Amerika-Abenteuer belastet ThyssenKrupp

Amerika-Abenteuer belastet ThyssenKrupp Essen (dapd). Die neuen Stahlwerke in den USA und in Brasilien bleiben die größten Sorgenkinder von ThyssenKrupp. Nach Informationen der „Financial Times Deutschland“ (Freitagausgabe) wird die Sparte Steel Americas die Bilanz im Geschäftsjahr 2011/2012 erneut mit einem Milliardenverlust belasten. Dennoch dürfte dem Gesamtkonzern nach tiefroten Zahlen im Vorjahr beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) wieder die Rückkehr in die schwarzen Zahlen gelingen. Den größten Anteil daran hat dem Bericht zufolge die Technologiesparte, die voraussichtlich einen Gewinn von 1,6 bis 1,8 Milliarden Euro ausweisen wird. Doch auch im europäischen Stahlgeschäft erwarte ThyssenKrupp trotz Kurzarbeit an mehreren deutschen Standorten ein operatives Ergebnis von 200 bis 300 Millionen Euro. Die Prognose eines bereinigten operativen Ergebnisses (Ebit) in mittlerer dreistelliger Millionenhöhe für das am 30. September endende Geschäftsjahr sei damit „gut erreichbar“, urteilte die Zeitung. Die Verluste in den amerikanischen Stahlwerken des Konzerns hatten sich bereits in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres auf fast 800 Millionen Euro summiert. Denn das ursprüngliche Konzept des größten deutschen Stahlproduzenten für die Töchter in der neuen Welt geht offensichtlich nicht auf. Thyssen hatte in Brasilien billig Stahl produzieren, ihn in Nordamerika weiterverarbeiten und zu hohen Preisen an die Autohersteller in den USA verkaufen wollen. Doch haben steigende Lohnkosten im Boomland Brasilien und der Höhenflug des Real den Stahl aus Brasilien drastisch verteuert. Gleichzeitig blieb die Nachfrage in den USA hinter den Erwartungen zurück. Inzwischen hat Konzernchef Heinrich Hiesinger die Konsequenzen gezogen und die mit Milliardenaufwand errichteten neuen Stahlwerke zum Verkauf gestellt. Er hofft auf einen Erlös von ungefähr sieben Milliarden Euro. Mit dem Geld könnte der Konzern seinen Schuldenberg ab- und seine Technologiesparte ausbauen. Die Börse konnten die bekannten und längst eingepreisten Probleme in Amerika allerdings nicht mehr schockieren. Der Kurs der ThyssenKrupp-Aktie stieg bis zum Freitagmittag um fast 3 Prozent. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

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Peer-Michael Preß

Die Themenschwerpunkte des Autors sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien und deren Umsetzung in der Praxis.

Seitb 20 Jahren ist er geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG mit den Tätigkeitsbereichen Buch- und Zeitschriftenverlag, Druckerei und Medienagentur.

Er absolvierte die Ausbildung zum Verlagskaufmann in der Gundlach Gruppe, Bielefeld, und schloss erfolgreich ein Studium zum Betriebswirt mit Abschlussarbeit im Bereich Marketing zum Thema „E-Commerce in der graphischen Industrie“ ab.

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