„Älter werden im Zukunftsdorf“

Münster. Es ist mittlerweile ein Allgemeinplatz, dass die Gesellschaft immer älter wird und uns ein signifikanter demographischer Wandel bevorsteht. So groß der Konsens in der Analyse ist, so groß ist die Unsicherheit, wie mit dieser Entwicklung umzugehen ist. In Legden werden jetzt Nägel mit Köpfen gemacht: Das Projekt „Älter werden im Zukunftsdorf“ soll die Gemeinde altersfit machen, so dass ältere Menschen hier auch in Zukunft noch in ihrer gewohnten Umgebung leben können.

Bürgermeister Friedhelm Kleweken stellte das Verbundprojekt und seine Teilprojekte vor, die alle maßgeblich von Bürgerengagement getragen werden. Von der Kolping-Familie wird ein Unterstützungsdienst für ältere Mitbürger zur Bewältigung alltäglicher Haushaltsprobleme geplant. Im Rahmen der „Initiative Ehrenamt“ sollen die unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen fit für den Umgang mit älteren Menschen und vor allem mit Demenz gemacht werden. Der „Gemeinschaft Behinderter und Ihrer Freunde Legden/Asbeck e.V.“ wurde im Rahmen der Projektvorstellung ein Alters-Simulationsanzug übergeben, der von der Westfalen-Initiative finanziert wurde. Er soll helfen, das Verständnis für die Situation derer, die sich nicht mehr uneingeschränkt bewegen können, zu verbessern. „Dass hier mit breitem bürgerschaftlichem Engagement die Zukunftsprobleme angegangen werden, hat uns überzeugt, in dieses Projekt einzusteigen“, erläutert Geschäftsführer Dr. Niels Lange das Engagement der Stiftung Westfalen-Initiative. „Das entspricht hundertprozentig dem Ansatz der Westfalen-Initiative.“ Uta Schneider, Geschäftsführerin der Regionale 2016, sieht hier ein „richtig gutes Pilotprojekt für die regionale Entwicklung. Wir sind froh, dass wir mit der Gemeinde Legden und der Westfalen-Initiative die richtigen Partner zusammengebracht haben.“ Das ist eine Kernkompetenz der Regionale 2016 Agentur: Den Projektträgern vor Ort passende Partner zu vermitteln. Legdens Bürgermeister Friedhelm Kleweken ist sichtlich stolz auf seine Gemeinde und die vielen engagierten Bürger. „Dass Legden hier Vorreiter ist, macht uns natürlich stolz. Aber das Projekt in seiner ganzen Breite bedeutet natürlich viel Aufwand. Insofern sind wir froh über die Unterstützung durch die Regionale und die Westfalen-Initiative.“ Diese ist dabei dem Bedarf angepasst und vielfältig. „Natürlich kann die Westfalen-Initiative nicht in die Finanzierung von Wohnraum einsteigen“, erklärt Langes Kollege Wolfgang Schäfer. „Wir haben aber in verschiedenen Projekten festgestellt, dass gerade der Know-how-Transfer häufig nicht ausreichend gefördert wird. Das ist für uns ein wichtiger Ansatzpunkt bei der Förderung nachhaltigen Engagements.“ Im November 2011 wurde die Projektidee “Älter werden im Zukunftsdorf” in die zweithöchste Kategorie “B” des Regionale-Verfahrens aufgenommen. Nun werden die einzelnen Bausteine gemeinsam mit den Partnern und begleitet durch die Regionale 2016 Agentur zur Umsetzungsreife gebracht. Die Westfalen-Initiative hat das Legdener Projekt in ihre Initiative „Westfalen bewegt“ aufgenommen, mit der sie ein westfalenweites Netzwerk bürgerschaftlichen Engagements aufbauen will. Ihre Unterstützung beschränkt sich dabei nicht auf das Finanzielle. Neben den Rund € 20.000,-, die sie für einzelne Teilprojekte in Legden zur Verfügung stellt, bringt sie auch eigene Erfahrungen ein und sucht mit nach Umsetzungs-Know-how. Insgesamt ist das Projekt „Älter werden im Zukunftsdorf“ sehr vielfältig. Es umfasst viele Bausteine von der Schaffung altersgerechten Wohnraums im Ortskern bis zu einer Begegnungsstätte auf dem Friedhof. Darüber hinaus wird sich mittels bürgerschaftlichen Engagements auch um die Versorgungsinfrastruktur, Mobilität, die Kultur und Freizeitgestaltung und vieles mehr gekümmert. „Die ganze Gemeinde ist auf den Beinen, um die Zukunft zu sichern. So etwas geht auch nur mit bürgerschaftlichem Engagement, Politik und Verwaltung können das nicht allein leisten“, betont Bürgermeister Friedhelm Kleweken.

 

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Peer-Michael Preß

Peer-Michael Preß

Die Themenschwerpunkte des Autors sind B2B-Marketing, Medien und Kommunikationsstrategien und deren Umsetzung in der Praxis. Seid dem Jahr 2000 ist er geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Press Medien GmbH & Co. KG mit den Tätigkeitsbereichen Buch- und Zeitschriftenverlag, Druckerei und Medienagentur. Er absolvierte die Ausbildung zum Verlagskaufmann in der Gundlach Gruppe, Bielefeld, und schloss erfolgreich ein Studium zum Betriebswirt mit Abschlussarbeit im Bereich Marketing zum Thema „E-Commerce in der graphischen Industrie“ ab.

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