Bankhaus Lampe präsentiert in herausforderndem Umfeld ein Jahresergebnis von 55 Millionen Euro

Das Bankhaus Lampe konnte das Geschäftsjahr 2016 mit einem Konzernbilanzgewinn von 55,0 Mio. € (im Vorjahr 23,0 Mio. €) abschließen. Begünstigt wurde das Ergebnis durch den Verkauf von 47,5 Prozent an der Universal-Investment-Gesellschaft mbH. Mit diesem außerordentlichen Ertrag wurde die Stabilität der Bank weiter gestärkt, indem Reserven aufgebaut wurden und massiv in die strategische Weiterentwicklung des Geschäftsmodells investiert wurde.

Bereits seit Jahren arbeitet die Bank kontinuierlich an ihrem Profil als Experte für Asset Management- und Corporate Finance-Lösungen. In 2016 standen Investitionen in das Asset Management und der weitere Ausbau des Niederlassungsgeschäfts im Fokus.

Zur Weiterentwicklung des Niederlassungsgeschäfts hat die Bank im April 2016 Oliver Plaack (47) gewonnen. Als Mitglied der Erweiterten Geschäftsleitung verantwortet Oliver Plaack das Niederlassungsgeschäft an allen zwölf Standorten. In 2016 wurde daran gearbeitet, die Betreuung von vermögenden Privatkunden und Unternehmen aus einer Hand noch stärker auf die Bedürfnisse der Kunden auszurichten. Dazu gehört die konsequente Verzahnung der Kundenbetreuung mit dem Know-how der Produktspezialisten für Anlage- und Finanzierungslösungen.

„Wir arbeiten kontinuierlich an unserem Dienstleistungsangebot, um auf die Bedürfnisse unserer Kunden zu reagieren. Wir wollen Impulse setzen, innovative Lösungen aufzeigen und unsere Kunden miteinander vernetzen“, erklärt Professor Dr. Stephan Schüller. Diese Spezialisteneinheiten beschäftigen sich unter anderem mit den Themen Immobilien, strategische Vermögensberatung oder auch exklusive Investments im Private Equity-Segment. Darüber hinaus besitzt das Bankhaus Lampe seit Februar 2016 einen Wirtschaftsbeirat, welcher durch Branchenkenntnisse die deutsche Wirtschafts- und Industriekompetenz der Bank verstärkt.

Um sowohl den institutionellen als auch Privat- und Firmenkunden im aktuellen Niedrigzinsumfeld eine breitere Produktpalette zu bieten, wurde das Asset und Wealth Management der Bankhaus Lampe Gruppe ausgebaut. Den Ausbau verantwortet seit Februar 2017 Frank-Peter Martin (54) als Mitglied der Erweiterten Geschäftsleitung, begleitet von einem Expertenteam aus dem deutschsprachigen Markt. „Inhaber großer Privatvermögen zeigen zunehmend Interesse an Anlagelösungen aus dem institutionellen Bereich“, so Professor Dr. Stephan Schüller. Zukünftig erhalten Privatkunden und Family Offices Zugang zu innovativen Lösungen, die bislang nur institutionellen Kunden vorbehalten waren.

Spezielles Know-how für Kunden generiert die Bank auch durch wissenschaftliche Forschung in aktuellen relevanten Themen. Im Jahr 2016 hat das Bankhaus Lampe unter anderem zwei viel beachtete Publikationen erstellt: Eine Studie behandelt Auswirkungen der Corporate Governance auf die Unternehmensnachfolge in mittelständischen Familienunternehmen. „Die Nachfolge markiert eine entscheidende Phase im Lebenszyklus eines jeden Familienunternehmens und ist relevant für unsere mittelständischen Kunden. Daher haben wir uns der Thematik wissenschaftlich angenommen und so die Basis für eine fundierte Beratung geschaffen“, so Professor Dr. Stephan Schüller. Eine andere Studie beschäftigt sich mit der aktuellen Entwicklung der Versicherungsindustrie in Deutschland. Denn nicht nur auf Banken wirkt sich das anhaltende Zinsumfeld negativ aus. Die Studie zeigt Alternativen auf und unterstreicht die Kompetenz der Bank im Bereich Alternativer Investments.

Mit Wirkung zum 1. Januar 2017 wurde Ute Gerbaulet (48) zur persönlich haftenden Gesellschafterin bestellt. Sie verantwortet das Kapitalmarktgeschäft der Bank, zu dem unter anderem das M&A- sowie Equity Capital Markets-Geschäft gehören. Ute Gerbaulet ist bereits seit Januar 2013 als Mitglied der Erweiterten Geschäftsleitung für das Bankhaus Lampe tätig. Sie verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung im Kapitalmarktgeschäft und eine ausgewiesene Expertise in der Beratung von Familienunternehmen.

Erläuterungen zur Vermögens- und Finanzlage 2016

Die Konzernbilanzsumme der Bankhaus Lampe KG lag am 31. Dezember 2016 stichtagsbedingt mit 2.885 Mio. € über der des Vorjahres i.H.v. 2.658 Mio. €.

Die Forderungen an Kreditinstitute sind im Berichtsjahr um 52 Mio. € auf 196 Mio. € gesunken. Die Forderungen an Kunden bewegten sich zum 31. Dezember 2016 mit 1.393 Mio. € leicht über dem Vorjahresniveau von 1.236 Mio. €.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind stichtagsbedingt von 99 Mio. € auf 137 Mio. € gestiegen. Die Kundeneinlagen stiegen zum 31. Dezember 2016 stichtagsbedingt um 45 Mio. € auf 2.121 Mio. € (Vorjahr 2.076 Mio. €). Mit einem Anteil an der Bilanzsumme i.H.v. 74 Prozent (Vorjahr 78 Prozent) sind die Kundeneinlagen die wichtigste Refinanzierungsquelle und gehen weit über das Kreditgeschäft der Bank hinaus.

Im Berichtsjahr wurden dem Fonds für allgemeine Bankrisiken gemäß § 340g HGB 20 Mio. € zugeführt. Danach wies der Fonds für allgemeine Bankrisiken zum Jahresende einen Betrag von 57 Mio. € aus.

Im Geschäftsjahr 2016 verfügte die Bank durchgängig über eine komfortable Liquiditätssituation. Zum 31. Dezember 2016 betrug die Liquiditätskennzahl gemäß Liquiditätsverordnung 5,4 (im Vorjahr 6,1) und lag soweit über den Anforderungen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), die einen Mindestkoeffizienten von über 1,0 vorschreibt.

Das bilanzielle Eigenkapital stieg durch die Zuführung von Gesellschaftermitteln i.H.v. 11,5 Mio. € auf 293 Mio. € und betrug zum 31. Dezember 2016 10,2 Prozent der Bilanzsumme (Vorjahr 10,6 Prozent).

Erläuterungen zur Ertragslage

Das Geschäftsjahr 2016 konnte mit einem Konzernbilanzgewinn von 55,0 Mio. € (im Vorjahr 23,0 Mio. €) abgeschlossen werden. Geprägt wurde das Ergebnis durch den Verkauf von 47,5 Prozent an der Universal-Investment-Gesellschaft mbH. Den Erlösen aus dem Verkauf dieses strategisch nicht benötigten Assets stehen maximale Rückstellungen für alle möglichen Verpflichtungen aus dem Kaufvertrag gegenüber.

Der Provisionsüberschuss war im Geschäftsjahr 2016 aufgrund eines herausfordernden Marktumfeldes rückläufig, dokumentiert aber weiterhin die gute Positionierung der Bank in dem für das Geschäftsmodell besonders bedeutsamen Dienstleistungsgeschäft. Der durch das Wertpapiergeschäft dominierte Provisionsüberschuss sank mit 100,0 Mio. € um 9,3 Prozent gegenüber 110,3 Mio. € im Vorjahr.

Der Zinsüberschuss als Saldo der Zinserträge und Zinsaufwendungen, einschließlich der laufenden Erträge aus Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren sowie aus Beteiligungen, ist transaktionsbedingt gegenüber dem Vorjahr um 5,4 Mio. € auf 48,5 Mio. € gestiegen. Das laufende Zinsergebnis verringerte sich von 32,2 Mio. € auf 28,3 Mio. €, im Wesentlichen bedingt durch das historisch niedrige Zinsniveau. Die laufenden Erträge aus Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren sowie aus Beteiligungen sind um 9,0 Mio. € auf 20,2 Mio. € gestiegen.

Das Verhältnis Provisionsüberschuss zum laufenden Zinsüberschuss ohne Erträge aus Beteiligungen/verbundenen Unternehmen hat sich weiter positiv entwickelt und liegt in 2016 bei 78 zu 22 (im Vorjahr 77 zu 23). Dieses Verhältnis unterstreicht die Bedeutung des Provisionsgeschäftes für die Bankhaus Lampe KG und bestätigt die Fokussierung auf das Provisionsergebnis im Rahmen der Umorientierung des Geschäftsmodells.

Das Nettoergebnis des Handelsbestandes verringerte sich per Saldo um 4,0 Mio. € auf 0,3 Mio. €. Wie im Vorjahr wurden auch im abgelaufenen Geschäftsjahr die gesetzlich vorgeschriebenen Reserven nach § 340g HGB i. V. m. § 340e Abs. 4 HGB aus dem Nettoertrag aus Handelsgeschäften dotiert, die künftig als zusätzliche Risikodeckungsmasse zur Verfügung stehen.

Zum 31. Dezember 2016 wurde ein Bewertungsergebnis i.H.v. -12,2 Mio. € (im Vorjahr i.H.v. 9,2 Mio. €) ausgewiesen. Darin enthalten ist ein Bewertungsergebnis aus dem Kreditgeschäft i.H.v. -16,6 Mio. € (im Vorjahr i.H.v. 6,2 Mio. €), das sich aus Nettozuführungen von Einzelwertberichtigungen, Rückstellungen, Abschreibungen, Vorsorgereserven nach § 340f HGB und Veränderungen bei Pauschalwertberichtigungen zusammensetzt. Allen erkennbaren Risiken wurde durch ausreichende Bildung von Wertberichtigungen und Rückstellungen Rechnung getragen.

Die Personal- und Sachaufwendungen inklusive der Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagen und Sachanlagen sind im Geschäftsjahr 2016 aufgrund von Einmaleffekten auf 161,6 Mio. € (von 143,2 Mio. € im Vorjahr) und damit um 12,9 Prozent gestiegen. Dies ist im Wesentlichen auf gestiegene Sachaufwendungen i.H.v. 62,5 Mio. € (im Vorjahr 54,7 Mio. €) sowie auf eine Zunahme des Personalaufwandes auf 93,3 Mio. € (im Vorjahr 84,6 Mio. €) zurückzuführen.

Das Bewertungsergebnis aus Beteiligungen als Saldo der Posten „Erträge aus Zuschreibungen zu Beteiligungen und wie Anlagevermögen behandelte Wertpapiere“ sowie „Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Beteiligungen und wie Anlagevermögen behandelte Wertpapiere“ beträgt 108,4 Mio. €.

Das sonstige Ergebnis ist im Geschäftsjahr 2016 um 1,4 Mio. € auf 2,8 Mio. € gesunken. Die sonstigen betrieblichen Erträge sind vor allem aufgrund der Auflösung von Rückstellungen auf 8,4 Mio. € (im Vorjahr 6,7 Mio. €) gestiegen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen i.H.v. 5,5 Mio. € (im Vorjahr 2,4 Mio. €) sind gegenüber dem Vorjahr gestiegen.

Die im Kreditgeschäft geplanten Risikokosten wurden nicht benötigt. Beigetragen hat hierzu vor allem die gute Kreditportfoliobonität.

Zum 31. Dezember 2016 waren 693 Mitarbeiter/innen (im Vorjahr 675) in der Bankhaus Lampe Gruppe beschäftigt. Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit lag bei über zehn Jahren. Die Fluktuationsquote, das Verhältnis der Personalabgänge zur Gesamtzahl der Mitarbeiter, betrug 4,1 Prozent und lag damit deutlich unter der durchschnittlichen Branchenquote von 6,7 Prozent.

Bankhaus Lampe Konzern: Geschäftsentwicklung im Überblick

in Millionen € 2016 (2015)
Bilanzsumme 2.885 (2.658)
Geschäftsvolumen 3.058 (2.796)
Forderungen an Kunden 1.393 (1.236)
Forderungen an Kreditinstitute 196 (247)
Kundeneinlagen 2.121 (2.076)
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 137 (99)
Eigenkapital einschl. Konzernbilanzgewinn 348 (304)

Zinsüberschuss (einschl. lfd. Erträge) 49 (43)
Provisionsüberschuss 100 (110)
Eigenhandelsüberschuss 0,3 (4)
Verwaltungsaufwand 162 (143)
Jahresüberschuss 55 (23)
Mitarbeiter 693 (675)

Das Bankhaus Lampe gehört mit einem Geschäftsvolumen von 3,1 Milliarden Euro im Konzern und einem verwalteten Vermögen von 19,4 Milliarden Euro zu den führenden unabhängigen Privatbanken in Deutschland mit Niederlassungen und Tochtergesellschaften in Berlin, Bielefeld, Bonn, Bremen, Dresden, Düsseldorf, Frankfurt/Main, Hamburg, München, Münster, Osnabrück, Stuttgart, London, New York und Wien. Die Kommanditanteile werden zu 100 % von der Familie Oetker gehalten. Dieser Gesellschafterhintergrund gewährleistet neben Unabhängigkeit ebenso eine solide und kontinuierliche Weiterentwicklung der Bank.

*Der Geschäftsbericht 2016 erscheint am 21.4.2017*

www.bankhaus-lampe.de

Veröffentlicht von

Sascha Brinkdöpke

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