BioZ verdoppelt Nutzfläche

Biotechnologiezentrum Münster (BioZ) wird erweitert.
Der Parkplatz, die rückwärtige Fassade und die Feuerleiter weichen: Hinter dem Biotechnologiezentrum Münster am Johann-Krane-Weg entsteht ein Anbau mit hochwertig ausgestatteten Büro- und Laborräumen. Dr. Thomas Robbers (l./Wirtschaftsförderung), Carsten Peters (Mitte/TFM-Aufsichtsratsvorsitzender) und Matthias Günnewig (r./Technologieförderung) haben den Plan. (Foto: WFM Münster, Martin Rühle)

Münster. Mehr Raum für Forschung, Innovation und Wertschöpfung im Technologiepark: Am kommenden Montag (20.11.2017) beginnen am Johann-Krane-Weg die Erweiterungsarbeiten für das Biotechnologiezentrum Münster (BioZ). Die betreibende Technologieförderung Münster GmbH (TFM) investiert hier 5,5 Millionen Euro, um den seit vielen Jahren ansässigen Firmen Cilian, Vaxxinova und Wessling eine langfristige Entwicklungsperspektive bieten zu können. Mit der Fertigstellung des Objekts ist Ende 2018 zu rechnen. Dann stehen den Nutzern mehr als 3.100 Quadratmeter hochwertig ausgestattete Büro- und Laborräume zur Verfügung – das Doppelte der jetzigen Fläche.

Für den zweiten Bauabschnitt wird der Parkplatz im Rücken des Biotechnologiezentrums überbaut, dessen Eröffnung 2003 mit städtischer Beteiligung den ersten Schritt in Richtung Life-Science-Standort Münster markierte. „Mit dem Anbau reagieren wir auf den Wachstumsdruck unserer Mieter, die von der allgemein steigenden Nachfrage nach biotechnologischer Forschung, Entwicklung und Produktion profitieren“, erklärt TFM-Geschäftsleiter Matthias Günnewig. Das große Bestreben der Technologieförderung sei es, hochspezialisierte Firmen bei ihrer Entwicklung gezielt zu fördern und dauerhaft an den Standort Münster zu binden. „Das wird ihr auch gelingen“, lobt der TFM-Aufsichtsratsvorsitzende Carsten Peters das anstehende Projekt, „denn das Potenzial der Biotechnologie ist in Münster groß.“

Standortsicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen

Der Fokus liegt auf dem Transfer von wissenschaftlicher Expertise in die Anwendung: „Die Biotech-Szene hat sich zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor in unserer Stadt entwickelt, woran auch zahlreiche Arbeitsplätze hängen“, betont der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Münster, Dr. Thomas Robbers. Die Optimierung der Infrastruktur sei ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Aktuell haben die drei Mieter im BioZ insgesamt zirka 50 Mitarbeiter. „Wir können davon ausgehen, dass das vergrößerte BioZ zur Standortsicherung und Schaffung weiterer hochqualifizierter Arbeitsplätze im Technologiepark beiträgt. Durch die Nähe zur Universität ist gut ausgebildeter Nachwuchs vorhanden.“

Die Biotechnologie gilt als eine der wichtigsten Zukunftstechnologien. Sie ist unter anderem in der Medizin, in derLandwirtschaft oder bei der Herstellung von Nahrungsmittelnvon großer Bedeutung. In biotechnologischen Verfahren werden Enzyme, Bakterien, Hefen sowie pflanzliche und tierische Zellen zur Herstellung von beispielsweise Arzneimitteln, Diagnostika, Nahrungsergänzungsmitteln und Kosmetika eingesetzt. Günnewig: „Die Biotechnologie ist strategischer Forschungs- und Entwicklungspartner der internationalen Pharmaindustrie. Zu dieser Branche zählen auch die BioZ-Firmen Cilian, Wessling und Vaxxinova.“

Cilian arbeitet an neuen Wegen in der sicheren und günstigen Herstellung hochwirksamer Medikamente, zum Beispiel gegen Grippe oder Krebs. Wessling unterstützt große und kleine pharmazeutische Unternehmen durch innovative Pharmaanalytik. Und Vaxxinova verfügt über ein Konzept, um virale oder bakterielle Erkrankungen erfolgreich zu bekämpfen und aus dem Nutztier-Bestand zu verbannen.

Nach Informationen der deutschen Industrievereinigung Biotechnologie kommt heute kein Arzneimittel mehr ohne biotechnologische Beteiligung auf den Markt. Es geht um Medikamente gegen Krebs sowie gegen Immunsystem- und Stoffwechselkrankheiten. Auch der Sechsfachimpfstoff zur Vorbeugung von Diphterie, Tetanus, Keuchhusten, Grippe, Hepatitis B und Kinderlähmung wurde erst durch Biotechnologie möglich. Die 2016er Zahlen des Branchenverbands belegen eine Umsatzsteigerung mit Biopharmazeutika gegenüber 2015 um 12,4 Prozent auf rund 9,3 Milliarden Euro. Der Umsatzanteil am Gesamtpharmamarkt betrug damit nahezu 25 Prozent. „Gute Zeiten für Unternehmen in der medizinischen Biotechnologie“, sagt Günnewig.

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Veröffentlicht von

Sascha Brinkdöpke

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