Änderungsmanagement im Maschinenbau

Abbildung 1: Bevorzugte PDM- und CAD-Systeme (Quelle: COSMO CONSULT)

Im Maschinen- und Anlagenbau ist es wichtig, dass Prozesse nicht an Systemgrenzen aufhören. Dazu gehören vor allem technische Prozesse wie das Änderungsmanagement. Unternehmen in der Fertigung haben oft eine Konstruktionsabteilung, welche für die Erstellung und Änderung von Konstruktionsdaten wie Zeichnungen und Stücklisten zuständig ist. Diese Daten kommen aus den CAD-Anwendungen und müssen mit dem ERP-System abgeglichen werden.

Durch die steigende Produktkomplexität erhält auch die Produktdatenverwaltung eine höhere Bedeutung, was in unterschiedlichen Konzepten resultiert – sei es durch die Einführung eines PDM-Systems oder durch spezielle ERP-Branchenlösungen, die die Zeichnungsverwaltung, das Versions- bzw. Revisionsmanagement oder auch das Änderungsmanagement mit abbilden können und bidirektionale Schnittstellen zu den gängigen CAD-Systemen liefern (siehe Abb.1).

Wie sieht ein typischer Prozess im Änderungsmanagement aus?

In der Arbeitsvorbereitung fällt auf, dass einige technische Konstruktionsdaten nicht stimmig sind. Hier kann es sich beispielsweise um fehlerhafte Stücklisten oder technische Zeichnungen handeln. Dieser Sachverhalt wird über einen Änderungsantrag – am besten mit ausführlicher Dokumentation (inkl. Bilder) – an den zuständigen Techniker übergeben. Der Techniker prüft nun diese Änderungsmitteilung und nimmt entsprechend Anpassungen an der Zeichnung vor. Dazu bearbeitet er die Konstruktionsdaten in seinem CAD-System und stößt danach im Revisionsmanagement einen Änderungsprozess im ERP-System an.

Dabei ist wichtig, dass der Änderungsprozess nicht statisch abläuft, sondern je nach Art des Vorfalls unterschiedliche Bereiche involviert. Bei kleinen Änderungen kann es reichen, eine neu erstellte Revision den Stammdaten wie Artikeln und Stücklisten zuzuordnen. Bei größeren Überarbeitungen einer Zeichnung kann es auch Auswirkungen bis hin zu Abteilungen wie dem Marketing geben, falls zum Beispiel Änderungen am Produktkatalog vorgenommen werden müssen. Dieser „Dominoeffekt“ muss prozessbegleitend unterstützt werden, damit am Ende die Auswirkungen der Überarbeitung alle produktimmanenten Bereiche erreicht haben und alle fehlerhaften Dateien unternehmensweit ersetzt wurden. Um diesen Prozess abbilden zu können und um die Nachvollziehbarkeit zu gewährleisten, werden einige ERP-Branchenlösungen genau um diese PDM-Funktionalitäten erweitert (siehe Abb.2).

Abbildung 2: Vererbung der CAD-Daten über den Artikelstamm in die Produktion (Quelle: COSMO CONSULT)

Das Änderungsmanagement wird in vielen Systemen nur aus einer Schnittstellensicht betrachtet. Jedoch handelt es sich hierbei vielmehr um einen abteilungs- und systemübergreifenden Prozess, welcher durchgängig abgebildet sein muss.

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Veröffentlicht von

Peer-Michael Preß

Die Themenschwerpunkte des Autors sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien und deren Umsetzung in der Praxis.

Seitb 20 Jahren ist er geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG mit den Tätigkeitsbereichen Buch- und Zeitschriftenverlag, Druckerei und Medienagentur.

Er absolvierte die Ausbildung zum Verlagskaufmann in der Gundlach Gruppe, Bielefeld, und schloss erfolgreich ein Studium zum Betriebswirt mit Abschlussarbeit im Bereich Marketing zum Thema „E-Commerce in der graphischen Industrie“ ab.

Sie erreichen Peer-Michael Preß unter:

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