wegen Totschlags

Demjanjuks Familie stellt Strafantrag wegen Totschlags Berlin (dapd). Rund drei Monate nach dem Tod des verurteilten NS-Kriegsverbrechers John Demjanjuk in einem oberbayerischen Pflegeheim haben die Hinterbliebenen eine Strafanzeige gestellt. Darin heißt es, Demjanjuk sei „wegen einer Falschbehandlung“ gestorben, sagte der Rosenheimer Oberstaatsanwalt Jürgen Branz am Donnerstag. Dem betreuenden Personal werde unter anderem Totschlag vorgeworfen. Die Strafanzeige, die am 12. Juni eingegangen sei, werde nun geprüft. Demjanjuk war Mitte März tot in seinem Bett in einem Pflegeheim im oberbayerischen Bad Feilnbach gefunden worden. Er wurde 91 Jahre alt. Eine Obduktion ergab wenige Tage später, dass Demjanjuk nicht durch Fremdeinwirkung starb, wie die Staatsanwaltschaft Traunstein mitteilte. Der gebürtige Ukrainer war im Mai 2011 wegen Beihilfe zum Mord an mindestens 28.060 Menschen im Jahr 1943 im Vernichtungslager Sobibór in Polen zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht München II ließ ihn anschließend frei, weil es keine Fluchtgefahr sah und das Urteil durch die Revision von Staatsanwaltschaft und Verteidigung nicht rechtskräftig wurde. Demjanjuk litt an einer chronischen Nierenerkrankung und Blutarmut. Sein Sohn John Demjanjuk wirft den behandelnden Ärzten und dem Pflegepersonal die unsachgemäße Verabreichung des Schmerzmittels Novalgin vor. Sein Vater habe das Medikament regelmäßig erhalten, obwohl der Hersteller bei Nierenleiden von einer Einnahme abrate, zitiert der Anwalt Ulrich Busch seinen Mandanten in einer E-Mail, die der Nachrichtenagentur AP vorliegt. In den USA beispielsweise sei Novalgin gar nicht zugelassen. Die dauerhafte Verabreichung von Novalgin sei angesichts des Zustands von Demjanjuk absolut falsch gewesen und könnte zum Tod geführt haben, heißt es in dem Schreiben. Zudem habe Demjanjuk in der Nacht vor seinem Tod über Schmerzen geklagt und sei mit Novalgin behandelt worden. Wenn die Pflegerin ihre Pflicht erfüllt und einen Notarzt gerufen hätte, wäre Demjanjuk in ein Krankenhaus gebracht worden und könnte heute noch leben, schrieb Busch. © 2012 AP. All rights reserved (Politik/Politik)

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Peer-Michael Preß

Die Themenschwerpunkte des Autors sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien und deren Umsetzung in der Praxis.

Seitb 20 Jahren ist er geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG mit den Tätigkeitsbereichen Buch- und Zeitschriftenverlag, Druckerei und Medienagentur.

Er absolvierte die Ausbildung zum Verlagskaufmann in der Gundlach Gruppe, Bielefeld, und schloss erfolgreich ein Studium zum Betriebswirt mit Abschlussarbeit im Bereich Marketing zum Thema „E-Commerce in der graphischen Industrie“ ab.

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