Zukunft der Elektromobilität im ländlichen Raum
14. April 2010 | Von abeuke | Kategorie: Ostwestfalen-Lippe, Regional
Halle/Westfalen. Zum 1. Haller Tag der Elektromobilität kamen jetzt Experten aus ganz Ostwestfalen-Lippe bei der Technische Werke Osning GmbH (TWO) zusammen: Geschäftsführer Detlef Wemhöner stellte ihnen ein Modellprojekt der TWO vor. Das beschreibt, wie Arbeitgeber ihren Mitarbeitern künftig helfen können, die täglichen Fahrtkosten deutlich zu minimieren.
Die Haller Energieversorgerin begeisterte die Pioniere der Elektromobilität mit einem engen Fokus. Wemhöner: „Uns interessiert besonders, wie man Akzeptanz für das Fahren mit Strom im ländlichen Raum aufbauen kann.“ Anhand der Daten aus einem Verkehrsgutachten über Halle machte er deutlich, dass Strom-Tankstellen im öffentlichen Raum weniger wichtig sind: „Hier hat fast jeder eine eigene Garage oder einen zweiten Stellplatz auf dem Grundstück, bei dem ein Stromanschluss ganz einfach ist. Und die meisten Wege sind relativ kurz.“ Die viel größere Herausforderung stelle die hohe Zahl an Arbeitsplätzen für Auswärtige dar, die Halle biete. „Bei mehr als 10.000 Arbeitsplätzen in der Stadt kommen Tag für Tag über 5.000 Berufspendler nach Halle“, so Wemhöner. Um deren Fahrtkosten zu senken, könnten die Arbeitgeber mit dem Angebot von Ladestationen auf den Firmenparkplätzen einen zusätzlichen Anreiz bieten.
Damit die Haller Arbeitgeber nicht zu früh und nicht zu spät auf künftige Bedürfnisse reagieren, sammelt die TWO im Rahmen eines eigenen kleinen Modellprojekts Erfahrungen. Wemhöner: „Drei unserer Firmenfahrzeuge fahren bereits mit Strom, werden nachts in der Fahrzeughalle aufgeladen.“ Auf dem Gelände am Gartnischer Weg gibt es zudem Ladesteckdosen für E-Fahrräder und E-Roller, demnächst auch für Elektroautos der Kunden und Mitarbeiter. Wemhöner: „Bevor sich jemand für den Umstieg auf ein Elektrofahrzeug entscheiden kann, muss die Infrastruktur stehen.“ Die E-Autos der TWO werden mit Strom aus der hauseigenen Fotovoltaikanlage versorgt. Und mittels digitaler Stromzähler wird festgehalten, wie viel Energie übers Jahr zum Fahren genutzt wird.
Die regionalen Experten für Elektromobilität, allen voran Elektroauto-Pionier Ulrich Lasar aus Leopoldshöhe und Stadtplaner Reinhard Drees aus Sennestadt, lobten den pragmatischen Angang der TWO: Anhand der spezifischen Anforderungen vor Ort einen engen Fokus für die eigene Arbeit zu setzen, helfe dem Thema weiter als viele übergreifende Diskussionen. Erstaunlich findet man auch die TWO-Veranstaltung „Schaufenster Elektromobilität“ zur Gewerbeschau. „Die E-Fahrer von morgen können testen, ausprobieren und so über die Jahre hautnah die Weiterentwicklung der Elektromobilität verfolgen“, sagte Ursin Wieneke aus Detmold.
Bildtext: Experten für das Autofahren mit Strom aus der ganzen Region trafen sich jetzt bei der TWO in Halle zum ersten Haller Tag der Elektromobilität. TWO-Chef Wemhöner (links) stellte den jetzt anlaufenden Modellversuch zum Angebot von Ladestationen durch die Arbeitgeber vor. (Foto: Technische Werke Osning GmbH)

