Bundesnetzagentur warnt vor Kraftwerksstilllegungen

Bonn (dapd). Die Bundesnetzagentur wehrt sich gegen Pläne von Stromproduzenten, die trotz der angespannten Versorgungssituation mehrere Kohle- und Gaskraftwerke in Süddeutschland stilllegen wollen. „Ein Rückgang der Erzeugungskapazitäten im Süden Deutschlands kann nicht hingenommen werden“, warnte der Präsident der Aufsichtsbehörde Jochen Homann am Montag. Nach Einschätzung der Behörde würde dadurch das Sicherheitsniveau auf „nicht mehr akzeptable Werte sinken“.

Die Situation im deutschen Stromnetz wird nach Ansicht der Bundesnetzagentur auch im nächsten Winter sehr angespannt bleiben. Sollten Kraftwerke in Süddeutschland außer Betrieb genommen werden, müsse dies durch die Bereitstellung von Reservekraftwerken kompensiert werden, da der notwendige Stromtransport vom bestehenden Übertragungsnetz nicht bewältigt werden könne, sagte Homann.

Die Behörde empfahl den Übertragungsnetzbetreibern deshalb für den kommenden Winter, die für Notfälle vorgehaltene Kaltreserve um mehr als 500 Megawatt auf 2.150 Megawatt aufzustocken. „Diese Tatsache unterstreicht erneut die Dringlichkeit eines schnellen Netzausbaus. Technisch valide Maßnahmen, die den Netzausbau ersetzen, gibt es nicht“, machte der Behördenchef deutlich.

Homann betonte, im vergangenen Winter sei die Situation im Stromnetz „sehr angespannt“ gewesen. Die Zahl der Eingriffe der Netzbetreiber in den Kraftwerksbetrieb habe sich drastisch erhöht.

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Peer-Michael Preß

Die Themenschwerpunkte des Autors sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien und deren Umsetzung in der Praxis. Seid dem Jahr 2000 ist er geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG mit den Tätigkeitsbereichen Buch- und Zeitschriftenverlag, Druckerei und Medienagentur. Er absolvierte die Ausbildung zum Verlagskaufmann in der Gundlach Gruppe, Bielefeld, und schloss erfolgreich ein Studium zum Betriebswirt mit Abschlussarbeit im Bereich Marketing zum Thema „E-Commerce in der graphischen Industrie“ ab.

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