CSU-Harmonie zum Start der Kreuther Klausur

CSU-Harmonie zum Start der Kreuther Klausur Kreuth (dapd). Die CSU-Spitze setzt angesichts der Personaldebatten beim Koalitionspartner FDP auf demonstrative Geschlossenheit. Zum Start der traditionellen Klausur der Berliner CSU-Landesgruppe im oberbayerischen Wildbad Kreuth verzichtete Parteichef Horst Seehofer am Montag auch auf Kritik an der CDU. Er mahnte allerdings von der FDP ein Ende der „Selbstbeschäftigung“ an. CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt sagte bei der Begrüßung Seehofers zu Journalisten: „Sie sehen, dass wir einen engen Schulterschluss zwischen München und Berlin pflegen.“ Die Zusammenarbeit zwischen ihr und dem Parteivorsitzenden sei „hervorragend“. Hasselfeldt lobte zudem ausdrücklich die Bundeskanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel. Auf die Frage, warum die sonst übliche Kraftmeierei der CSU in Kreuth auch gegenüber der Schwesterpartei ausbleibe, antwortete sie: „Wenn es keinen Grund zum Poltern gibt, dann braucht man auch nicht poltern.“ Seehofer lobt CSU-Landesgruppe Seehofer versicherte seinerseits, er sei sehr zufrieden mit der CSU-Landesgruppe. Hasselfeldt und auch die drei Bundesminister der CSU stünden für eine „sehr, sehr gute Arbeit“. Der bayerische Ministerpräsident fügte hinzu: „Ich würde das nicht so sagen, wenn es nicht auch meiner Gefühls- und Überzeugungslage entsprechen würde.“ Seehofer hatte im Dezember mit Kritik an Parteifreunden auch innerhalb der Landesgruppe für Unmut gesorgt. Dazu sagte er: „Offenheit und Geschlossenheit sind ein Geschwisterpaar. Geschlossenheit gibt es nur, wenn man ehrlich und offen miteinander umgeht.“ Im Übrigen sei die CSU zwar eine geschichtsbewusste Partei – „aber wir beschäftigen uns nie mit alten Geschichten“. Mehrere CSU-Bundestagsabgeordnete sagten bei ihrem Eintreffen am Tagungsort, Seehofer müsse keinen Ärger befürchten. Bei der Klausur solle die Sachpolitik im Mittelpunkt stehen. Hasselfeldt mahnte intern nach Angaben aus Teilnehmerkreisen: „Der politische Gegner liegt nicht in München, nicht in der Koalition – unser politischer Gegner ist Rot-Grün.“ Seehofer hatte kürzlich in einem Interview Gespräche über eine schwarz-grüne Koalition nach der Bundestagswahl im Herbst nicht ausgeschlossen. Nun stellte der CSU-Chef klar, dass auch er sowohl in der SPD als auch in den Grünen die „Hauptgegner“ der Union sehe. Aus seinem Satz, dass demokratische Parteien immer gesprächsbereit sein müssten, wenn es der Wähler wolle, könne nicht geschlossen werden, „dass der CSU-Vorsitzende insgeheim eine andere Koalition anstrebt oder mit ihr liebäugelt“. „Guter Rat“ Seehofers an die FDP Seehofer forderte zugleich die FDP auf, durch ein Ende der Personaldebatten einen Beitrag dazu zu leisten, dass die schwarz-gelbe Koalition nach der Bundestagswahl fortgesetzt werden könne. Dies sei keine Kritik, sondern ein „guter Rat“. Hasselfeldt bekräftigte, sie könne sich ein schwarz-grünes Bündnis nicht vorstellen. Der Vorsitzende der Mittelstands-Union der CSU, Hans Michelbach, sagte: „Der schwarz-grüne Geist bleibt in der Flasche – auch in Kreuth.“ Er hoffe, dass die Liberalen „noch die Kurve kriegen“: Allerdings müsse die FDP nun „mit den ganzen Nabelschauen aufhören“. Als Gäste zu der Klausur eingeladen wurden unter anderem der irische Premierminister Enda Kenny und der Präsident des Bundesnachrichtendienstes, Gerhard Schindler. Beide werden am Dienstag erwartet. Außerdem wollen die 44 CSU-Abgeordneten am Mittwoch zum Thema Energiewende mit Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) und E.on-Vorstandschef Johannes Teyssen sprechen. dapd (Politik/Politik)

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Peer-Michael Preß

Die Themenschwerpunkte des Autors sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien und deren Umsetzung in der Praxis.

Seitb 20 Jahren ist er geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG mit den Tätigkeitsbereichen Buch- und Zeitschriftenverlag, Druckerei und Medienagentur.

Er absolvierte die Ausbildung zum Verlagskaufmann in der Gundlach Gruppe, Bielefeld, und schloss erfolgreich ein Studium zum Betriebswirt mit Abschlussarbeit im Bereich Marketing zum Thema „E-Commerce in der graphischen Industrie“ ab.

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