Autohersteller drehen den Abwärtstrend auf deutschem Markt

Berlin (dapd). Der deutsche Automarkt ist nach dem Einbruch vom Mai wieder auf Wachstumskurs: Die Zahl der Neuzulassungen stieg im Juni um drei Prozent auf 296.800 Fahrzeuge, wie der Branchenverband VDA am Dienstag in Berlin mitteilte. In den ersten sechs Monaten kamen damit 1,63 Millionen neue Autos auf die Straßen, ein Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Allerdings droht auch in Deutschland nach Einschätzung des VDA die Verkleinerung oder Schließung von Autofabriken. VDA-Präsident Matthias Wissmann betonte, die deutsche Autoindustrie profitiere von ihrer starken Position auf den Weltmärkten.

In China und den USA verkauften sich deutsche Autos besonders gut. „Es hat sich ausgezahlt, dass deutsche Hersteller bei Forschung und Entwicklung auch in Krisenjahren nicht gespart haben.“ So könne man international mit neuen und innovativen Modellen punkten. Mit dem jüngsten Zuwachs setzt sich der deutsche Markt von der Abwärtsentwicklung in Europa ab: So liegen die Absätze etwa in Frankreich und Italien mehr als 20 Prozent im Minus. Im Mai war auch der deutsche Automarkt um fast fünf Prozent zurückgegangen. Wissman rechnet damit, dass die Autokonzerne auf den Einbruch reagieren: „Wir gehen von einer Reduktion der vorhandenen Kapazitäten in den kommenden Jahren in Europa aus. Davon werden vor allem Volumenhersteller, die stark auf Europa konzentriert sind, betroffen sein.“ Auch Deutschland werde betroffen sein, sagte er. „Die deutschen Hersteller können die schwächeren Verkäufe in Europa besser ausgleichen als Produzenten etwa in Italien oder in Frankreich“, sagte Wissmann. „Deutschland hat sich seinen harten industriellen Kern auch in der Krise bewahrt“, sagte Wissmann. In den vergangenen zehn Jahren habe die Autoindustrie rund 100.000 Arbeitsplätze nur in Deutschland geschaffen. Opel konnte nicht vom belebenden Wind auf dem deutschen Automarkt profitieren. Der angeschlagene Hersteller aus Rüsselsheim verlor im Juni in Deutschland acht Prozent Absatz gegenüber dem Vorjahresmonat, wie aus einem Bericht des Flensburger Kraftfahrt-Bundesamtes hervorgeht. Allerdings hatte der Rückgang im Mai noch elf Prozent betragen. Die großen Gewinner im Juni waren wie schon das ganze Jahr die koreanischen Schwesterunternehmen Hyundai und Kia mit je 36 bis 37 Prozent mehr Neuzulassungen. Toyota legte sogar um 66 Prozent gegenüber Juni 2011 zu. Unterdessen steigerte Volkswagen seinen Absatz in Nordamerika im ersten Halbjahr um mehr als 35 Prozent auf 209.000 Fahrzeuge. Damit brachte der Hersteller das beste erste Halbjahr auf dem wichtigsten Automarkt der Welt seit 1973 hinter sich, wie VW am US-Sitz in Herndon nahe der Hauptstadt Washington mitteilte.

Veröffentlicht von

Peer-Michael Preß

Die Themenschwerpunkte des Autors sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien und deren Umsetzung in der Praxis.

Seitb 20 Jahren ist er geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG mit den Tätigkeitsbereichen Buch- und Zeitschriftenverlag, Druckerei und Medienagentur.

Er absolvierte die Ausbildung zum Verlagskaufmann in der Gundlach Gruppe, Bielefeld, und schloss erfolgreich ein Studium zum Betriebswirt mit Abschlussarbeit im Bereich Marketing zum Thema „E-Commerce in der graphischen Industrie“ ab.

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