Bauer verlangt Fortsetzung der Exzellenzinitiative

Stuttgart (dapd-bwb). Die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) plädiert für die Fortsetzung der Exzellenzinitiative für die Universitäten. Der Ausgang der vorerst letzten Wettbewerbsrunde wird mit Spannung für kommenden Freitag (15. Juni) erwartet. Im Interview der Nachrichtenagentur dapd sagte Bauer, sie hoffe sehr, „dass man nach der zweiten Runde nicht irgendwann das Türschild anbringt, das man nicht mehr abschrauben kann und es für alle anderen keine Möglichkeiten mehr gibt, den Exzellenzstatus zu erreichen“.

Der Erfolg der Exzellenzinitiative hänge auch davon ab, ob sie auch in Zukunft wettbewerblich bleibe, mit Aufstiegs- und Abstiegsmöglichkeiten. Bauer ist nach eigenen Worten zuversichtlich, dass in dieser Runde die vier Elite-Unis Heidelberg, Freiburg, Karlsruhe und Konstanz ihren Exzellenzstatus behaupten können und dass auch die Universität Tübingen mit ihrem Neuantrag eine Chance hat. „Aber wenn man so viele Eisen im Feuer hat, ist man natürlich gespannt, was passiert“, sagte sie. Sie vertraue darauf, dass das Verfahren wirklich wissenschaftsgeleitet sei, und sehe bisher auch keine anderen Anzeichen. Davon hingen auch deren Erfolg und die Reputation des Wettbewerbs ab. „Und ich setze darauf, dass es in dieser Runde wiederum so ist und es keine regionalpolitischen Diskussionen gibt. Und diesem wissenschaftlichen Votum müssen sich alle stellen“, sagte die Ministerin. Bauer räumte ein, dass der Verlust des Elite-Titels für eine Universität nicht nur ein finanzieller Verlust, sondern auch ein gewisser Imageschaden bedeute. „Aber hier kommt es darauf an, wie man mit der Exzellenzinitiative weiter umgeht“, betonte sie. Mögliche Szenarien, wie sie die Bundesforschungsministerin bereits ins Spiel gebracht hat, wonach am Ende der nächsten Exzellenzinitiative drei oder fünf Bundesuniversitäten festgelegt und gefördert werden sollten, lehnt Bauer ab. „Ich glaube, das wäre dann bestimmt nicht wissenschaftsgeleitet. Wer sollte denn die Auswahl treffen aus den zwölf Universitäten, die jetzt womöglich durchkommen? Spätestens dann hätten wir die regionalpolitische Diskussion“, sagte sie. Dem Vorschlag ihres bayerischen Amtskollegen Wolfgang Heubisch (FDP), den bisher benannten Elite-Universitäten den Titel auf jeden Fall zu belassen, stimmt Bauer ebenfalls nicht zu. „Auch das widerspricht dem Gedanken des Wettbewerbs und der wissenschaftsgeleiteten Entscheidung. Dann hätte man sich die ganzen Begutachtungen sparen können“, sagte sie. Auch wenn es zu unangenehmen Konsequenzen führen könne, glaube sie, dass das gewählte Verfahren richtig sei. „Und ich würde mir wünschen, dass alle Wissenschaftsminister und -ministerinnen sich dran halten und am Ende kein politischer Teppichhandel stattfindet“, sagte sie. dapd (Politik/Politik)

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Peer-Michael Preß

Die Themenschwerpunkte des Autors sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien und deren Umsetzung in der Praxis.

Seitb 20 Jahren ist er geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG mit den Tätigkeitsbereichen Buch- und Zeitschriftenverlag, Druckerei und Medienagentur.

Er absolvierte die Ausbildung zum Verlagskaufmann in der Gundlach Gruppe, Bielefeld, und schloss erfolgreich ein Studium zum Betriebswirt mit Abschlussarbeit im Bereich Marketing zum Thema „E-Commerce in der graphischen Industrie“ ab.

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