Brot- und Buttergeschäft soll Bahn durch die Krise bringen

Brot- und Buttergeschäft soll Bahn durch die Krise bringen Berlin (dapd). Die Konjunkturabkühlung im Zeichen der europäischen Schuldenkrise geht auch an der Deutschen Bahn (DB) nicht spurlos vorbei. Angesichts zu erwartender Einbrüche beim Gütertransport hat der Bahn-Vorstand seine Umsatzerwartung für 2012 von ursprünglich rund 40 Milliarden Euro um eine Milliarde auf 39 Milliarden Euro heruntergeschraubt. „Wir spüren, dass sich weltweit, aber auch in Deutschland das gesamtwirtschaftliche Klima verschlechtert“, sagte der Bahn-Vorstandsvorsitzende Rüdiger Grube am Donnerstag bei der Vorstellung der Halbjahresergebnisse in Berlin. Das merkt der Staatskonzern vor allem im Güterverkehr, wo sich das Transportaufkommen im ersten Halbjahr um 2,6 Prozent auf 202,3 Millionen Tonnen Fracht verringert hat. Besonders in der Stahlindustrie, traditionell eine Stütze des Cargo-Geschäfts, habe die Transportnachfrage bei der Logistiktochter DB Schenker nachgelassen, sagte Grube. Dennoch fährt die Bahn derzeit unterm Strich satte Gewinne ein. Der auf der Schiene und im Busverkehr erzielte Umsatz kletterte von Januar bis Juni 2012 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,3 Prozent auf 19,5 Milliarden Euro. Zugleich stieg das operative Ergebnis (Ebit) um 16,6 Prozent auf rund 1,3 Milliarden Euro. Das Ergebnis nach Steuern legte im selben Zeitraum um knapp 150 Millionen Euro auf 794 Millionen Euro zu. Bis Jahresende soll der bereinigte operative Gewinn laut der jüngsten Prognose auf über 2,6 Milliarden Euro steigen. Das setze aber voraus, „dass die aktuellen Ereignisse im Zusammenhang mit der Staatsschuldenkrise keine nachhaltig negativen Auswirkungen auf die Realwirtschaft und unsere Verkehrsmärkte haben werden“, sagte Finanzvorstand Richard Lutz. Wichtigste Stütze des Aufwärtstrends ist demnach die Personenbeförderung. „Das Wachstum findet in Deutschland im Regional- und Fernverkehr steht“, sagte Grube. Das Staatsunternehmen steht bei der Entwicklung der Fahrgastzahlen glänzend da. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben zum ersten Mal in einem Halbjahr mehr als eine Milliarde Menschen transportiert. Das entspreche einem Zuwachs von rund vier Prozent oder 14 Millionen Reisenden gegenüber dem Vorjahreszeitraum. „Wir haben gut daran getan, uns auf unser Brot- und Buttergeschäft zu konzentrieren“, sagte Grube. Die Zahlen zeigten, dass mit neuen Angebotsformen wie der „grünen Bahncard“, die den Bezug von Ökostrom unterstützen soll, „mehr Menschen zum Umsteigen in die Bahn“ bewegt werden könnten. Auch die Pünktlichkeits- und Kundenzufriedenheitswerte hätten sich „deutlich verbessert“. So habe die Pünktlichkeit der Bahn im Personenverkehr (Nah- und Fernverkehr) in der ersten Jahreshälfte 2012 durchgängig über der Quote von 93 Prozent im Jahr 2011 gelegen. Allerdings lastet immer noch ein Schuldenberg in Höhe von 16,9 Milliarden Euro netto auf dem Unternehmen. Für die Bahn habe der Abbau von Schulden in näherer Zukunft daher „oberste Priorität“, erklärte Grube. Erst wenn der Schuldenstand unter die Marke von 15 Milliarden Euro gedrückt worden sei, könne der Konzern an ein Wachstum durch Zukäufe im nennenswerten Maßstab denken. Wann dies so weit sein könnte, ließ der Bahn-Chef aber offen. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Veröffentlicht von

Peer-Michael Preß

Die Themenschwerpunkte des Autors sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien und deren Umsetzung in der Praxis.

Seitb 20 Jahren ist er geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG mit den Tätigkeitsbereichen Buch- und Zeitschriftenverlag, Druckerei und Medienagentur.

Er absolvierte die Ausbildung zum Verlagskaufmann in der Gundlach Gruppe, Bielefeld, und schloss erfolgreich ein Studium zum Betriebswirt mit Abschlussarbeit im Bereich Marketing zum Thema „E-Commerce in der graphischen Industrie“ ab.

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