Bouffier lehnt Staatshilfen für Neckermann ab

Wiesbaden (dapd-hes). Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hat staatliche Hilfen für den Erhalt des angeschlagenen Versandhändlers Neckermann abgelehnt. Die Rolle der Landesregierung könne allenfalls eine moderierende sein, sagte Bouffier am Montag in Wiesbaden im Anschluss an ein Treffen mit Betriebsräten und der Gewerkschaft ver.di.

„Wir wollen keine Hoffnung wecken, die niemand erfüllen kann“, hob der Regierungschef hervor. Der zukünftige Schwerpunkt des Unternehmens müsse in der Weiterentwicklung der Online-Sparte liegen.

„Wir hatten den Eindruck, dass uns die Landesregierung ernsthaft zuhört“, betonte Gewerkschaftssekretär Wolfgang Thurner nach dem Gespräch. Er sei verhalten optimistisch. Die Landesregierung solle genau die von Bouffier angesprochene Moderationsrolle einnehmen. „Arbeitnehmervertretung, Geschäftsführung, Investor und Landesregierung sollen zur Rettung möglichst vieler Arbeitsplätze an einen Tisch kommen“, betonte Thurner.

Der Betriebsrat hatte Ministerpräsident Bouffier und Wirtschaftsminister Dieter Posch (FDP) bei dem Treffen ein Alternativkonzept zu möglichen Sparmaßnahmen vorgelegt. Bouffier kündigte an, sich erneut einzuschalten, wenn das Alternativkonzept der Konzernspitze vorgestellt worden sei.

Auch Posch machte den Arbeitnehmervertretern wenig Hoffnung. Er sei dankbar für den Alternativvorschlag. Sein Ministerium sei bei der Vermittlung des Streits dialogbereit. Bouffier und Posch betonten dabei unisono, den Neckermann-Standort Frankfurt und möglichst viele Arbeitsplätze retten zu wollen.

Die Unternehmensführung will 1.380 Stellen und das eigenständige Textilsortiment streichen sowie die Logistiksparte in Frankfurt schließen. Der Betriebsrat sucht eine Lösung, die deutlich weniger Arbeitsplätze kosten soll und sozialverträglich ist.

„Wir sind überzeugt, dass es eine andere Lösung geben kann und wollen noch mal mit der Unternehmensleitung sprechen“, sagte der Betriebsratsvorsitzende der Logistiksparte, Thomas Schmidt. Allerdings räumte auch Schmidt ein, nicht alle Arbeitsplätze erhalten zu können: „Das wäre unrealistisch.“

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Peer-Michael Preß

Die Themenschwerpunkte des Autors sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien und deren Umsetzung in der Praxis. Seid dem Jahr 2000 ist er geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG mit den Tätigkeitsbereichen Buch- und Zeitschriftenverlag, Druckerei und Medienagentur. Er absolvierte die Ausbildung zum Verlagskaufmann in der Gundlach Gruppe, Bielefeld, und schloss erfolgreich ein Studium zum Betriebswirt mit Abschlussarbeit im Bereich Marketing zum Thema „E-Commerce in der graphischen Industrie“ ab.

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